Seit Monaten ruht der Amateurfußball, doch die Vereine arbeiten dennoch an den Planungen für die kommende Saison. © picture alliance/dpa/PA Wire
Fußball

Saisonannullierung droht: In Lünen gäbe es viele Gewinner – und zwei Enttäuschungen

Dass die derzeit unterbrochene Fußballsaison noch einmal wiederaufgenommen wird, scheint immer unwahrscheinlicher. Wir zeigen, wem eine Saisonannullierung nutzen oder schaden würde.

Angesichts der aktuellen Corona-Fallzahlen und der fortlaufenden Ausbreitung der ansteckenderen Virus-Mutationen scheint eine Fortsetzung der derzeit unterbrochenen Amateurfußballsaison ungewisser denn je. Eine Annullierung der Spielzeit droht. Doch wen würde eine solche besonders hart treffen und wer würde darüber in sportlicher Hinsicht sogar jubeln?

Am lautesten gewehrt gegen den drohenden Saisonabbruch hat sich in Lünen bislang die SG Gahmen. „Wirklich schrecklich“ nannte Trainer Bülent Kara einen weiteren Verbleib in der Kreisliga A. Der Sportliche Leiter der Gahmener, Hüseyin Tekin, kündigte im Falle einer Annullierung sogar seinen Rückzug an.

Corona-Pandemie kommt seit jeher ungelegen für die SG Gahmen

In der vergangenen Saison scheiterte die SGG bereits am Aufstieg. Damals hatten sich die Gahmener zumindest per Relegation noch Hoffnungen auf den ersehnten Schritt in die Bezirksliga gemacht und anschließend lange gebraucht, ehe sie die Entscheidung des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) hinsichtlich der Saisonwertung akzeptierten.

Und auch in dieser Saison jubeln die Gahmener wohl kaum über die Regelung des FLVW, auch wenn sie schon lange Kenntnis darüber haben. Der wertet die Saison innerhalb einer Liga nämlich erst, wenn mindestens 50 Prozent der Spiele absolviert sind. Das ist in der Kreisliga A2 Dortmund natürlich nicht der Fall.

Kadir Koc stieß mit der SG Gahmen bei der Dortmunder Hallenstadtmeisterschaft 2019/2020 bis ins Viertelfinale vor.
Kadir Koc stieß mit der SG Gahmen bei der Dortmunder Hallenstadtmeisterschaft 2019/2020 bis ins Viertelfinale vor. © Timo Janisch © Timo Janisch

Fünf Spiele hat die SGG bislang absolviert in der 18er-Liga. Nur aufgrund der weniger gespielten Partien ist Gahmen Zweiter, weist einen lupenreinen Quotienten vor. Der Kader ist viel zu stark für die Kreisliga A.

Sollte diese Mannschaft aufgrund der vorhersehbaren Annullierung ein weiteres Jahr in der A-Liga spielen müssen, so würden sie angesichts der investierten Energien und Ressourcen zu den Verlierern der Saison gehören.

Ähnlich bitter erginge es dem Lüner SV III (18 Punkte, Platz 1) in der Kreisliga C4 Dortmund. Die Rot-Weißen hätten wie Gahmen keine Chance mehr zu beweisen, ob sie ihren perfekten Punkteschnitt über eine ganze Saison halten könnten.

Dass erst nach 50 Prozent der absolvierten Spiele gewertet wird, hat auf das Tabellenende natürlich genau die gleiche Wirkung wie auf die Spitze des Tableaus. Annulliert der FLVW mit der derzeitigen Anzahl an gespielten Begegnungen, steigt keine Mannschaft sportlich ab. Hier sind Lüner Teams deutlich stärker von betroffen als von verpassten Aufstiegen.

Bezirksliga 8 würde Lüner Prägung behalten

In der Bezirksliga 8 dürften mit dem Lüner SV II (0 Punkte, Platz 16) und dem BV Brambauer (3 Punkte, Platz 15) gleich zwei Teams aus der Lippestadt aufatmen. Sollte die Saison wieder aufgenommen werden, nur um auf 50 Prozent der Spiele zu kommen, stünden beide Teams in den wenigen Partien enorm unter Druck, noch das rettende Ufer zu erreichen.

Gleiches gilt auch für den BV Brambauer II (1 Punkt, Platz 18) in der Kreisliga A2 Dortmund. Dort steht der SV Preußen ebenso unter dem Strich, ist aber so stark wie kein anderes Team der Liga von Spielausfällen betroffen gewesen.

Grundsätzlich sind vor allem Mannschaften in den Dortmunder Kreisligen betroffen. Der VfB Lünen II (0 Punkte, Platz 17) käme bei einer Annullierung darum herum, seine Konkurrenzfähigkeit in der Kreisliga B3 noch in dieser Saison beweisen zu müssen.

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freier Mitarbeiter
Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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