In der derzeitigen Corona-Pandemie kann Nicole Klein nur auf ein eingeschränktes Musikangebot zurückgreifen. © Michael Blandowski
Chorleiterin

Musikerin in der Corona-Krise: „Im Moment fehlt mir etwas“

Nicole Klein leitet Kinder- und Jugendchöre in Lünen. In der Corona-Krise fehlt ihr der gemeinsame Auftritt und zusammen zu üben. Für eine Sache ist sie aber auch dankbar.

Es ist nichts mehr wie es war. Kein Applaus, kein Auftritt auf einer großen Bühne, kein Gesang und auch keine lachenden Kinderstimmen. Die Pandemie hebt das bisherige Leben der Kulturschaffenden aus den Angeln.

Nicole Klein ist die Leiterin der Kinder- und Jugendchöre der evangelischen Kirchengemeinden St. Georg in Lünen und Martin Luther in Brambauer, doch seit nunmehr einem Jahr – mit Ausnahme einiger weniger Präsenzproben unter sehr strengen hygienischen Maßnahmen – sind keine fröhlichen Kinderstimmen aus den Probensälen zu hören.

Als engagierte Klavier- und Gesangslehrerin an einer privaten Musikschule in Dortmund setzt sie Glanzlichter und nicht zuletzt die zurückliegenden Konzerte gehören zu den Lieblingsprojekten der jungen Frau. Entweder finden die Konzerte und musikalischen Darbietungen in minimierter Form statt, oder fallen in der Regel gänzlich aus.

„Ich lebe die Musik“

„Musikerin zu sein, ist mehr als ein Job, für mich ist es eine Berufung: Ich lebe die Musik, doch im Moment fehlt mir etwas. Corona hat uns Musiker quasi von der Bühne geholt. Auch den Kindern und Jugendlichen, welche mit mir auf der Bühne standen, fehlt ein Stück Lebensqualität. Applaus ist das Brot des Künstlers, auch das fehlt. Man lebt halt von der Bestätigung der Konzertgäste“, beschreibt es Nicole Klein.

Blickt die 31-Jährige auf die zurückliegenden Monate, fand an der privaten Musikschule Dortmund fast ausschließlich nur Onlineunterricht über Skype oder Zoom statt. Auch die Chorarbeit fand im Rahmen der Möglichkeiten online statt. So entstanden das erste Online-Krippenspiel zu Weihnachten, der digitale Adventskalender und weitere Projekte. Nicht zu vergessen sind die sogenannten „Fensterkonzerte“ der evangelischen Kirchengemeinde in Lünen und Brambauer im Frühling des letzten Jahres.

Froh darüber, dass Arbeitsvertrag besteht

„Aktuell können mein Mann Thomas, Organist der evangelischen Kirchengemeinde Brambauer, und ich, Musikstücke leider nur alleine zu Hause oder in der Kirche aufnehmen. Darüber hinaus arbeiten wir auch mit unserer Kantorin Jutta Timpe zusammen. Die jeweiligen Einzelstücke unseres produzierten Liedgutes stellen wir dann im Anschluss den Online-Gottesdiensten in Lünen und Brambauer zur Verfügung“, so Nicole Klein.

Gleichwohl lobte sie ihren Arbeitgeber, die evangelische Kirchengemeinden Lünen und Brambauer, für das Festhalten an ihrem Arbeitsvertrag. Denn auch wenn man nicht den gewohnten Aufgaben nachgehen kann, findet man immer Möglichkeiten für alternative Angebote.

„2021 ist noch jung, voller Hoffnung blicke ich in die Zukunft und wünsche mir für uns alle, dass dieses Jahr noch sehr viel gemeinsames Musizieren für uns bereithält.“

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Redaktion Lünen
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