Ein volles Zeit wie beim Schützenfest vor drei Jahren ist in Corona-Zeiten schlicht undenkbar. Aber nicht nur deshalb sagt der Verein sein für dieses Jahr geplantes Fest ersatzlos ab. © Schützenverein Niederaden
Schützenverein Niederaden

Niederadener feiern erst 2024 wieder Schützenfest – und das ohne König

Gehofft, gebangt, organisiert, gerechnet - und nun einen dicken Strich durch alle Planungen gemacht: Der Schützenverein Niederaden 1860 sagt sein Schützenfest im Mai ab und feiert erst 2024.

Eigentlich war alles in trockenen Tüchern: Die Daten standen fest, Band und DJ waren gebucht, alle Absprachen mit dem Eventmanager waren klar, doch der Vorstand des Schützenvereins 1860 hat entschieden, dass es in diesem Jahr kein Schützenfest geben soll. Dabei hatte man lange gehofft, am dreijährigen Rhythmus festhalten zu können.

„Aber es sind organisatorische und finanzielle Gründe, warum wir das Fest jetzt absagen“, erklärt Vereinsvorsitzender Gerd Garbe, der auch amtierender Schützenkönig ist. Leicht gemacht habe sich der Vorstand die Entscheidung nicht. „Es ist auch für uns ein Schlag in den Nacken“, sagt Garbe. Schließlich ist das eigene Schützenfest immer der Höhepunkt des Vereinslebens, erst Recht, wenn es nur alle drei Jahre stattfindet.

Mögliche Corona-Auflagen sind nicht der einzige Grund

„Aber ich persönlich bin nicht davon überzeugt, dass wir aufgrund der Corona-Lage eine Genehmigung für das Fest bekommen hätten – und selbst wenn, die Auflagen wären bestimmt hoch gewesen. Und nichts ist schlimmer als ein leeres Zelt. Wir wollen schließlich feiern und nicht mit sechs Metern Abstand auseinander sitzen.“

Gute Gründe, ein Fest zu verschieben. Dass die Schützen das Fest aber gleich komplett absagen und auf das nächste turnusmäßige Fest in drei Jahren gehen, hat andere Gründe. „Unser Fest lebt auch von Festzeitung mit Anzeigen und Tombola. Da sind die Geschäfte und Gaststätten hier wichtige Partner“, erklärt Gerd Garbe. Diese in diesen Zeiten um Spenden zu bitten, sei einfach unmöglich. „Die haben doch alle zu und riesige Probleme“, erklärt Garbe, dass der Vorstand so auch ein Zeichen der Solidarität durch Verzicht setzen will.

Vogelschießen ohne Umarmungen bei den Gratulationen, Feiern auf Abstand, all das ist in diesem Jahr nicht vorstellbar. Und auf Sponsoren will man in diesen Zeiten auch nicht zugehen.
Vogelschießen ohne Umarmungen bei den Gratulationen, Feiern auf Abstand, all das ist in diesem Jahr nicht vorstellbar. Und auf Sponsoren will man in diesen Zeiten auch nicht zugehen. © Schützenverein Niederaden © Schützenverein Niederaden

Der König steigt vom Thron

Auch wenn es nun am 8. Mai nicht zum Ausmarsch kommt, das Vogelschießen am Vatertag ebenso ausfallen muss wie das Kinderschützenfest am 15. Mai und vom 21. bis 24. Mai nicht das eigentliche Fest mit Disco-Abend, Inthronisierung, Festabend, Frühschoppen und Dorfabend stattfinden kann, hält König Gerd Garbe an einer Tradition fest: Er wird seine Königswürde zum eigentlichen Festtermin ablegen und sich entthronisieren lassen.

„Das hat nichts mit Unstimmigkeiten im Verein zu tun“, betont Gerd Garbe, dass er wegen solcher Gerüchte schon mehrfach auf der Straße angesprochen worden sei. Aber die Doppelbelastung, Vereinsvorsitzender und König zu sein, sei nach drei Jahren genug.

„Außerdem war ich neun Jahre Adjudant und drei Jahre König. Nach zwölf Jahren ist auch einfach die Luft raus“, gesteht er, sich lieber auf das Amt des Vorsitzenden denn auf das des Vereins-Repräsentanten konzentrieren zu wollen. „Denn wer weiß, wie es nach Corona mit dem Schützenwesen überhaupt weitergeht.“

Chance, neue Wege zu gehen

Die kommenden drei Jahre seien daher eine gute Chance, andere Leute in die Repräsentantenrolle einzuführen. In ihnen vielleicht die Freude an dem Amt zu wecken, das den Besuch anderer Vereine im Namen des Niederadener Schützenvereins mit sich bringt.

„Es wird Zeit, auch mal neue Wege zu gehen. In diesem Jahr hätten wir bereits zwei ernsthafte Interessenten für die Königswürde gehabt“, sagt Garbe, dass die Absage des Festes auch für sie natürlich eine Enttäuschung gewesen sei. Aber in drei Jahren gibt es wieder die Chance – und vielleicht wird die Zahl der Interessenten dann auch wieder so groß, wie sie in der Vergangenheit war: „2009 hatten wir acht Aspiranten, drei Jahre später nur drei. Aber 2015 waren es wieder sieben und als ich König wurde, waren wir zu viert.“ Was 2024 sein wird, steht derzeit aber in den Sternen.

Planungen für andere Feste laufen

Wenn auch nicht mehr in diesem Jahr, so soll 2022 aber wieder gefeiert werden. Die Planungen für den Majestätenball genannten Festabend im Spätsommer nächsten Jahres sind angelaufen. Ebenso wie die Überlegungen, dann auch wieder ein Oktoberfest auszurichten. Und sobald Corona es wieder zulässt, soll der neue Schießstand offiziell eröffnet werden.

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