Eigentlich wollte er seinem Sohn zur Hilfe eilen. Dabei schlug ein 47-Jähriger mit einer Waffe auf den Kopf eines anderen und traf damit auch noch einen völlig Unbeteiligten. © Mönnig (A)
Gerichtsprozess

Jugendlichen mit Waffe geschlagen: 47-Jährige zeigt Reue vor Gericht

Er wähnte den Sohn in Gefahr und schlug mit einer Waffe auf den Kopf des vermeintlichen Angreifers in Brambauer. Der 47-Jährige traf aber einen völlig Unbeteiligten. Ein Strafprozess folgte.

Am 20. Januar des vergangenen Jahres erhielt der 47-Jährige einen Notruf seines Sohnes. Der, so erfuhr der besorgte Vater, werde im Bereich der Kreuzung Waltroper Straße und Brechtener Straße von einer Person mit einem Messer bedroht – und das auch nicht zum ersten Mal.

Er eilte los, griff zuvor noch zu einer Schusswaffe, die in einer Schublade deponiert war, und befand sich nach wenigen Hundert Metern am Ort des Geschehens. Dort fragte er nicht lange nach. Er ließ sich den Jungen zeigen, vertat sich dabei jedoch augenscheinlich und schlug mit der Waffe zu.

Der Getroffene, mittlerweile 16 Jahre alt, ging zu Boden, war offenbar zunächst bewusstlos und erlitt unter anderem eine Beule am Hinterkopf.

Scham über eigene Tat

Wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz musste sich der 47-Jährige jetzt vor dem Amtsgericht verantworten. Er schämte sich sichtlich. „Was mich an dem Abend geritten hat, weiß ich bis heute nicht“, offenbarte er und fügte schuldbewusst hinzu: „Dummheit muss bestraft werden.“

Die Reue habe bei ihm schnell eingesetzt und er habe sich auch schon entschuldigt. Zudem habe er sich bereits bemüht, den Schaden gutzumachen. Bislang ohne Erfolg. Es sei keine Reaktion gekommen. Bereit sei er aber nach wie vor.

Auch nutzte er die Gelegenheit vor Gericht, noch einmal Abbitte zu leisten. Er wandte sich im Saal an den Jungen, hob entschuldigend die Hände und erklärte: „Du weißt, es tut mir von Herzen leid.“

Der Teenager zeigte Größe und nickte freundlich. Er schien dem Angeklagten das Ganze nicht mehr übel zu nehmen. Vielmehr betonte der 16-Jährige: „Das ist Vergangenheit.“

Offene Reue wirkt strafmildernd

Das offene Geständnis, die aufrichtige Reue, der Wille zur Wiedergutmachung und der Umstand, dass der 47-Jährige bislang lediglich mit einem Verkehrsdelikt in Erscheinung getreten war, wirkten sich strafmildernd aus.

Auch sprach für ihn, dass die Folgen für den Jugendlichen offenbar nicht allzu gravierend waren, das Ganze bereits länger zurücklag und er darüber hinaus der Einziehung seiner „Waffensammlung“ zustimmte.

Allerdings ließ die Richterin auf der anderen Seite auch keine Zweifel aufkommen: „Das war keine gute Idee, was da damals passiert ist.“ Natürlich sei der Vorfall „ein Ding der Unmöglichkeit“. Der Angeklagte hätte besonnener an die Sache herangehen müssen. Für den endete der Fall mit drei Monaten Haft auf Bewährung und der Auflage, 1000 Euro an den Geschädigten zu zahlen.

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