Die Bauarbeiten für den Solarpark Niersteheide sind vorerst gestoppt, weil die Baugenehmigung fehlt. © Goldstein
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Solarpark Niersteheide: Bauarbeiten gestoppt, Stadtwerke Lünen dabei

Der Solarpark Niersteheide kann kommen. Die Stadtwerke haben sich entschieden, nun doch bei Lünens erster Freiflächenanlage mitzumachen. Allerdings hat die Stadt Lünen die Arbeiten gestoppt.

Es war ein langer Weg von der ersten Idee eines Solarparks bis zum Start der Bauarbeiten an der Niersteheide in Lünen-Süd. Und der Weg bis zur Inbetriebnahme wird wohl noch etwas länger werden, denn die Bauarbeiten sind unterbrochen, kaum dass sie begonnen haben. „Wir haben registriert, dass es dort Aktivität gegeben hat“, teilt Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage mit. Man stehe deswegen in Kontakt mit dem Vorhabenträger. „Die Arbeiten dort ruhen.“ Denn es fehle laut Stadt schlichtweg die Baugenehmigung.

Der Vorhabenträger ist die „Solarpark Niersteheide GmbH & Co. KG“. Gegründet als Tochter der Montan Solar GmbH, einem Konsortium der Ruhrkohle AG (RAG) und der Wircon GmbH, wechselte sie mehrmals den Namen und den Firmensitz. Mittlerweile ist sie im rheinland-pfälzischen Föhring ansässig, und zwar im gleichen Gebäude, das mehrere Firmen von Gerd und Volker Schöller beherbergt – die Männer, die letztlich auch hinter dem Projekt in Lünen stecken.

Ursprüngliche Idee von RAG und Stadtwerken

Der erste (und bisher einzige) Solarpark in Lünen ist ohne Beteiligung der Stadtwerke entstanden – bis jetzt. Sprecherin Jasmin Teuteberg verwies im Dezember 2019 darauf, dass zum Beispiel die Fläche an der Niersteheide den Stadtwerken „nicht zugänglich“ sei. Das ist insofern überraschend, als dass der ursprüngliche Plan eines Solarparks von den Stadtwerken gefasst wurde – gemeinsam mit der RAG hatte man 2017 gleich mehrere Flächen indentifiziert, die für solche Projekte in Frage kämen.

Ein Jahr später erfolgte der Rückzieher: Die Solarpark Niersteheide GmbH sollte das Projekt alleine durchziehen, die Politik bereitete dem Park durch die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans den Weg (der durch einen Formfehler abermals verlängert wurde). Nun macht die Firma Nägel mit Köpfen – wobei Projektleiter Kai Klos gegenüber unserer Redaktion lediglich von „vorbereitenden Arbeiten“ spricht. „Es werden nun die Details mit der Stadt Lünen geklärt, um die Baugenehmigung zu bekommen.“

Klos rechnet damit, dass es im März dann ganz offiziell losgehen soll mit dem Solarpark. Nach zwei bis drei Monaten Bauzeit soll er fertig sein. Wobei die Solarpark Niersteheide GmbH nur so viele Module baut, dass die gesamte Anlage in der Spitze maximal 750 kW an Leistung bringt. Läge die Leistung darüber, müsse der produzierte Strom per Ausschreibung angeboten werden. So aber kann eine garantierte Abnahme durch einen Kunden erfolgen. Wer dieser Abnehmer ist? „Die Stadtwerke Lünen“, sagt Kai Klos.

Trafostation machte wohl Probleme

Tatsächlich scheint an der Borker Straße ein Umdenken stattgefunden zu haben – man will nicht einfach den Strom abnehmen, sondern sich sogar doch an der Anlage beteiligen. Wobei Sprecherin Jasmin Teuteberg betont, dass es bei einem solchen Projekt „keine klassische Beteiligungsstruktur“ gebe. Die Firma „Schoenergie“ (die Dachorganisation von Gerd und Volker Schöller in Föhren, d. Red.) würde die Anlage errichten, nach der Fertigstellung würden die Stadtwerke 3300 der insgesamt 6100 PV-Module erwerben. „Die Trafostation werden wir gemeinsam betreiben.“ Genau diese Station ist wohl auch der Grund für die aktuellen Verzögerungen. Laut Jasmin Teuteberg soll sie nämlich an einer anderen Stelle als bisher geplant errichtet werden: „Der neue Standort ist weiter entfernt von der vorhandenen Wohnbebauung.“

Und woher kommt der Sinneswandel bei den Stadtwerken? Jasmin Teuteberg antwortet diplomatisch: „Wir sind überzeugt davon, dass die Kooperation im Interesse beider und zum Vorteil für beide Unternehmen liegt und die erfolgreiche Errichtung sowie den wirtschaftlichen Betrieb der PV-Anlagen ermöglichen wird.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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