Beim SV Preußen Lünen gab es einen Coronafall. © Timo Janisch
Meinung

Preußen steht nach dem Abgang von Stefan Urban bei der Trainerfrage unter großem Druck

Der kommende Abgang seines Trainerteams trifft den SV Preußen Lünen ins Mark. Stefan Urban vollumfänglich zu ersetzen, dürfte für den SVP nur schwer möglich sein. Ein Kommentar.

Stefan Urban und Kevin Rehkopp beenden im Sommer ihr Engagement beim SV Preußen. Diese Nachricht überraschte am Montag (1.2.) die Lüner Fußballszene. Es ist eine dieser Überraschungen, deren Wirkung kaum nachlässt.

Sehr bewusst hatte sich Cheftrainer Urban dafür entschieden, den A-Ligisten 2019 zu übernehmen. Er begab sich damit in eine Situation, die aus rein sportlichen Gründen alles andere als beneidenswert war – und dieser Eindruck scheint momentan aktueller denn je.

Stefan Urban hat den Umbruch mustergültig gemeistert

Gefestigte A-Liga-Spieler standen Urban spätestens in seiner zweiten Saison, die aktuell unterbrochen ist, kaum zur Verfügung. Lukas Kleine-Bernink, Philipp Neumann, Tom Meier, Dennis Schulz, Luca Frenzel – der Aderlass der Schwarz-Weißen war in den vergangenen Jahren enorm.

Stefan Urban und der SV Preußen stehen vor intensiven vier Wochen – sofern Meisterschaftsspiele erlaubt bleiben. © Timo Janisch © Timo Janisch

Aufgrund fehlender finanzieller Mittel setzten die Horstmarer auf junge und talentierte, aber eben noch unerfahrene Akteure. Auch in der Kreisliga A, wo mittlerweile einiges an Geld im Umlauf ist, ist es unter diesen Umständen eine Herausforderung, eine neuformierte Mannschaft zu etablieren.

Das gelang den Preußen mit Platz acht in der vergangenen Saison außerordentlich gut. So mancher Beobachter – der Autor dieser Zeilen inklusive – hatte dem SVP eine deutlich düstere Saison prognostiziert.

Dass man in Horstmar die vielen namhaften Abgänge so schnell kompensieren konnte, lag vor allem an Stefan Urban. Der 42-Jährige ist ein Trainer, der genau weiß, wie er mit jungen Spielern, die auf ihrem Niveau nicht gerade als Top-Talente gelten, zu arbeiten hat. Dazu zählt auch die Kommunikation, die er zu ihnen pflegt und das Vertrauen, das er ihnen entgegenbringt.

Spricht man mit Verantwortlichen anderer Lüner Vereine, bestätigen sie diese Eindrücke. Auch die Mannschaft hat ein inniges Verhältnis zu ihrem Noch-Trainer, wie Kapitän Sebastian Pommerin unlängst bekräftigte.

SV Preußen muss bei Entscheidung richtig liegen

Einen neuen Coach zu finden, der Urban adäquat ersetzt, wird für den SV Preußen alles andere als leicht. Der Klub hat in Lünen ein sehr unauffälliges Image, die Attraktivität nach außen begrenzt. Die Chancen stehe nicht gut.

Ob der aktuelle Kader bereit ist, den erneuten Neuanfang mitzumachen, wird sich noch zeigen müssen. Verlassen den SVP erneut mehrere Leistungsträger, scheint ein langfristiger Verbleib in der Kreisliga A schwer vorstellbar.

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freier Mitarbeiter
Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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