An der Borker Straße 118 wurde am Dienstag (8.6.) mit dem Abriss des ehemaligen Firmengebäudes des Elektro-Unternehmens Laschinski begonnen. Elektro Laschinski hat an der Hüttenallee neu gebaut. © Günther Goldstein
Bauprojekte

Abriss an der Borker Straße in Lünen: Investor hat am Standort neue Pläne

Der ehemalige Firmensitz der Elektrofirma Laschinski an der Borker Straße 118 wird abgerissen. Für den Standort in Nordlünen gibt es neue Pläne. Ein Projektentwickler will investieren.

Wenn in diesen Tagen die Gebäude an der Borker Straße 118 abgerissen werden, gehen fast 40 Jahre Firmengeschichte an diesem Standort zu Ende. Zwischen 1982 und 2018 hatte die Firma Elektro Laschinski dort ihren Firmensitz und die Inhaber ihr Wohnhaus. Mittlerweile ist das Unternehmen umgezogen: An der Hüttenallee konnte der Betrieb erweitert werden.

Die Firmengeschichte von Elektro Laschinski hatte 1977 in einer Garage an der Augustin-Wibbelt-Straße begonnen. 1982 verlegten die Laschinskis ihren Firmen- und Wohnsitz auf das etwa 2300 Quadratmeter große Gelände an der Borker Straße. Als der Inhaber verstarb, kaufte Thorsten Redeker 2012 die Firma. Er hatte bereits ein Elektrounternehmen mit Standorten in Hattingen und Dortmund. In Lünen führte er die Firma mit dem Namen Laschinski an der Borker Straße weiter. Bis 2018. Dann bekam Redeker den Zuschlag für ein Baugrundstück auf dem ehemaligen Westfalia-Gelände an der Hüttenallee. „Das war genau die richtige Entscheidung“, so Thorsten Redeker. Mit so viel mehr Patz konnten wir die Corona-Zeit gut überstehen.“ Auf dem 4260 Quadratmeter großen neuen Gelände hätten Maßnahmen wie Einbahnstraßenregelungen oder das Einhalten der Mindestabstände gut umgesetzt werden können. „Mit dem wenigen Platz an der Borker Straße wäre das schwierig geworden und wir hätten Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken müssen“, berichtet Redeker.

Während das Nachbargebäude abgerissen wird, bleibt die Druckerei Dörpholz bestehen.
Während das Nachbargebäude abgerissen wird, bleibt die Druckerei Dörpholz bestehen. © Günther Goldstein © Günther Goldstein


Redeker nutzte an der Borker Straße lediglich noch eine Lagerhalle. Die hatte ausgedient, als der Bau einer neuen an der Hüttenallee im November 2020 fertig gestellt wurde. Das Wohnhaus auf dem hinteren Geländeteil hatten bis vor kurzem noch Mitglieder der Familie Laschinski bewohnt. Doch auch sie sind nun ausgezogen.

Baugenehmigung für Mutter-Kind-Haus

Jetzt erfolgte der Abriss. Die benachbarte Druckerei Dörpholz bleibt von den Abrissarbeiten unbehelligt. „Die Stadt Lünen hat dem Projektentwickler IPM Bottmer im Rahmen eines Baugenehmigungsverfahrens im Dezember 2020 eine Baugenehmigung für den Bau eines Mutter-Kind-Hauses an der Borker Straße 118 erteilt“, erklärt Benedikt Spangardt, Sprecher der Stadt Lünen, auf Anfrage der Redaktion.

Weitere Informationen lägen der Stadt nicht vor. Auch das Landesjugendamt, das unter dem Dach des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) fungiert, habe keine Kenntnisse von der geplanten Einrichtung. „Wir wissen von nichts“, sagt LWL-Sprecher Markus Fischer auf Anfrage. „Noch haben wir für diese Einrichtung keine Betriebserlaubnis erteilt.“ Die ist zwar für den Betrieb des Hauses nötig, habe aber noch Zeit. Allerdings sei es praktisch, so Fischer, sich diese vor dem Bau des Hauses einzuholen, damit der Bauherr die Auflagen zum Beispiel für die Zimmeraufteilung berücksichtigen könne. „Wir wissen nur, dass es keine Einrichtung des LWL sein wird“, sagt Fischer. Der Projektentwickler IPM Bottmer war für genauere Auskünfte nicht zu erreichen.

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In und um Stuttgart aufgewachsen, in Mittelhessen Studienjahre verbracht und schließlich im Ruhrgebiet gestrandet treibt Kristina Gerstenmaier vor allem eine ausgeprägte Neugier. Im Lokalen wird die am besten befriedigt, findet sie.
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Kristina Gerstenmaier

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