Ein erneuter Saisonabbruch könnte den Aufstiegsambitionen der SG Gahmen zum Verhängnis werden. © Patrick Schröer
Fußball

Wieder kein Aufstieg für die SG Gahmen? „Weiteres Jahr in der Kreisliga wäre schrecklich“

Der Aufstiegs-Traum der SG Gahmen droht nun schon zum zweiten Mal in Folge zu scheitern. Eine „katastrophale“ Situation für den Trainer, der deshalb sogar einen Alternativ-Vorschlag ins Spiel bringt.

Es soll nach oben gehen und wenn möglich lieber heute als morgen – dass die SG Gahmen seit langer Zeit vom Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga träumt, ist kein großes Geheimnis. Bereits in der vergangenen Spielzeit machte die Corona-Pandemie den Gahmenern einen Strich durch die Rechnung.

Nachdem die Mannschaft von Trainer Bülent Kara im letzten Jahr zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs auf dem zweiten Tabellenplatz lag und auch ein Einspruch gegen die vollzogene Saisonwertung keinen Erfolg brachte, musste die SG in dieser Spielzeit unweigerlich einen neuen Angriff auf die Bezirksliga starten.

Und die ersten Saisonspiele waren vielversprechend. Fünf Spiele, fünf Siege und 18:1 Tore stehen momentan zu Buche. Die Aufstiegschancen waren selten besser, doch ob die aktuelle Spielzeit überhaupt noch einmal aufgenommen werden kann, ist unklar. Das hat allerdings schon jetzt deutliche Folgen für die Zukunftsplanungen des A-Ligisten.

Realistische Chancen auf den Aufstieg

„Möglicherweise wieder nicht aufzusteigen wäre für den Verein, die Mannschaft und auch mich als Trainer natürlich katastrophal. Die Spieler hätten es einfach verdient und deshalb hoffen wir, dass die Saison noch irgendwie ordentlich beendet werden kann“, so Trainer Bülent Kara.

SG-Trainer Bülent Kara bringt eine mögliche Wildcard für den Aufstieg ins Spiel.
SG-Trainer Bülent Kara bringt eine mögliche Wildcard für den Aufstieg ins Spiel. © Günther Goldstein © Günther Goldstein

Natürlich stehe die Gesundheit an erster Stelle und man sei sich auch bewusst, dass der Amateurfußball nicht die höchste Priorität habe, „aber aus sportlicher Sicht wäre es unglaublich traurig, wenn wir tatsächlich einen dritten Anlauf nehmen müssten“, betont Kara.

Vor allem die Tatsache, dass die SG aufgrund des beinahe makellosen Saisonstarts und der vorhandenen Qualität im Kader absolut realistische Chancen auf den Aufstieg habe, mache es deutlich schwerer, sich mit dem Gedanken an einen Abbruch der Saison anzufreunden. „Ich bin mir sicher, dass wir den Aufstieg packen würden und wir haben auch noch einen Funken Hoffnung. Noch eine Saison in der A-Liga wäre wirklich schrecklich“, erklärt der SG-Trainer.

Wildcard als mögliche Alternative?

Unterdessen führt der ungewisse Umgang mit der laufenden Spielzeit auch zu Problemen bei der Kaderplanung, muss die SG doch sowohl für den Verbleib in der A- als auch einen eventuellen Aufstieg in die Bezirksliga gewappnet sein. Laut Kara verfüge man derzeit über einen Kader, „der auf jeden Fall auch in der Bezirksliga bestehen könnte. Es wird aber brutal hart, jetzt für beide möglichen Szenarien zu planen, weil die Spieler sicherlich auch gerne wissen würden, wo es nächste Saison hingeht.“

Sollte die aktuelle Spielzeit jedoch mit dem jetzigen Stand abgebrochen werden, bringt der SG-Trainer eine andere Überlegung ins Spiel. Und zwar eine Wildcard. „Man könnte mit einer Wildcard Mannschaften unterstützen, die augenscheinlich das Potenzial haben, in einer höheren Liga zu spielen. Ansonsten würden diese Teams wieder benachteiligt“, so der Übungsleiter.

Wie genau ein solches Vorgehen in die Praxis umgesetzt werden könne, müsse man angesichts der Probleme, die dann möglicherweise bei der Einteilung der Ligen entstehen, grundlegend diskutieren. „Wir wollen natürlich nichts geschenkt bekommen“, betont Kara, „aber die Mannschaften, die normalerweise absteigen würden, profitieren von der aktuellen Situation und dann ist es doch okay, auch über mögliche Alternativen für den Aufstieg zu sprechen.“

Über den Autor
Redakteur
Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul

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