Elfriede und Ernst Beiteke haben, im Gegensatz zu vielen anderen, am Montag (25.1.) einen Impftermin bekommen. Die beiden Senioren müssen dafür insgesamt allerdings viermal ins Impfzentrum nach Unna. © Goldstein
Impftermin-Vergabe

Impfchaos in NRW: Lüner Ehepaar ärgert sich über vier Termine

Beim Start der Impftermin-Vergabe an über 80-Jährige herrschte Montag landesweit Chaos. Davon kann auch das Lüner Ehepaar Beiteke ein Lied singen. Die Senioren haben mehr Termine als gewollt.

Ernst (83) und Elfriede (85) Beiteke haben mehr oder weniger Glück gehabt: Die Senioren aus dem Lüner Stadtteil Gahmen haben am Montag (25.) – da fiel der landesweite Startschuss für die Vergabe von Impfterminen – tatsächlich Termine bekommen. Vier Stück an der Zahl. Zwei für Ernst Beiteke, zwei für Elfriede Beiteke. Das sind zwei Impftermine mehr als ihnen lieb ist.

„Das kann doch wohl nicht sein, dass wir als Ehepaar keinen gemeinsamen Termin bekommen haben. Das ist doch ein Witz. Ich bete zum lieben Gott, dass die das noch irgendwie ändern.“ Das sagte Ernst Beiteke am Dienstag (26.) im Gespräch mit unserer Redaktion. Der 83-Jährige, der in wenigen Tagen 84 Jahre alt wird, ist immer noch fassungslos über das Chaos bei der Terminvergabe am Montag.

„Zuerst hat es mein Schwiegersohn mehrere Stunden lang online versucht, einen Termin für uns zu bekommen. Das hat gar nicht geklappt“, erklärt Beiteke. Dann habe es seine Tochter Andrea, „die steht kurz vor der Rente“, telefonisch probiert und nach einer geraumen Zeit tatsächlich eine Call-Center-Mitarbeiterin an die Strippe bekommen.

Problem dabei: „Die Dame konnte noch nicht einmal richtig buchstabieren, als es um den Code ging, und überhaupt hat sie nur die Hälfte verstanden und war mit ihrer Arbeit total überfordert. Vielleicht hätte man die Frau erstmal richtig einarbeiten sollen.“

Mit dem Ergebnis, dass Beitekes Tochter Andrea zunächst zwei Termine für ihren Vater Ernst bekommen hat. Einen Erst- und einen Zweittermin, damit der Impfstoff seine ganze Schutzwirkung entfalten kann.

„Damit war das nervige Telefonat beendet und meine Tochter hat sich wieder in die Warteschleife gehängt.“ Und ist tatsächlich erneut zu einem Call-Center-Mitarbeiter durchgedrungen. „Dort hat sie zwar zwei Termine für meine Ehefrau bekommen, der Mann am anderen Ende Leitung war aber nicht in der Lage, die Termine mit denen von mir abzustimmen.“ Das bedeute, sagte Ernst Beiteke, dass „unsere Kinder uns vier Mal zum Impfzentrum nach Unna kutschieren müssen. Das sind immerhin 200 Kilometer. Das kostet ja auch Geld.“

Zu allem Überdruss, liegen die Erst- und Zweittermine jeweils eng beieinander:

Hier die ersten Impftermine für die Beitekes:

  • Elfriede: 8. Februar 2021, 17.45 Uhr (Kreissporthalle Unna)
  • Ernst : 9. Februar 2021, 15.30 Uhr (Kreissporthalle Unna)

Hier die zweiten Impftermine für die Beitekes:

  • Elfriede: 1. März 2021, 17.45 Uhr (Kreissporthalle Unna)
  • Ernst : 2. März 2021, 10.30 Uhr (Kreissporthalle Unna)

„Muss das denn wirklich sein, das ist doch die totale Fehlplanung“, hoffte Ernst Beiteke am Dienstag noch auf ein Wunder: „Vielleicht merken die das ja und melden sich noch bei uns.“

Das sagt das Düsseldorfer Gesundheitsministerium:

  • Nach Auskunft des Düsseldorfer Gesundheitsministeriums ist es grundsätzlich möglich, dass Ehepaare zeitgleich einen Impftermin über die Hotline erhalten können – im Gegensatz zum Online-Verfahren, wo dies nicht möglich ist.
  • „In solchen Fällen muss die Hotline 080011611702 für den Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, für den Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein: 080011611701 angerufen werden. Dann können gemeinsame Termine über das Callcenter ausgesucht werden“, hieß es dazu Dienstag aus dem Ministerium.
Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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Torsten Storks

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