Ein etwas unscharfes Foto zeigt Rambo, den getöteten Hund. In die Herzen seiner Besitzer hat sich sein Bild aber scharf eingebrannt. © Familie Richter
Tierquäler

Hundehasser in Lünen: Familie ist geschockt über Rambos grausamen Tod

Morgens ist Tatjana Richter mit ihren beiden Hunden auf der Halde Gassi gegangen. Am Abend lag Rambo, der Schäferhund, tot in einer Blutlache. Es gibt einen schrecklichen Zusammenhang.

Tatjana Richter wohnt mit ihrer Familie in Lünen-Süd. Jeden Morgen geht sie mit ihren beiden Hunden eine Runde über die Halde Victoria 3/4: da, wo sie und die Tiere sich auskennen, wo kein Verkehr ist und sie und andere Hundehalter ihre Vierbeiner auch mal ohne Leine laufen lassen. „Die hören aufs Wort“, versichert Tatjana Richter. An diesem Dienstagmorgen (2. 2.) braucht sie die Zwei nicht zurückzupfeifen: keine außergewöhnlichen Vorfälle – denkt die Hundehalterin. Sie sollte sich dramatisch täuschen.

Schock am Abend: „Hier ist alles voller Blut“

Mia, die Border-Collie-Hündin, und Rambo, der Schäferhund-Mix, kehren mit Tatjana Richter heim. Und alles ist wie immer. Blutstropfen auf den Fliesen beunruhigen das Frauchen der Zwei nicht. Mia ist läufig. Dass der sonst so lebhafte Rambo irgendwie schlapp wirkt, erklärt sich die Halterin mit einem möglichen Infekt, den er sich eingefangen hat. „Er hat Wasser getrunken und sich neben uns gelegt.“ Gegen Abend muss Tatjana Richter, die in der Altenpflege arbeitet, zur Arbeit. Ihr Mann bringt sie zur Bushaltestelle. Zurück bleiben der zehnjährige Sohn und die Hunde. Kein langer Weg. Darum wundert sich die Mutter, dass ihr Sohn sie auf dem Handy anruft, kaum dass sie und ihr Mann unterwegs sind. Das Kind weint. Etwas Schreckliches ist passiert.

Rambo liege auf dem Boden und alles sei voller Blut, bringt der heulende Junge hervor. Er hat nicht übertrieben. Als Tatjana Richters Mann zuhause eintrifft, sieht auch er die riesige Blutlache und das winselnde Tier, das aus Schnauze und Anus blutet. Nicht mehr lange, dann ist Rambo tot. Ein Schock für die Augenzeugen vor Ort und für Tatjana Richter auf der Arbeit. Denn niemand kann sich erklären, was passiert ist. Das klärt sich erst später beim Tierarzt.

Für eine rettende Behandlung ist es zu spät. Das weiß der Schwiegersohn von Tatjana Richters Schwester. Er hatte sich sofort auf den Weg gemacht, um den erst eineinhalbjährigen Familienhund zum Notdienst zu bringen. Schließlich konnte der verstörte kleine Junge nicht alleine zuhause bleiben. Als er eintrifft, rührt Rambo sich schon nicht mehr. Der Verwandte fährt trotzdem – und erfährt von dem Tierarzt die schreckliche Diagnose: Rasierklingen haben Rambo die Eingeweide aufgeschnitten. Der Hund muss einen entsprechend präparierten Köder am Morgen gefressen haben: kein Einzelfall.

Tierschutzverein erkennt einen Anstieg der Fälle

Ob mit Klingen und Nägeln präparierte Köder oder auch Giftköder: „So etwas auszulegen, hat auf jeden Fall zugenommen“, sagt Gabriele Beyer vom Dortmunder Tierschutzverein Arche 90, auch ohne konkrete Zahlen nennen zu können. Ob aus Ärger über Kothaufen, aus Freude am Tiere quälen oder nur aus krankem Machtgefühl: „Es sind kranke Menschen, die so etwas tun.“ Nicht nur, weil sie Tieren und ihren Haltern enormes Leid antun. „Diese Köder können ja auch für spielende Kinder zur Gefahr werden.“

„Sollte ein Hund oder eine Katze einen Giftköder oder auch einen mit Scherben oder Rasierklingen präparierten Köder gefressen haben, dann handelt es sich hierbei um eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz“, sagt Alexander Dziedeck, Sprecher der Stadt Lünen. Sein Appell: „Unbedingt die Polizei einschalten.“ Das hatte Tatjana Richter erst nicht vor. Da passiere doch sowieso nichts, meinte sie zunächst. Am Freitag geht sie schließlich doch zur Polizei. Wenn es nur eine kleine Wahrscheinlichkeit gebe, die Verursacher zur Verantwortung zu ziehen, will sie die nutzen. Der Schock, den sie erlitten haben, solle sich nicht wiederholen. Und tut es doch.

Am 18. Januar hatte eine Katze im Seepark in Horstmar ausgelegtes Gift gefressen. nur mit viel Glück hat sie in der Tierklinik Recklinghausen überlebt.

Über die Autorin
Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe

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