Werden auf den Plätzen des TV Altlünen schon bald Meisterschaftsspiele ausgetragen? © Günther Goldstein
Tennis

Start der Tennis-Saison in vier Wochen? „Ich würde alles dagegen wetten“

In einem Monat soll theoretisch der Startschuss für die Tennis-Sommerrunde fallen. So zumindest lautet der Plan des Verbandes. Die Lüner Tennisklubs schätzen die Lage unterschiedlich ein.

Ursprünglich sollte der Saison-Auftakt bereits Anfang Mai erfolgen. Dieser Termin wurde vom Westfälischen Tennis-Verband (WTV) jedoch bereits im März gekippt. Seitdem wird der 26. Mai angestrebt – doch auch dieser Termin steht auf sehr wackligen Beinen. Auch deshalb macht sich der Verband bereits Gedanken darüber, wie ein Plan B oder Plan C aussehen kann. Wir haben mit Frank Kittel, dem Vorsitzenden des TV Altlünen, sowie André Grünke, dem Vorsitzenden der Tennisabteilung des Lüner SV, gesprochen – und dabei zwei durchaus verschiedene Meinungen gehört.

Grünke geht davon aus, dass der Tennis-Verband den Saison-Auftakt in den nächsten zwei bis drei Wochen erneut verschieben wird: „Ich halte es für absolut unrealistisch, dass der Spielbetrieb in vier Wochen starten kann. Gerade jetzt im Hinblick auf die Notbremse weiß ich wirklich nicht, wie das stattfinden soll.“

Die Absage ist für ihn nur noch eine Frage der Zeit: „Ich bin mir zu hundert Prozent sicher, dass das in den nächsten Wochen geschehen wird, darauf würde ich alles wetten.“

„Im Grunde kann jede Aussage nur falsch sein“

Frank Kittel vom TV Altlünen glaubt zwar auch nicht unbedingt an den 26. Mai als Stichtag, ist allerdings ein wenig hoffnungsvoller als Grünke: „Aktuell kann man da keine Prognose wagen, in keine Richtung. Wir haben unsere Mannschaften gemeldet, trainieren können wir aber nicht so richtig.“

Denn derzeit kann nur Einzel gespielt und individuelles Training angeboten werden – es sei denn, die Spielenden gehören einem Hausstand an. „Das wird sich für den Wettbewerbsbetrieb ja nicht ändern“, schätzt Kittel die Lage ein: „Im Grunde kann jede Aussage, die man jetzt zum Spielbetrieb trifft, nur falsch sein.“

Mitte Mai will sich der WTV erneut zusammensetzen und dann entscheiden, ob die Aufnahme des Spielbetriebs erneut verschoben werden muss. Bis dahin bleibt den Tennisspielern zumindest die Option, im Einzel auf dem Platz zu stehen und zu trainieren. „Darüber sind wir froh und glücklich, keine Frage“, stellt Kittel klar, „gerade bei dem schönen Wetter aktuell“.

Dass dies ein Privileg auf Zeit sein kann, weiß aber auch der Vorsitzende des TV Altlünen: „Es kann sich ständig was ändern und ganz ehrlich: Durch die ganzen Bestimmungen wird es aktuell immer undurchsichtiger. Wir sind alles ehrenamtliche Vorstände, die andere Sorgen haben, als sich da durchzukämpfen.“

Noch aber sind die Tennisplätze des TVA geöffnet – und gut besucht. Das gilt auch für die Anlage des LSV. „Unsere Mitglieder sind froh, dass sie spielen können. Das ist auch sehr gut planbar, ohne dass die Anlage plötzlich überfüllt ist“, freut sich Grünke.

Tennis gehört also zu den wenigen Sportarten, die aktuell praktiziert werden können. Ist da nicht sogar ein Zuwachs an Mitgliedern zu erwarten? „Wir haben zwar Neuanmeldungen, die gehen aber nicht über das normale Wachstum hinaus“, verneint Kittel. Auch der LSV verzeichnet keinen nennenswerten Zulauf, dafür hat Grünke einen Erklärungsansatz: „Derzeit können nur Einzelstunden und kein Gruppentraining angeboten werden – das ist natürlich teurer.“

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Seit 2019 als freier Mitarbeiter für Lensing Media im Einsatz. Hat ein Faible für sämtliche Ballsportarten und interessiert sich für die Menschen, die den Sport betreiben - von der Champions League bis zur Kreisliga.
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