Felix Rudolf (M.) wird den Lüner SV nach zwei Jahren im Sommer verlassen und künftig für den A-Kreisligisten VfL Kamen auflaufen. © Jürgen Weitzel
Fußball

VfL-Zugang Felix Rudolf hatte Hoffnung, doch: „der Zug als Profifußballer ist abgefahren“

Sie kommen aus der Ober- und Westfalenliga zum A-Kreisligisten VfL Kamen. Der jüngste Neuzugang ging sogar eigens „auf Schalke“ in die Schule, die Leroy Sané und Leon Goretzka besuchten.

Viele Fußball-Fans staunen meist nicht schlecht, wenn ein Kicker aus der Oberliga in die Kreisliga A wechselt. Vor allem beim A-Kreisligisten VfL Kamen kam das jüngst nicht nur einmal vor. Mirco Gohr kommt vom Holzwickeder SC ins Jahnstadion, Torhüter Joel Kiranyaz spielte zuletzt bei der Hammer SpVg. Auch Andre Born (IG Bönen) verfügt über Erfahrung aus der westfälischen Spitzenklasse. Und auch der jüngste Neuzugang Felix Rudolf hat zweifelsohne das Zeug dazu.

Der 22-Jährige wechselt im Sommer vom Westfalenligisten Lüner SV – auch der hat sich die Oberliga zum Ziel gesetzt – allerdings einige Etagen tiefer zum VfL Kamen. „Ich habe mich beim Lüner SV auch pudelwohl gefühlt und wollte eigentlich gar nicht weg“, erklärt der Oberadener, der dann allerdings einen Anruf von seinem ehemaligen Mitspieler Mehmet Kara erhielt.

Zusammen mit Mehmet Kara in einem Team gespielt

„Ich kenne Memo aus Oberaden und habe mit ihm auch zusammen beim Lüner SV gespielt. Wir sind gut bekannt“, sagt Rudolf. Der Ex-Profi überzeugte den talentierten Verteidiger vom Wechsel ins Jahnstadion. „Ich habe mir alles angehört und alles angesehen, die Ziele haben mich überzeugt“, gab er dann auch das endgültige Okay.

Felix Rudolf kommt im Sommer vom Westfalenligisten Lüner SV zum VfL Kamen.
Felix Rudolf kommt im Sommer vom Westfalenligisten Lüner SV zum VfL Kamen. © VfL © VfL

Vor allem die berufliche Zukunft war für diesen Schritt am Ende ausschlaggebend. Als Garten- und Landschaftsbauer übernimmt Rudolf im Sommer eine Tätigkeit im Büro seines Vaters in Dortmund. „Ich habe vor einigen Jahren, nachdem ich aus der A-Jugend-Bundesliga gekommen bin, festgestellt, dass der Zug als Profifußballer ist für mich abgefahren ist“, teilt Felix Rudolf ganz bodenständig mit. Beim VfL Kamen wird drei Mal pro Woche trainiert, was gut mit dem Job zu vereinbaren sei.

Felix Rudolf hatte gutes Gespräch mit Axel Schmeing

Dafür nimmt er auch vorerst den „sportlichen Abstieg“ in die Kreisliga A in Kauf. „Ich hätte auch weiter beim Lüner SV spielen können. Der Reiz war da und ich hatte auch ein gutes Gespräch mit Axel Schmeing“, sagt der Verteidiger. „Die Trainingsintensität wird dort aber höher sein und damit der Zeitaufwand.“

Dabei hat der Kicker schon in der Jugend viel Zeit in sein Hobby investiert. Beim SuS Oberaden begonnen spielte er rasch in der U9 von Borussia Dortmund. Später folgten Westfalia Herne, der VfL Bochum und der FC Schalke 04. „Ich bin dafür eigens auf die Gesamtschule Berger Feld gewechselt, die auch Leroy Sané und Leon Goretzka besuchten“, berichtet er nicht ohne Stolz. Mit Rot-Weiss Essen und Arminia Klosterhardt spielte er anschließend noch in der U19-Bundesliga. Über den SV Horst ging es bei den Senioren zum Lüner SV.

Eigens für den VfL Kamen den Vertrag mit dem Lüner SV aufgelöst

Ab Sommer ist nun das Kamener Jahnstadion seine erste Anlaufstation – für die nächsten drei Jahre. „Ich habe eigens meinen Zwei-Jahres-Vertrag beim Lüner SV aufgelöst, wir haben uns rasch geeinigt“, erklärt der LSV-Stammspieler. Einen Drei-Jahres-Kontrakt habe er indes noch nie vereinbart. Aber: „Wir wollen in den nächsten Jahren ja Erfolge feiern, was mit dieser Mannschaft auch drin ist.“

Auch wenn das Team vom Namen her qualitativ wertvoll aufgestellt sei, ist auch für Felix Rudolf klar: „Erfolg kann man nicht kaufen, da gehört weitaus mehr dazu“, verweist der Defensivmann auf ein intaktes Umfeld, Teamgeist, Harmonie und eine gute Moral. „Passt das alles, dann können wir höher gehen – auch zwei Mal.“

Über den Autor
Redaktion Lokalsport
67er Jahrgang aus dem Herzen Westfalens. Lokaljournalist durch und durch, seit über 25 Jahren mit dem geschärften Blick auf das Sportgeschehen zwischen Lippe und Ruhr.
Zur Autorenseite
Thorsten Teimann
Lesen Sie jetzt