In einer Box für Einkaufswagen bei Rewe Tober in Brambauer war das Sperber-Männchen gefangen. © Quiring-Lategahn
Tierischer Einsatz

Sperber in Einkaufswagen-Box bei Rewe Tober gefangen: Rettung in Not

Die Feuerwehr hat ein Sperbermännchen aus einer misslichen Lage befreit. Der Greifvogel war in einer Einkaufswagenbox bei Rewe Tober in Brambauer gefangen. Die Rettung war ein Schlüssel.

Nahrungssuche am Supermarkt, das scheint auf den ersten Blick für einen Sperber eher ein ungewöhnlicher Ort zu sein. Doch genau da hat ein Lüner den Falken am Sonntag (24.1.) gegen 12 Uhr entdeckt: Eingeschlossen in einer Box für Einkaufswagen auf dem Gelände von Rewe Tober an der Mengeder Straße in Brambauer.

Wie der Sperber dort hinein gekommen ist, lässt sich nur vermuten. Vielleicht durch einen Spalt am Boden, vielleicht haben Mitarbeiter auch abends das Rolltor geschlossen, ohne den „Mini-Habicht“ im Inneren zu sehen.

Der Lüner jedenfalls, der auf Facebook die ungewöhnliche Begegnung gepostet hat, lehnte gerade mit Kaffee und Brötchen an der Box. Da hörte er es rappeln. Er rief die Feuerwehr. Die rückte sofort an. Die Einsatzkräfte sind auch Tierretter. Sie konnten einen Kontakt zum Sicherheitsservice herstellen, der letztlich den entsprechenden Schlüssel hatte: Durch das hochgezogene Rolltor fand der Sperber endlich wieder seine Freiheit.

Über Alarmdienst von Einsatz erfahren

Rewe-Inhaber Oliver Tober hat bisher noch keine Sperber rund um seinen Supermarkt gesehen. Wie das Tier in die Box gekommen sein soll, ist auch ihm ein Rätsel. Seit 1978 betreibt die Familie das Geschäft, die Stände für Einkaufswagen samt Jalousie stehen dort seit sieben Jahren. Tober selbst ist vom Alarmdienst über den tierischen Einsatz informiert worden und froh, dass alles gut ausging.

Dieses Foto hat Klaus Nowack, Gründer der Interessengemeinschaft Ornithologie und Natur, von einem Sperber-Männchen gemacht.
Dieses Foto hat Klaus Nowack, Gründer der Interessengemeinschaft Ornithologie und Natur, von einem Sperber-Männchen gemacht. © Klaus Nowack © Klaus Nowack

Brutplätze schwer zu finden

Klaus Nowack, Gründer der Interessengemeinschaft Ornithologie und Natur (IGONA) aus Werne, hat den Sperber als ausgewachsenes Männchen identifiziert. Auffällig ist die orange Färbung am Hals. Wie viele Sperber es in Lünen überhaupt gibt, das kann Klaus Nowack nicht sagen. Er schätzt, dass es eine Handvoll sein könnten. In Werne gebe es drei Brutpärchen. Die Brutplätze dieser Falkenart seien „unglaublich schwer zu finden.“ Sie bauen jedes Jahr an einem neuen Ort. Das könne auch in Gärten, Gehölzen oder sogar in Efeu an Eichen sein. Alles schon vorgekommen.

Sperber lauern ihrer Beute auf, vornehmlich Kleinvögeln. Sie sind so genannte Ansitzjäger. Es könne gut sein, dass ein kleinerer Vogel Brotkrumen am Supermarkt picken wollte und dabei das Interesse des Sperbers geweckt habe. Vielleicht war er aber auch ein durchziehender Greifvogel, denn eigentlich hätten sie ihre Reviere.

Dem Lüner und der Feuerwehr jedenfalls verdankt der „Mini-Habicht“ sein Leben. Nicht auszudenken, wenn er noch länger in der Box herumgeirrt wäre.

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Redaktion Lünen
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Magdalene Quiring-Lategahn

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