Der Spielplatz Auf dem Kelm wurde mit einem Basketballkorb neu gestaltet und ist sehr beliebt. Nach Streit um Lärm von Jugendlichen, fordert die Politik den Erhalt der Anlage. © Goldstein
Jugendhilfeausschuss

Lärm-Zoff um Streetball-Anlage in Brambauer: Altersgrenze soll wegfallen

Neues zum Lärm-Zoff um den Spielplatz Auf dem Kelm: Vier Ratsfraktionen fordern in einem Eilantrag den Erhalt des Streetball-Korbes. Auch die Verwaltung macht einen Vorschlag.

Nachdem sich Anwohner am Spielplatz Auf dem Kelm in Brambauer über Lärm von Jugendlichen in den Abendstunden beschwert hatten, hat die Diskussion um den Mehrgenerationenplatz mit Sport- und Spielgeräten hohe Wellen geschlagen. Bei Kontrollen im Sommer 2020 seien drei Verstöße festgestellt worden. Die Anwohner hingegen sehen diese Zahl kritisch, weil das Ordnungsamt nicht in den entscheidenden Momenten vor Ort gewesen sei.

Die Verwaltung wollte daraufhin das Streetball-Feld zurückbauen, die Politik protestierte. Große Chancen hat sie allerdings nicht. Denn es gibt laut ordnungsbehördlicher Verordnung eine Altersbeschränkung für Spielplätze. In dem speziellen Fall liegt sie bei 14 Jahren.

Politik: Jugendliche nicht verdrängen

In einem Eilantrag an den Jugendhilfeausschuss hatten sich die Ratsfraktionen SPD, CDU, Bündnis90/Die Grünen und die Wählergemeinschaft Gemeinsam Für Lünen (GFL) dafür stark gemacht, den Streetball-Korb zu erhalten. Sie sehen auf dem Spielplatz kein reales Problem mit Jugendlichen. Bisher seien weder Müll, noch Alkohol oder Vandalismus aufgefallen. Bei 3 von 247 Spielplatzkontrollen wären Jugendliche nach 23 Uhr angetroffen worden. Statt sie mit Wachpersonal zu verdrängen, sollten Streetworker eingesetzt werden. „Wir wollen in einer Stadtgesellschaft leben, in der Kinder und Jugendliche nicht verdrängt, sondern beteiligt werden, gleichberechtigt teilhaben dürfen und in der auf ihre Bedürfnisse Rücksicht genommen wird“, heißt es in dem Eilantrag.

Jürgen Arendes, stellvertretender Leiter der Abteilung Stadtgrün, stellte den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses in der Sitzung am Dienstag (1.6.) im Hansesaal einen Vorschlag des Verwaltungsvorstandes vor: Danach soll die ordnungsbehördliche Verordnung so geändert werden, dass die Altersbeschränkung auf allen Spielplätzen wegfällt. Einen entsprechend Vorschlag werde die Verwaltung in einer der nächsten Sitzungen des Ausschusses für Sicherheit und Ordnung vorstellen.

Korb erhalten, aber mit Ruhezeiten

Gleichzeitig solle die Abteilung Grünflächen eine Lösung prüfen, die einerseits dem Ruhebedürfnis der Anwohner nach 20 Uhr gerecht wird und andererseits den Erhalt des Streetball-Korbes ermöglicht. Anwohner hatten bereits mit Klage gedroht, sollte es nach 20 Uhr zu laut sein.

Einstimmig hat der Ausschuss den Eilantrag beschlossen. Die GFL, die bereits vorher in einem eigenen Antrag die Änderung der ordnungsbehördlichen Verordnung im Hinblick auf die Altersgrenze gefordert hatte, zog den Antrag nach dem Verwaltungsvorschlag zurück.

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Magdalene Quiring-Lategahn

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