Für die Volleyballerinnen des Lüner SV ist die aktuelle Saison ab sofort offiziell beendet. © Günther Goldstein
Amateursport

Volleyball-Saison offiziell abgebrochen: „Wird schwer, die aktiven Spieler zu halten“

Der Westdeutsche Volleyball-Verband (WVV) hat die unterbrochene Spielzeit jetzt offiziell gestrichen. Davon ausgenommen ist bislang der Juniorenbereich, trotzdem drohen ernste Auswirkungen.

Es war keine einfache Entscheidung, die der Westdeutsche Volleyballverband da in der vergangenen Woche getroffen hat. Dennoch sahen die Verantwortlichen keine andere Möglichkeit, als die bislang lediglich pausierte Spielzeit von der Kreisklasse bis zur Oberliga nun gänzlich abzubrechen. Während es für den Juniorenbereich noch letzte Hoffnungen gibt, bereitet die ungewisse Zukunft den Lüner Vereinen durchaus Sorgen.

Es wird keine Auf- und Absteiger geben

Für die Volleyballer in Lünen ist die Entscheidung trotz möglicher Folgen absolut nachvollziehbar. „Der Abbruch der Saison war zu erwarten“, betont der Volleyball-Vorstand des Lüner SV Dirk Hartmann. „Es ist nachvollziehbar und unausweichlich. Trotzdem ist der Wegfall des sportlichen Wettkampfs als Kern- und Hauptantrieb eines jeden Sportlers bedauerlich.“

Eine Konsequenz des Saisonabbruchs ist unter anderem, dass es keine Auf- und Absteiger in den jeweiligen Ligen geben wird. Nur Mannschaften, die bereits zurückgezogen haben, werden demnach als Absteiger gewertet. Wie der WVV außerdem bekannt gab, werden auch die Wettbewerbe um die Bezirkspokale sowie der WVV-Pokal gestrichen.

Ein Vorgehen, mit dem auch Elisabeth Reinkober von der Volleyballabteilung des DJK SuS Brambauer gerechnet hat. „Selbst wenn jetzt irgendwelche Lockerungen erlaubt werden sollten, sind die Hallen-, Mannschafts- und Kontaktsportler die Letzten, die meiner Meinung nach wieder ihrem Sport nachgehen können“, so Reinkober.

Sorge vor möglichem Mitgliederschwund

Anders als bei den Senioren hat der WVV bei den Junioren allerdings noch keine endgültige Entscheidung zum Umgang mit der aktuellen Spielzeit gefällt. Hier bleiben letzte Hoffnungen auf eine Fortsetzung bestehen. „Der Jugendspielbetrieb bleibt ausgesetzt. Sobald Lockerungen einen Trainings- und Spielbetrieb wieder erlauben, wird der Jugendspielausschuss für die dann noch interessierten Mannschaften Vergleichswettkämpfe anbieten“, heißt es auf der WVV-Homepage.

Dirk Hartmann geht demzufolge keineswegs von einem normalen Fortgang der Saison aus. „Insbesondere für die Jugendlichen werden deshalb großartige Erfahrungen wie die Westdeutsche und die Deutsche Meisterschaft in diesem Jahr unwiderruflich fehlen.“ Das könnte durchaus zu einem Problem werden.

Grundsätzliche Folgen befürchtet indes auch Elisabeth Reinkober: „Es wird ganz schön schwierig, die Aktiven wieder für den Sport zu begeistern beziehungsweise sie im Verein zu halten“, so die Fachschaftsleiterin. Eine Sorge, die angesichts der momentanen Ausnahmesituation, viele Sportvereine umtreibt.

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Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul

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