Verlässt Ende des Jahres Lünen-Wethmar: Hausarzt Christoph Cramer. © Günther Goldstein
Hausärzte in Lünen

Bekannter Arzt verlässt Lünen: Vorfreude auf neue Herausforderung

Als Hausarzt hat er 19 Jahre seine Patienten in Lünen-Wethmar versorgt. Jetzt nimmt Christoph Cramer eine neue Herausforderung in Dortmund an. Er gehe wehmütig, freue sich aber auch auf Neues.

Jeder Tag sei anders. Das gefällt Hausarzt Christoph Cramer an seiner Arbeit. Gemeinsam mit Dr. Konrad Reimann betreut er in der Praxis an der Willi-Melchers-Straße 15 in Wethmar die Patienten, inzwischen seit 19 Jahren. Jetzt sei es Zeit, noch einmal eine neue, berufliche Herausforderung anzunehmen, sagt der 53-Jährige. Ab Januar wird er in der Diabetologischen Schwerpunktpraxis an der Kampstraße in Dortmund die Nachfolge von Bernhard von der Ecken antreten und gemeinsam mit Dres. Klaus und Christian Busch tätig sein. Lünen verlasse er „wehmütig“. Es sei gerne täglich in die Praxis gefahren, die Arbeit mit den Patienten habe ihm gut gefallen, doch jetzt freue er sich auf etwas Neues.

Der Facharzt für Allgemeinmedizin ist zugleich Diabetologe. In Dortmund wird er sich darauf spezialisieren.

Praxis Reimann sucht Verstärkung

In Lübeck hat Cramer Medizin studiert, bevor er im St. Josefs-Hospital Bochum und im St.-Marien-Hospital Lünen tätig war. 2001 wechselte er in die Praxis nach Wethmar. Cramer nimmt seinen Arztsitz mit nach Dortmund, die Praxis Reimann sucht nun nach weiterer Verstärkung.

Junge Hausärzte zu finden, ist nicht einfach. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) spricht im Mittelbereich Lünen, zu dem Lünen und Selm gehören, von 6,5 freien Niederlassungsmöglichkeiten für Hausärzte. Trotz dieser freien Stellen liege der hausärztliche Versorgungsgrad aktuell bei genau 100 Prozent. „Die Versorgung mit Hausärzten im Mittelbereich Lünen ist damit als derzeit stabil zu bezeichnen“, teilt Vanessa Pudlo, Sprecherin der KVWL auf Anfrage der Redaktion mit. 62 Hausärzte sind in Lünen und Selm tätig.

6,5 freie Hausarztstellen in Lünen

Ihre Angaben basieren auf Daten des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen von November 2020. Von 100 Prozent Versorgung wird dann gesprochen, wenn die Relation von Hausarzt und Patienten den gesetzlichen Vorgaben entspricht. In Lünen und Selm könnten Hausärzte noch 6,5 Stellen besetzen, bevor der Bereich wegen Überversorgung gesperrt würde.

Noch vor zwei Jahren sah die Situation anders aus: Damals lag der Versorgungsgrad bei 107,8 Prozent. Rein statistisch galten damals Lünen und Selm als überversorgt mit Hausärzten. Doch der demographische Wandel macht auch vor Hausärzten nicht halt. Ein nicht unerheblicher Teil der Lüner Mediziner wird sich bald in den Ruhestand verabschieden.

Auch im Bereich der allgemeinen Fachärzte gibt es noch Niederlassungsmöglichkeiten. Die KVWL nennt einen halben Arztsitz im Bereich der Kinderheilkunde, 1,5 Arztsitze bei den Nervenärzten und 3 freie Sitze bei den ärztlichen Psychotherapeuten.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
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Magdalene Quiring-Lategahn

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