Marco Fischer hat sich Gedanken darüber gemacht, welcher seiner Spieler beim BV Lünen künftig Fußballtrainer werden könnte. © Timo Janisch
Fußball

Trainer-Talente im Kader von BV Lünen? „Der sollte lieber Bodybuilder werden“

Wem seiner Spieler traut das Trainerteam des BV Lünen eine Karriere an der Seitenlinie zu – und wer sollte es besser lassen? Auf diese Frage geben Marco und Patrick Fischer klare Antworten.

Dieser Weg ist oftmals vorgezeichnet: Wer Fußball gespielt hat, wird nach der aktiven Zeit auf dem Platz oftmals Trainer. Das ist nicht nur bei den Profis so, auch im Amateurfußball finden sich ehemalige Kicker später regelmäßig als Coach an der Seitenlinie wieder. Allerdings ist nicht jeder für diesen Posten geeignet – ein guter Fußballer wird nicht automatisch auch ein guter Trainer. Wir haben das Trainerteam des BV Lünen gefragt, welchem ihrer Spieler sie eine zweite Laufbahn an der Seitenlinie zutrauen und wem sie davon abraten würden. Die Antworten sind eindeutig.

Vorab sei gesagt: Die Frage ist selbstverständlich nicht ganz ernst gemeint und so sind auch die Antworten zu verstehen – mit einem Augenzwinkern. Denn ob ein Fußballer, der noch aktiv auf dem Platz steht, Jahre später ein guter Trainer sein kann, ist nicht absehbar.

Marco und Patrick Fischer bilden gemeinsam mit Benedikt Schild das Trainerteam des BV Lünen und haben ihren Kader unter die Lupe genommen. Auf der Suche nach Trainer-Talenten sind sie fündig geworden.

Zuallererst nennt Marco Fischer seinen Spieler Christopher Drees: „Der sollte Trainer werden, weil er mit Mitte dreißig seinen Zenit einfach schon überschritten hat.“ Und dann, diesmal frei von jeglicher Ironie, fügt Fischer hinzu: „Nein, Spaß beiseite. Ich kann mir wirklich vorstellen, dass er mal Trainer einer Seniorenmannschaft werden könnte, da er genau weiß, was zutun ist, wenn er auf dem Platz steht.“

Neben dieser fußballerischen Expertise bringe Drees aber auch noch charakterliche Züge mit, die ein Trainer benötige: „Er ist ein sehr bescheidener Mensch, der sich nie in den Vordergrund stellt. Außerdem hat er bereits Erfahrung als Trainer im Juniorenbereich gesammelt.“

Christopher Drees (r.) würde laut seiner Trainer eine gute Figur an der Seitenlinie abgeben.
Christopher Drees (r.) würde laut seiner Trainer eine gute Figur an der Seitenlinie abgeben. © Timo Janisch © Timo Janisch

Christopher Drees ist nicht der einzige, dem Marco Fischer ein Trainer-Dasein zutraut. „Spontan fällt mir da noch Maurice Goebel ein“, so der BV-Coach: „Der hat mit Lennard Hirsch auch schon eine Mannschaft im Juniorenbereich trainiert und möchte nach seiner aktiven Zeit wieder als Trainer arbeiten.“

Neben dieser Erfahrung an der Seitenlinie sei Goebel einer, der sich auch sonst viel mit Fußball beschäftigt: „Er hat ein taktisches Verständnis wie kein Zweiter. Mit dem Kumpel kann man sich stundenlang über Fußball unterhalten.“

In Drees und Goebel hat der BV Lünen also zwei Spieler, in denen das Trainer-Talent schlummert. Doch wer sollte davon lieber die Finger lassen, wer ist nicht geeignet? An der Stelle schaltet sich Patrick Fischer, spielender Co-Trainer der Geister, in das Gespräch ein: „Patrick Ronneburger, weil er einfach keine Ahnung von Fußball hat und seine Qualitäten auf dem Platz sehr begrenzt sind.“

Der 28-Jährige könne die Schuhe also gleich an den Nagel hängen und sich eine andere Sportart suchen, Patrick Fischer empfiehlt: „Der sollte lieber Bodybuilder werden.“

Da würde der knapp zwei Meter messende Ronneburger wohl keine schlechte Figur abgeben, aber selbstverständlich ist die Aussage von Patrick Fischer mit einem großen Augenzwinkern versehen. „Die beiden sind sehr gute Freunde und piesacken sich regelmäßig“, klärt Marco Fischer auf. „Ich glaube, dass der ganze Verein sehr froh darüber ist, dass Patrick Ronneburger bei uns spielt, sportlich hat der mindestens Bezirksliga-Niveau.“

Das ist auch anderen Vereinen nicht entgangen, Ronneburger habe aber alle Angebote ausgeschlagen. „Wir sind froh, dass er weiter hier mit seinen Kumpels spielen will“, betont Marco Fischer, „weil egal wo du ihn aufstellst, der bringt seine Leistung“. Eines Tages dann vielleicht auch als Trainer an der Seitenlinie.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Seit 2019 als freier Mitarbeiter für Lensing Media im Einsatz. Hat ein Faible für sämtliche Ballsportarten und interessiert sich für die Menschen, die den Sport betreiben - von der Champions League bis zur Kreisliga.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt