Dominik Gad (35) ist die jüngste Schiedsperson in weitem Umkreis. Für mindestens die kommenden fünf Jahre ist er Ansprechperson und Mediator für außergerichtliche Auseinandersetzungen im Lüner Süden. © Gad

Lüner ist Schiedsperson: Streitende zusammen bringen und mehr über sich lernen

Streitende zusammen zu führen bezeichnet Dominik Gad als sein besonders Hobby. Damit ist er prädestieniert, mindestens für die kommenden fünf Jahre als Schiedsperson im Lüner Süden tätig zu sein.

Dominik Gad bezeichnet sich selbst als überaus ehrenamtsaffin: Für den SUV Hörde ist er als stellvertretender Geschäftsführer tätig. An seiner Arbeitsstelle, der Stadtverwaltung Dortmund, engagiert er sich gewerkschaftlich. Als der 35-Jährige vor einem Jahr von Dortmund nach Lünen zog lag es für ihn also nahe, sich auch in der Wahlheimat nach Möglichkeiten, sich zu engagieren, umzusehen. „Schlichten, Mediationen, Streitende zusammen zu führen, das habe ich immer gerne gemacht“, sagt der Sachbearbeiter. „Das würde ich fast als ein besonderes, langjähriges Hobby bezeichnen.“ So lag es für ihn nahe, sich auf das Amt der Schiedsperson in seinem Bezirk zu bewerben.

Gewählt vom Rat der Stadt nahm Gad am 21. April seine Tätigkeit auf und ist ab sofort Ansprechpartner für Beckinghausen, Horstmar, Lünen-Süd, Niederaden und Osterfeld. Damit folgt er auf Anita Wiesebrock, die das Amt seit Februar 1996 inne hatte.

Schlichtung in jeder Lebenslage

„Eigentlich kann man in jeder Lebenssituation Schlichtungsstrategien anwenden“, sagt Gad, „das hilft immer“: Bei seiner Tätigkeit als Sachbearbeiter in der Dortmunder Stadtverwaltung, Abteilung Stadtentwässerung, hilft es ebenfalls im Umgang mit Kunden und Bürgern. Oder im Fußballverein, um damit verhärtete Fronten aufzuweichen. Und als er 2019 mit seiner Lebensgefährtin begann, ein Haus an der Gahmener Straße zu bauen, begegneten ihm viele Konflikte rund um die Grundstücksgrenze. „Ich kann gut zuhören und deeskalieren“, beschreibt er sich. „Ich finde die richtigen Worte und Kompromisse und habe dabei eine ruhige, sachliche Art.“

Die Aufwandsentschädigung, die er für dieses Ehrenamt bekommt, sei klar zweitrangig. „Ich mache das nicht wegen des Geldes“, sagt er. „Da muss man Spaß dran haben, eine Affinität für Rechtsthemen und für die Befindlichkeiten der Leute.“

„Eine Win-Win-Situation“

Bis jetzt habe er noch jede Situation lösen können und es geschafft, sie nicht nahe an sich herankommen zu lassen. Einen fiktiven Fall, der ihm im Rahmen einer Fortbildung begegnet war, hat er als „besonders knifflig“ in Erinnerung: sehr konträre Positionen, Rassismus und Menschenfeindlichkeit spielten eine Rolle. „Da bin ich über mich hinaus gewachsen“, erinnert er sich.

In den nächsten fünf Jahren (oder länger, wie er sich vorstellen kann) wird Gad also Ansprechpartner sein für Privatklagedelikte, vermögensrechtliche oder nachbarschaftsrechtliche Konflikte. „Ich freue mich darauf neue Leute kennen zu lernen und auch mehr über mich selbst zu erfahren. Denn an den Streits der Menschen kann man auch selber wachsen. Eine Win-Win-Situation also.“

Kontakt zu Dominik Gad:Telefonisch ist Dominik Gad unter 0152 52039187 zu erreichen.

Über die Autorin
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In und um Stuttgart aufgewachsen, in Mittelhessen Studienjahre verbracht und schließlich im Ruhrgebiet gestrandet treibt Kristina Gerstenmaier vor allem eine ausgeprägte Neugier. Im Lokalen wird die am besten befriedigt, findet sie.
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Kristina Gerstenmaier