Unter anderem war der 60-Jährige angeklagt, weil er mit dem Roller auf der Brambauerstraße ohne Führerschein erwischt worden war. © Werner Gärtner (A)
Gericht

Beleidigung und Fahren ohne Führerschein bringt Lüner vor Gericht – erneut

Weil er eine Polizistin beleidigt hatte, saß ein Lüner jetzt auf der Anklagebank. Auch wurde er beim Fahren ohne Führerschein erwischt, erneut. Seit 1975 beschäftigt der Mann die Gerichte.

Ein Polizeieinsatz wegen Ruhestörung war für einen Lüner Anlass genug, eine Beamtin zu beleidigen. Auch wurde der 60-Jährige wieder einmal bei einer Fahrt ohne Fahrerlaubnis erwischt. Das brachte ihn nun erneut auf die Anklagebank.

Seit 1975 beschäftigt der Mann aus Lünen die Gerichte. 27 Eintragungen befinden sich in seinem Strafregister – darunter auch Fahren ohne Fahrerlaubnis und Beleidigung. Mehrfach saß der 60-Jährige bereits im Gefängnis. Und doch trat er im vergangenen Sommer erneut in Erscheinung – und das gleich in zwei Fällen.

Zunächst fiel er am frühen Nachmittag des 12. Juni auf, als er mit einem Roller deutlich zu schnell auf der Brambauer Straße unterwegs war. Für die „rasante“ Fahrt hätte er einen Führerschein benötigt – und den besaß er nach wie vor nicht.

Zum zweiten Zwischenfall kam es in der Nacht auf den 9. Juli. Als ihn eine Polizeibeamtin bei einem Einsatz in seiner Wohnung ermahnte, die nächtliche Ruhe nicht weiter zu stören, betitelte er sie als „blöde Kuh“.

Keine Erinnerung an Beleidigung

Den verbalen Tiefschlag wollte der Lüner nun im Prozess vor dem Amtsgericht nicht in Abrede stellen. Nur erinnern könne er sich nicht. „Das könnte sein. Ich war sehr stark angetrunken“, bekundete der 60-Jährige und fügte hinzu, seinen vorausgegangenen Geburtstag noch etwas gefeiert zu haben.

„Das kann mir so rausgerutscht sein. Das ist möglich. Wenn sie sagt, ich habe das getan, dann tut es mir leid.“ So etwas passiere nun mal. Kurz darauf nutzte er die Chance, sich bei der Beamtin persönlich zu entschuldigen.

Ohne Führerschein zu schnell unterwegs

Was die verbotene Fahrt mit dem Roller betraf, zeigte er sich allerdings deutlich uneinsichtiger. Er sei bei der Gelegenheit maximal 35 Stundenkilometer schnell gewesen. Dabei verkannte er, obwohl er es dank seiner einschlägigen Vergangenheit mittlerweile besser wissen sollte, dass er höchsten mit Tempo 25 hätte unterwegs sein dürfen.

Die Richterin verhalf seiner Erinnerung trocken auf die Sprünge: „35 sind im Übrigen auch zu viel.“ Generell beteuerte der Lüner aber, dass es in keiner Weise Wiederholungsgefahr gebe. Aus gesundheitlichen Gründen könne er nun nicht mehr auf einem Roller sitzen und auch das Thema Alkohol sei deshalb vom Tisch.

Die guten Vorsätze und der Umstand, dass er bei der Polizistin im Gerichtssaal Abbitte leistete, sprachen für den Angeklagten. Indes strafschärfend mussten sich die zahllosen Vorstrafen, die Hafterfahrungen und das Rückfalltempo auswirken. Für den Lüner endete die Sache mit vier Monaten Haft auf Bewährung und einem Monat Fahrverbot. Diese Strafe akzeptierte der 60-Jährige postwendend: „Wir können das hier kurz machen. Ich nehme es an und fertig.“

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