Der Angeklagte hat die Zahlung von 17.500 Euro Schmerzensgeld angekündigt. © Martin von Braunschweig
Landgericht Dortmund

Bewährungsstrafe nach Vergewaltigung am Hundeplatz in Niederaden

Im Prozess um die Vergewaltigung einer Frau am Hundeplatz des MV Westick in Niederaden hat das Landgericht das Urteil gesprochen. Zuvor hatte der Angeklagte nicht nur ein Geständnis abgelegt.

Schon am ersten Verhandlungstag im Dortmunder Landgericht hatte der Angeklagte seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem Gericht signalisiert und um ein sogenanntes Rechtsgespräch gebeten. Außerhalb der öffentlichen Verhandlung sollte darin erörtert werden, wie man das Verfahren möglichst schnell über die Bühne bringen könnte.

Das oberste Ziel aller Beteiligten schien das zu sein: Der vergewaltigen Frau sollte unbedingt die Aussage vor Gericht erspart werden. Sie war bereits vor vielen Jahren schon einmal Opfer einer Sexualstraftat geworden. Eine neuerliche Konfrontation mit dem Geschehen und mit dem Angeklagten hätte für ihre Psyche kaum absehbare negative Folgen haben können.

Schmerzensgeld angeboten

Am Freitag legte der Angeklagte deshalb nicht nur das dafür erforderliche Geständnis ab, sondern ging noch einen Schritt weiter. Er bot der Frau die Zahlung von Schmerzensgeld in Höhe von 17.500 Euro an. Damit war der Weg für einen sogenannten Täter-Opfer-Ausgleich frei.

Dieser besagt, dass die Strafe gemildert wird, wenn der Täter sich ernsthaft um eine Wiedergutmachung des Schadens bemüht. Das Gericht honorierte das Vorgehen des Angeklagten schließlich mit einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Dieselbe Strafe hatte auch die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer beantragt.

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