Dieses Werk des Cappenberger Künstlers Michael Nolte wurde vom Deutschen historischen Museums in Berlin prämiert. © Nolte
Ausstellung Hannah Arendt

Museum prämiert Werk des Lüner Künstlers Nolte: „Wie ein Michelin Stern“

Die Krönung seines bisherigen Schaffens nennt der Cappenberger Künstler Michael Nolte die Auszeichnung des Deutschen historischen Museums in Berlin. Ein besonderes Porträt wurde dort prämiert.

Mit einem Porträt der Philosophin Hannah Arendt hat der Cappenberger Künstler Michael Nolte den ersten Platz der Kunstausschreibung des Deutschen historischen Museums in Berlin im Bereich Tape Art gewonnen. Die Post aus der Bundeshauptstadt habe Glücksgefühle bei ihm ausgelöst, beschreibt Nolte. Die Prämierung des Museums sei eine besondere Ehre und Ansporn zugleich, weiterhin außergewöhnliche Kunst zu erschaffen. Die Auszeichnung sei für ihn vergleichbar wie ein Michelin Stern für Köche.

Michael Nolte ist durch die künstlerische Gestaltung von Berliner Mauerteilen bekannt. Sie stehen inzwischen anlässlich des 150. Jubiläums bei Lensing Media in Dortmund als Zeichen für Frieden und Freiheit, weitere sind bei „Westermann`s“ an der B 54 in Lünen zu sehen. Im Museum für Kunst- und Kulturgeschichte der Stadt Dortmund ist Nolte ebenfalls vertreten.

„Denken ohne Geländer“

Um Freiheit geht es auch in dem Werk von Hannah Arendt. Die jüdische Philosophin und Publizistin wurde 1933 kurzeitig von der Gestapo inhaftiert. Sie konnte später nach Frankreich fliegen und emigrierte in die USA. Ihr widmete das Deutsche historische Museum in Berlin eine Ausstellung, nun auch mit Noltes Werk. Das zeigt Hannah Arendt vor weiß-blauen Strahlen. Das Konzept habe sich aus der Geschichte der „Hannah Arendt“ ergeben. „Ihre Person steht im Mittelpunkt der politischen Thesen. Deshalb ist sie in der Mitte des Werkes platziert. Die blauen Strahlen im Hintergrund stehen sinnbildlich für ihre Gedanken.“

„Freiheit“ in verschiedenen Sprachen

Das Bild wird ergänzt durch Begriffe in deutscher und hebräischer Sprache. „Mit ihrem Spruch „Denken ohne Geländer“ wird sie oftmals zitiert. Freiheit ist auch ein zentraler Begriff Ihrer Thesen. Diesen habe ich in verschiedenen Sprachen mit Ihrer deutsch-jüdischen Herkunft und Emigration in den USA verbunden.“, erklärt der Künstler.

Vorher habe er Hannah Arendt nicht gekannt, die Beschäftigung mit ihrem Leben und Werk drücke sich nun in seiner Kunst aus.

Übrigens geht die Reise des Werkes „Hannah Arendt“ weiter. Anfang 2021 werde das Bild voraussichtlich zunächst als Leihgabe in die Landeshauptstadt Düsseldorf übergehen.

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Redaktion Lünen
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Magdalene Quiring-Lategahn

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