Bis die Jugendmannschaften wieder in die Halle können, dauert es wohl noch. Dafür bietet der Lüner SV aber zumindest eine Alternative. © Kremer
Junioren-Handball

Training aus dem Fernsehstudio: Der Lüner SV übt neue Methoden in Pandemie-Zeiten

Wie motiviert man Kinder und Jugendliche auch während des Lockdowns zum Sport? Der Lüner SV ist hier im Handball-Bereich kreativ geworden - und hat nun ein eigenes Fernsehstudio.

Wie motiviert man Kinder und Jugendliche im Lockdown zum Sport? Mit dieser Frage haben sich in diesem Jahr einige Sportarten auseinandersetzen müssen. So auch die Handballer. Beim Lüner SV hat man daher investiert – mit Erfolg.

Wie die Oberliga-Handballerinnen trainieren nämlich auch die B-Mädchen zwei Mal die Woche online über eine Videochat-App. Marcel Mai macht mit ihnen auch bisschen Krafttraining – eben wie bei den Senioren. Wobei die Einheiten hier ein wenig abgewandelt wurden. Und auch die jüngeren Jahrgänge ziehen inzwischen nach.

Ab Januar sollen auch die D-Mädchen die Chance zum Online-Training bekommen. „Da hat unser Bufdi einen Lehrgang belegt, bei dem es darum ging, was man mit den ganz Kleinen machen kann, damit man die auch wieder ein bisschen zusammenbringt“, erklärt der LSV-Vorsitzende Sven Weber. Dazu hat der Verein investiert und in der Rundturnhalle ein kleines Fernsehstudio eingerichtet.

Der Lüner SV hat dafür Mittel vom Land NRW bekommen. Jeder Verein konnte Geld für Online-Trainingseinheiten beantragen. Der LSV hat davon unter anderem die Internet-Verbindung verbessert und eine Lizenz für den Videochat-Anbieter Zoom gekauft, damit die Trainer diese nutzen können. „Da können die Trainer die Übungen vernünftig vormachen“, so Weber. Ein Plan regelt, wer wann in den Raum kann. Wobei es auch Trainer gebe, die weiterhin von Zuhause trainieren, sagt der Vorsitzende. Und die Herren-Teams würden sich zwar ab und zu online treffen, aber nicht regelmäßig zum Training.

„Sind bislang gut durch diese Pandemie geschliddert“

Sven Weber sieht seinen Verein dahingehend gut aufgestellt. Zumal er nicht davon ausgehe, dass im Januar oder gar Februar wieder gespielt werden kann. „Ich sehe im zweiten Quartal wieder eine Chance vielleicht. Das müssen wir jetzt halt erstmal überbrücken“, erklärt er. Immerhin habe er bislang keine Abmeldungen bekommen. Sogar eher die ein oder andere Anfrage mit Neumitgliedern habe er bekommen. Hier reagiere er aber verhalten: „Wir können momentan kein Mannschaftstraining richtig machen, das bringt daher eigentlich gerade nichts, sich neu anzumelden.“ Dennoch sei man beim LSV was Mitgliederzahl und Finanzen angehe bislang gut durch diese Pandemie geschliddert, wie Weber es ausdrückt.

Der Fokus liege aber auch für Sven Weber woanders: „Das wichtigste ist jetzt im Moment, dass alle gesund bleiben und Spaß haben. Über das spielerische denke ich gerade nicht nach.“ Man sei beim LSV froh, zumindest online etwas anbieten zu können.

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
1993 in Werne geboren. Habe Geschichte und Religionswissenschaften an der Ruhr-Uni Bochum studiert. Seitdem ich 15 bin bei Lensing Media: Angefangen in der Lokalredaktion Werne, inzwischen fast nur noch als Freie Mitarbeiterin in der Stadtredaktion Dortmund.
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Verena Schafflick

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