Der Spielplatz "Auf dem Kelm" ist beliebt - offenbar zu beliebt: Die Stadt Lünen will wegen Beschwerden über Lärmbelästigung die Streetballanlage zurückbauen. © Goldstein
Lärm-Zoff

GFL stellt Antrag auf Erhalt des Spielplatzes „Auf dem Kelm“

Die GFL hat die Initiative ergriffen und einen Antrag formuliert, nach dem der Spielplatz „Auf dem Kelm“ erhalten bleiben soll. Dabei helfen könnte ein Runderlass des NRW-Innenministeriums.

Nachdem SPD, CDU, Grüne, GFL und FDP sowohl im Jugendhilfeausschuss als auch im Haupt- und Finanzausschuss (als Ersatz für den Stadtrat) den von der Verwaltung geplanten Rückbau des Streetball-Feldes auf dem Kelm verhindert hatten, geht die GFL nun in die Offensive. Die Partei fordert in einem Antrag an die entsprechenden Gremien den Erhalt des Spielplatzes in seiner jetzigen Form.

Anwohner hatten sich mehrmals beschwert, dass das Streetball-Feld nicht von Kindern, sondern von Jugendlichen genutzt würde – und zwar auch deutlich nach 21 Uhr. Kontrollen im Sommer 2020 hatten allerdings nur drei Verstöße festgestellt. Wobei die Anwohner auch diese Kontrollen angezweifelt hatten: Das Ordnungsamt sei meistens nur dann vor Ort, wenn ohnehin nichts los sei, lautete ein Vorwurf.

Die Verwaltung wollte das Streetball-Feld nun zurückbauen und die Entwicklung beobachten – zum Unverständnis der Politik, die jedoch in diesem Fall nicht mitentscheiden konnte. Die einzige Möglichkeit, Einfluss zu nehmen, wäre ein Heraufsetzen des maximalen Alters für die Nutzung der Anlage, das derzeit mit 14 Jahren angegeben ist. Aufgrund des massiven politischen Protestes sicherte die Verwaltung zu, bis zur endgültigen Klärung das Streetball-Feld unangetastet zu lassen.

Fläche könnte allen Altersstufen dienen

Und genau dabei soll es auch bleiben, findet die GFL-Ratsfraktion. „Das Areal Auf dem Kelm dient seit Jahrzehnten als Spielfläche“, sagt Kunibert Kampmann, „die Fläche hat seit jeher eine zentrale Funktion im Ortsteil gehabt. Und sie wurde von allen Altersstufen genutzt.“ Laut Kampmann hat der Spielbereich Auf dem Kelm eine „zentrale Versorgungsfunktion für den Ortsteil“. Damit falle die Fläche klar in die Kategorie A eines entsprechenden Runderlasses des NRW-Innenministeriums. Danach diene die Fläche allen Altersstufen, „auch für Erwachsene“, heißt es wörtlich in dem Erlass.

Allerdings habe die Stadt im Mai 2018 eine „ordnungsrechtliche Verfügung“ verhängt. „Dieses Ortsrecht schränkt den NRW-Erlass zu den Spielflächen in Teilen ein“, so Kampmann. „Deshalb möchte die GFL das Lüner Ordnungsortsrecht dahingehend ändern, dass Spielbereiche gemäß dem Runderlass des Landes genutzt werden können.“ Dann könnten Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Fläche Auf dem Kelm nutzen dürfen – und zwar bis 21 Uhr. Die Anwohner hatten für diesen Fall schon angekündigt, den juristischen Weg beschreiten zu wollen.

Die Politik zeigt sich davon unbeeindruckt. Zwar habe die GFL ein gewisses Verständnis für jene Anwohner, die sich über Lärm beklagen, sagt Kampmann. „Das ist aber in Grenzen hinzunehmen. Kinder und Jugendliche müssen spielen, toben und schreien dürfen. Das gehört nunmal zum Leben.“

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Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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