Kai Schinck hat mit seinem Trainer eine ziemlich besondere Abmachung getroffen. © Privat
Fußball

Tour-de-France-Etappe statt Laufrunde: Kai Schinck mit eigenwilligem Trainingsplan

Am Wochenende knapp 130 Kilometer auf dem Rad – so lautet derzeit das Trainingspensum von Wethmars Kai Schinck. Dabei steht für den Fußballer im Sommer eigentlich das Karriereende vor der Tür.

Selten hat man in der Vergangenheit so viele Menschen joggen gesehen, wie während des aktuellen Corona-Lockdowns. Auch die Amateurfußballer haben in den letzten Wochen häufig die Stollen- gegen die Laufschuhe getauscht. Für Kai Schinck vom TuS Westfalia Wethmar kommt das allerdings nicht in Frage. Er setzt sich stattdessen aufs Rad und fährt Strecken, die locker auch als Tour-de-France-Etappe durchgehen würden.

Motivation zum Joggen fehlt

Eigentlich war die Fußballer-Laufbahn schon beendet. Die entspannten Sofa-Sonntage waren in greifbarer Nähe, doch Kai Schinck ließ sich Ende 2019 noch einmal überreden und zählt daher auch mit 33 Jahren noch zum Kader des TuS Westfalia Wethmar. Im Sommer soll allerdings endgültig Schluss sein. Das hatte der Offensivmann schon im Herbst angekündigt. Dennoch hält Schinck sich auch während des derzeitigen Lockdowns fit.

Der 33-Jährige hat sich ein Gravelbike angeschafft - eine Mischung aus Rennrad und Mountainbike.
Der 33-Jährige hat sich ein Gravelbike angeschafft – eine Mischung aus Rennrad und Mountainbike. © Privat © Privat

Während andere jedoch laufen gehen, ist der 33-Jährige mit seinem Rad unterwegs: „Eigentlich gibt es von unserem Trainer ja die Vorgabe, eine bestimmte Anzahl an Kilometern in der Woche zu laufen. Ich konnte aber aushandeln, dass ich mich stattdessen aufs Fahrrad setze und dafür dann ein paar Kilometer mehr mache“, erklärt Schinck. Zum Joggen fehle ihm insgesamt einfach die Motivation.

Schon im vergangenen Jahr sei die Rad-Leidenschaft bei ihm ausgebrochen. Zunächst schaffte er sich ein Mountainbike an, ehe er vor Kurzem auf ein Gravelbike umstieg. „Das ist eigentlich eine Mischung aus Mountainbike und Rennrad. Da ich mittlerweile relativ viele und auch lange Touren mache, war das für mich die sinnvollere Alternative“, betont der Wethmarer.

Im Sommer ist endgültig Schluss mit dem Fußball

Mit bloßen Fahrradtouren haben Schincks Einheiten indes herzlich wenig zu tun. Er versuche regelmäßig zwischen 100 und 130 Kilometer am Wochenende auf dem Rad zurückzulegen, so der Flügelspieler. Allerdings in einem anspruchsvollen Tempo. „Aufgrund der Arbeit schaffe ich es unter der Woche meistens nicht, größere Touren zu fahren. Am Wochenende suche ich mir dann aber schon Strecken, die auch mal herausfordernd sein dürfen“, so Schinck.

So habe er zuletzt beispielsweise eine Tour unternommen, die es mit einer Länge von knapp 100 Kilometern und insgesamt mehr als 1100 Höhenmetern durchaus in sich hatte. Zeit für Sightseeing bleibt da nur gelegentlich. „Ich habe mit einem Kumpel auch schon mal eine Stadionrundfahrt durch das Ruhrgebiet gemacht. Da hält man dann auch mal in Ahlen, Bochum oder Gelsenkirchen an den Stadien an. Aber normalerweise fahren wir schon auf Tempo und daher ist das dann vielleicht eher mal eine Ausnahme.“

Ab Sommer kann der 33-Jährige aber seine komplette Aufmerksamkeit auf das Radfahren legen, dann nämlich beendet Schinck zum zweiten Mal seine Fußballer-Karriere. Dieses Mal allerdings ohne ein mögliches Comeback im Hinterkopf. Es könnte also doch der eine oder andere Sofa-Sonntag drin sein. Das würde einige Personen vermutlich ganz besonders freuen: die Familie um Ehefrau Anja.

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Redakteur
Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul

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