Voller Stolz präsentiert der Brambauer Hobbykünstler Hans-Martin Gragoll (80 Jahre) seine Exponate aus selbsterstellter Stickerei. © Foto: Michael Blandowski
Ungewöhnliches Hobby

Besonderes Hobby Sticken: Drei Jahre für die Mona Lisa

Hans-Martin Gragoll aus Brambauer hat ein eher ungewöhnliches Hobby. Er liebt Sticken. Entstanden sind dabei unter anderem Stickbilder der Mona Lisa oder des Abendmahls. Doch die benötigen Zeit.

Großes Talent, eine ruhige Hand bis ins hohe Alter, ausreichend Zeit und viel Phantasie. Dazu Nadel, Faden, verschiedene Farben, ein Rahmen mit Leinen sowie ein Foto oder Portrait dienen als Grundlage. Zusätzlich eine Portion Leidenschaft und Akribie lassen ein wildes Puzzle zu einem perfekten Gesamtbild verschmelzen.

Der Brambaueraner Hans-Martin Gragoll ist ein Künstler mit einem außergewöhnlichen Hobby, der Stickerei. Zuvor hielt Aquarellmalerei den Rentner bei Laune.

„Bereits in der Schule im brandenburgischen Fürstenberg an der Havel war ich ein guter Maler und Zeichner. Damit war sozusagen für mein späteres Hobby der Grundstein gelegt. Als meine frühere Ehefrau Brigitte viel genäht und gestickt hatte, habe ich ihr einfach über die Schulter geschaut und mir die Dinge angeeignet“, so Hans-Martin Gragoll rückblickend.

Petit-Point Stickerei

Anstelle des traditionellen und üblichen Kreuzstichs hat sich der frühere Montagearbeiter im Glasbau die sogenannte „Petit-Point“ Stickerei, umgangssprachlich auch „persischer Stich“, angeeignet.

„Es gibt nicht viele Männer, welche sich das Sticken als Hobby ausgesucht haben. Aber auch die Aquarellmalerei gehört zu meinem Steckenpferd. Beides bis ins hohe Alter“, so der heute 80-jährige Rentner.

Sechs Jahre für die Nachbildung des Abendmahls

Insgesamt sieben Aquamalerei- und 19 Stickereibilder sind in der Wohnung von Hans-Martin Gragoll zu finden. Das Abendmahl, die Mona Lisa, ein Selbst-Portrait des Brambauer Hobbykünstlers, ein Bild von Tochter Tonja-Bettina oder die Künstlerfreundin Elina seien beispielhaft aus der Wohnzimmerbildergalerie zu nennen.

Hans-Martin Gragoll überträgt Fotos auf den Stickerei-Rahmen.
Hans-Martin Gragoll überträgt Fotos auf den Stickerei-Rahmen. © Foto: Michael Blandowski © Foto: Michael Blandowski

„Für mein Bild der Mona Lisa habe ich fast drei Jahre gebraucht, für das Abendmahl sogar sechs Jahre, bis es letztendlich fertig war“, erklärte Hans-Martin Gragoll während einer Bildergaleriepräsentation die Entstehungsgeschichte seines Portfolios.

2600 Arbeitsstunden für die Mona Lisa

Schätzungsweise mit 408 Stichen auf dem Quadratzentimeter startet jedes neues Exemplar. Insgesamt 502.670 Stiche und circa 2.600 Arbeitsstunden entfielen auf das Stickerei-Motiv der „Mona Lisa“. Ein wichtiges Instrument bei der Arbeit ist für ihn seine Vergrößerungslupe.

„Auch jetzt, zwanzig Jahre nach meinem Eintritt in die Altersrente sitze ich fast jeden Abend hier auf der Couch und fange an zu sticken. Das Hobby wirkt auf mich einfach beruhigend und lässt mich entspannen“, so Hans-Martin Gragoll.

In früheren Jahren sowie abseits von Nadel und Faden hat der gebürtige Ostdeutsche auch schon Teppiche geknüpft. Ebenso gehört das Fahrradfahren mit einem nostalgischen Rennrad zu einer weiteren Leidenschaft von Hans-Martin Gragoll.

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Redaktion Lünen
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