Mit ordentlich Verspätung hing das riesige Playmobil-Piratenschiff dann doch am Haken. © Stephan Schütze
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Spektakuläre Aufnahmen: Tonnenschweres Spielschiff für Kita hängt am Haken

Mit einem Kran bekommt der Martin-Luther Kindergarten in Brambauer ein riesiges Piratenschiff von Playmobil geliefert. Am Tag des Aufbaus kommt es aber zu Problemen - alles verzögert sich.

Um kurz vor 10 Uhr am Montag (23.8.) ist im Lohfeld in Brambauer vor und auf dem Gelände des Martin-Luther Kindergartens noch mehr los als sonst: Männer in gelben Westen laufen geschäftig um ihren großen Sattelzug herum, auf dem ein riesiges Spielschiff festgemacht ist.

Das große Playmobil-Schiff wartet darauf, in den Garten des Martin-Luther-Kindergartens in Brambauer einlaufen zu können - der Kran lässt auf sich warten.
Das große Playmobil-Schiff wartet darauf, in den Garten des Martin-Luther-Kindergartens in Brambauer einlaufen zu können – der Kran lässt auf sich warten. © Irina Höfken © Irina Höfken

Im Garten setzen Männer in grünen Latzhosen ihre Bagger in Bewegung. Viele Kinder stehen auf dem Balkon der Einrichtung, rufen und winken den Männern zu und warten gemeinsam mit ihren Erzieherinnen auf den großen Kran, der das neue Spielschiff von Playmobil von der Straße aus in den Garten heben soll – aufregend für alle Beteiligten sollte man meinen.

Kein Kran, kein Aufbau: Auftragsbestätigung fehlt

Nicht aber für Mario Möbert der Firma Zik-Holz aus Brandenburg: „Wir haben den Aufbau von etwa 35 dieser Schiffe in Deutschland begleitet. Komplikationen hat es noch nie gegeben.“ Um 10.45 Uhr muss er diese Aussage schon überarbeiten: Denn zum ersten Mal kommt es dann doch zu Problemen. Der Kran, der das 3,5 Tonnen schwere Spielgerät anheben soll, kommt nicht. „Das ist vorher noch nie passiert“, sagt er auf Nachfrage unserer Reporterin vor Ort.

Mario Möbert (r.) und seine Kollegen betreuen den Aufbau des Schiffs.
Mario Möbert (r.) und seine Kollegen betreuen den Aufbau des Schiffs. © Irina Höfken © Irina Höfken

„Sie können die Auftragsbestätigung nicht finden“, sagt Kita-Leitung Helga Wleklik. Sie zuckt mit den Schultern. Es werde aber für mittags ein Kran organisiert, sagt sie. Deswegen sei die Enttäuschung nicht ganz so groß, dass sie sich noch ein Mal mehr gedulden müssen, bis das Schiff aufgebaut werden kann. Bis der Kran eintrifft, liegt das Piratenschiff im Lohfeld vor Anker und wartet darauf, einlaufen zu dürfen.

Der Kran kommt – aber dann folgt schon das nächste Problem

Zwei Stunden später ist es dann so weit: Eine Stunde lang werden Gewichte an den Kran montiert, damit dieser unter der Last nicht zur Seite kippt. Um 13 Uhr halten alle den Atem an: Das tonnenschwere Spielgerät wird von der Straße angehoben, der Kran schwenkt – und schwenkt wieder zurück zur Straße – das nächste Problem tritt auf.

„Der Fahrer hat uns gesagt, dass ein Systemfehler vorlag. Er musste es also noch mal absetzen. Ganz schön spektakulär waren diese Bilder“, sagt Kita-Leitung Wleklik. Um 13.30 Uhr gibt es die rettende Entwarnung – das 12-Meter-lange Piratenschiff steht am geplanten Ort, im Garten des Martin-Luther Kindergartens.

Kindergarten-Leitung Helga Wleklik freut sich darauf, wenn die Kinder auf dem Schiff spielen und toben können.
Kindergarten-Leitung Helga Wleklik freut sich darauf, wenn die Kinder auf dem Schiff spielen und toben können. © Irina Höfken © Irina Höfken

Masten mit Segeln, Reling, Schiffsglocke – bis Mittwoch soll alles stehen

In Nordrhein-Westfalen ist es nun das zweite Schiff dieser Art. Für die 80 Kinder aus Lünen sorgt es nun für mehr Spiel, Spaß und Bewegung. Im letzten Jahr schon hatte sich die Einrichtung aus Brambauer mit einem Bewerbungsvideo und -schreiben auf das Schiff beworben, Ende 2020 bekamen sie die Zusage, Stichtag zum Aufbau sollte der 23. August 2021 sein. „Für uns ist das ein Sechser im Lotto!“, sagt Wleklik stolz.

Die Masten und die Rutsche sind am Nachmittag schon montiert.
Die Masten und die Rutsche sind am Nachmittag schon montiert. © Wleklik © Wleklik

Um 15 Uhr an diesem Montag sind dann sogar schon die Masten und die Rutsche montiert. Der Feinschliff mit Reling, Schiffsglocke, Steuerrad, Fernglas und Fahnen soll bis zum Mittwoch erfolgen. Offiziell übergeben werden soll das neue Schiff am 20. September. Dann sind alle zusätzlichen Spielgeräte eingebaut und das Schiff selbst fest im Kindergarten-Hafen verankert.

„Ich bin sogar schon ein Mal gerutscht“, sagt Weklik am Nachmittag gegenüber unserer Redaktion. „Das war jetzt die Premiere. Ich bin froh, dass am Ende doch noch alles geklappt hat. Das war ein langer Tag und ich bin fix und fertig. Aber glücklich.“

Über die Autorin
Volontärin
Ist am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und lebt seitdem in ihrer Wahlheimat Bochum. Liebt das Ruhrgebiet und all seine spannenden Menschen und Geschichten.
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Irina Höfken

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