Der Angeklagte fühlt sich für den Tod des Jugendlichen nicht verantwortlich. © Martin von Braunschweig
Jugendlicher starb an Überdosis

Mediziner über jungen Drogentoten: „Ecstasy steht ganz klar im Vordergrund“

Im Frühjahr 2019 starb ein 18-jähriger Jugendlicher in Brambauer an einer Drogenvergiftung. Im Prozess gegen seinen mutmaßlichen Dealer sagt der Rechtsmediziner aus - und warnt.

Einen Tag nachdem sich der Jugendliche mit Marihuana und Ecstasypillen eingedeckt haben soll, war er früh morgens als Notfall ins Marienhospital eingeliefert worden. Dort hatten die Ärzte aber nichts mehr für ihn tun können.

Bei der Obduktion der Leiche wurde vor allem das Blut des 18-Jährigen auf Giftstoffe untersucht. Dabei wurden die Mediziner gleich auf mehreren Ebenen fündig.

Klar ist, dass der Jugendliche Marihuana geraucht und auch größere Mengen der Pillen eingenommen haben muss. Darüber hinaus fanden sich auch Rückstände früherer Drogeneinnahmen und Alkohol in seinem Blut.

Herzrasen und Krampfanfälle

Rechtsmediziner Ralf Zweihoff warnte in seiner Vernehmung am Mittwoch (22.9.) ausdrücklich vor Ecstasypillen und anderen Aufputschmitteln. „Diese stehen in diesem Fall eindeutig im Vordergrund“, sagte er mit Blick auf die Todesursache.

Die chemischen Stoffe würden zu Herzrasen, erhöhter Körpertemperatur und in Einzelfällen dann leicht auch zu Krampfanfällen führen, so Zweihoff. Der 18-Jährige aus Brambauer hatte es bei der Einnahme eindeutig übertrieben.

Der Angeklagte hat bereits eingeräumt, über einen längeren Zeitraum Drogen verkauft zu haben – unter anderem auch an Jugendliche. Für den Tod des 18-Jährigen fühlt er sich aber nicht verantwortlich.

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