Jannik Audehm von BW Alstedde wird aufgrund eines Platzverweises zu Beginn der neuen Saison zuschauen müssen. © Timo Janisch
Fußball

Sperren trotz Annullierung: „Eigentlich haben die Spiele ja gar nicht stattgefunden“

Obwohl die Saison 2020/21 offiziell aus allen Büchern gestrichen wird, behalten Platzverweise auch in der neuen Saison ihre Gültigkeit. Dabei fehle laut BW Alstedde die eigentliche Grundlage.

Mittlerweile ist klar: Die Saison 2020/21 hat auch im westfälischen Amateurfußball offiziell nie existiert. Mit der endgültigen Annullierung der Spielzeit durch den Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) wurden sämtliche Statistiken, die die wenigen bislang absolvierten Partien hervorgebracht haben, ad acta gelegt.

Nur die bereits ausgesprochenen Spielsperren sollen auch in der neuen Saison Bestand haben. Dieses Festhalten an den verhängten Platzverweisen trifft unter anderem auch bei Blau-Weiß Alstedde auf wenig Verständnis.

„Theoretisch hat das Derby dann auch nicht stattgefunden“

BWA-Spieler Jannik Audehm hat – ähnlich wie alle anderen Amateurfußballer – eine lange sportfreie Zeit hinter sich. Während es für den Großteil der Spieler mit dem Beginn der neuen Saison allerdings einen vorsichtigen Lichtblick gibt, wird der 25-Jährige noch länger auf seine offizielle Rückkehr auf den Platz warten. Denn aufgrund seines Platzverweises im Derby gegen Westfalia Wethmar wurde Audehm für mindestens zehn Pflichtspiele gesperrt.

Obwohl die Saison 2020/21 im Nachgang der Annullierung statistisch gar nicht stattgefunden hat, wird auch die langwierige Sperre für den Alstedder Flügelspieler aufrechterhalten. Für Co-Trainer Andreas Hermes ein fragwürdiges Vorgehen: „Wenn wir davon ausgehen, dass die Saison nicht stattgefunden hat, dann hat auch das Derby nicht existiert und somit hat es – zumindest theoretisch – auch den Platzverweis für Jannik nicht gegeben.“

Werde die Saison also gänzlich gestrichen, müssten Hermes zufolge auch die erteilten Platzverweise zurückgenommen werden. „Die Annullierung als solches ist ja vollkommen okay. Aber wenn wir die Partien hochoffiziell ad acta legen, dann fehlt im Grunde auch das Argument für derartige Sperren“, betont der Co-Trainer.

Verein will auf Verband zugehen

Zuletzt hatte sich der FLVW diesbezüglich vor allem auf die eigenen Statuten und ein festgeschriebenes Regelwerk berufen. Dennoch hätte sich der Verband laut Hermes schon bei der Verabschiedung der geänderten Spielordnung Gedanken über den Umgang mit möglichen Sperren machen müssen.

„Die Spielordnung wurde aufgrund der Pandemie extra aktualisiert. Da hätte man dann auch mal über das Thema Platzverweise diskutieren können. Denn durch die Annullierung fallen formal auch die Ursachen für die Sperren weg“, erklärt Hermes. Aus diesem Grund wolle man sich unter Umständen noch einmal offiziell an den FLVW wenden. „Wir würden die Situation einfach gerne prüfen lassen und erfahren, weshalb man hier keine anderen Regelungen finden kann“, so der Co-Trainer.

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Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul

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