Der Wechsel von Michel Josch zum BV Lünen kam für viele Beteiligte durchaus überraschend. © Timo Janisch
Fußball

Vom Torwart zum Stoßstürmer: „Man will auch vorne mal wieder ein paar Hütten schießen“

Keeper Michel Josch wechselt vom Lüner SV in die B-Liga. Doch der 27-Jährige wird demnächst nicht nur gleich vier Klassen tiefer auflaufen, sondern künftig auch als Stürmer agieren.

Dass sich ein Stürmer gelegentlich schon einmal das Torwarttrikot überstreifen muss, kommt selbst im Profifußball vor. Man denke nur zurück an Jan Koller, der sich im Jahr 2002 kurzerhand im Tor von Borussia Dortmund wiederfand. Ein Torwart, der allerdings zum Stoßstürmer umschult, ist ausgenommen von Standardsituationen schon eine Seltenheit.

Eben jenen Weg geht in Zukunft aber Michel Josch. Der Keeper, der seit 2014 beim Lüner SV zwischen den Pfosten stand und zuletzt auch regelmäßig in der Westfalenliga zum Einsatz kam, will ab Sommer bei der Reserve des BV Lünen seine Torjägerqualitäten unter Beweis stellen.

Michel Josch hatte zuletzt zahlreiche Angebote

„Der Wechsel zum BV hat vor allem berufliche Gründe. Ich möchte bei der Bundeswehr noch eine weitere Laufbahn einschlagen und kann deshalb nicht regelmäßig trainieren. Das kann man sich im höheren Amateurfußball aber nicht erlauben“, erklärt Josch die Hintergründe seines Wechsels.

Obwohl der 27-jährige Schlussmann in den vergangenen Wochen mehrere Angebote aus der Bezirks-, Landes- und Westfalenliga erhalten habe, sei die Entscheidung letztlich auf die zweite Mannschaft des BV Lünen gefallen. Neben der beruflichen Perspektive habe vor allem auch der Wunsch, mit seinen Freunden Marcel Büscher und Sascha Ziervogel gemeinsam auf dem Platz zu stehen, eine große Rolle gespielt.

Im Tor wird der 27-jährige Josch in Zukunft erst einmal nicht mehr zum Einsatz kommen.
Im Tor wird der 27-jährige Josch in Zukunft erst einmal nicht mehr zum Einsatz kommen. © Günther Goldstein © Günther Goldstein

„Wenn das nicht in der kommenden Saison funktioniert hätte, dann hätte es wohl nie geklappt. Deshalb freut mich das natürlich“, so Josch, der zeitgleich betont, dass sein Abgang nichts mit dem bevorstehenden Umbruch beim Lüner SV zu tun habe. „Ich hatte viele schöne Jahre beim LSV und immer einen gesunden Konkurrenzkampf im Tor“, so der 27-Jährige. „Dafür bin ich dem Verein sehr dankbar.“

Josch hätte sich auch Verbleib beim Lüner SV vorstellen können

Grundsätzlich habe er sich auch eine weitere Saison in der Westfalenliga vorstellen können, die berufliche Situation gehe schlussendlich allerdings vor. Gleichzeitig ermöglicht ihm der Wechsel zudem auch noch eine gänzlich andere Perspektive. „Ich habe im Sturm mit dem Fußballspielen angefangen und nach 15 Jahren im Tor hat man auch mal wieder Lust vorne ein paar Hütten zu schießen“, erklärt Josch.

Aus diesem Grund sei geplant, dass er in der B-Liga insbesondere als Stürmer zum Einsatz kommt. In die Mülltonne wandern die Torwarthandschuhe dem Noch-Keeper zufolge jedoch keineswegs: „Ich werde in erster Linie im Feld spielen, aber wenn dann mal irgendwann Not am Mann ist, kann ich im Tor natürlich aushelfen.“

Über den Autor
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Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul
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