Beim Trainingsauftakt im Sommer verabschiedete die Westfalia-Elf ihren ehemaligen Co-Trainer Philipp Bremer. © Timo Janisch
Fußball

Philipp Bremer hat eine neue Aufgabe – Comeback-Versuch in Lünen scheiterte grandios

In den vergangenen Jahren bekleidete Philipp Bremer mehrere Positionen bei Westfalia Wethmar. Im Sommer brach er dort seine Zelte ab. Ein Comeback als Spieler endete mit einem Antrag auf Homeoffice.

Mehrere Jahre gehörte Philipp Bremer zu den Gesichtern, die an der Wehrenboldstraße ständig präsent waren: Trainer der U23, Spieler der ersten Mannschaft und irgendwann Co-Trainer der Bezirksliga-Elf des TuS Westfalia Wethmar. Im Sommer beendete er sein Engagement in Wethmar – und kehrte seitdem in gleich zwei Rollen zurück.

Zuletzt war Bremer unter Cheftrainer Steven Koch als Co-Trainer für die Westfalia aktiv. Doch mit fortlaufender Dauer der letztlich abgebrochenen Saison 2019/2020 merkte Bremer, dass er diesen Aufwand nicht mehr leisten könne.

Der Beruf und andere Verpflichtungen sorgten dafür, dass Bremer immer wieder Trainingseinheiten verpasste. „Ich habe festgestellt, dass ich Steven oft alleine lassen muss“, so Bremer. Das sei allerdings weder sein eigener Anspruch, noch der, den er an seine eigenen Trainer gestellt hätte.

Philipp Bremers Aufgaben veränderten sich

Also suchte Bremer das offene Gespräch zu den Wethmarer Verantwortlichen, holte auch den Sportlichen Leiter Rolf Nehling ins Boot. Das Ergebnis: Bremer legte seinen Posten nieder. Unter Andreas Przybilla und Volker Bolte, die 2018 in Wethmar das Kommando übernommen und Ende 2019 von Koch beerbt wurden, sah Bremers Aufgabengebiet noch anders aus,

Der 30-Jährige kümmerte sich um die Gegneranalysen und die Sichtung des verfügbaren Videomaterials. Mit Bolte stand zudem ein weiterer Co-Trainer zur Verfügung, der Przybilla bei den Einheiten unterstützte. Bremer arbeitete also flexibler.

„Im Sommer war ich eigentlich überzeugt, dass ich gar nichts mache“, blickt Bremer auf den Abschied von den Grün-Weißen zurück. Doch es dauerte nicht lange, da fragten mit Maurice Althoff und Axel Schulze Beckinghausen zwei Freunde aus vergangenen Tagen an.

Beide spielen beim TuS Niederaden – jenem Lüner Stadtteil, aus dem Bremer kommt. Beim TuS auf dem Naturrasen – natürlich probierte es Bremer noch einmal – machten sich seine Hüftprobleme kaum bemerkbar. Einem Comeback in der Meisterschaft stand nichts mehr im Wege.

Unter Andreas Przybilla (M.) stieg Philipp Bremer ins Trainerteam der Westfalia ein.
Unter Andreas Przybilla (links) stieg Philipp Bremer ins Trainerteam der Westfalia ein. © Patrick Schröer © Patrick Schröer

Beim Königsborner SV in der Kreisliga B stand Bremer dann direkt in der Startelf von Trainer Amel Mesic. Doch der dortige Kunstrasen machte ihm mehr zu schaffen als gedacht. „Nach 85 Minuten musste ich wirklich vom Platz getragen werden. Ich habe für die folgende Woche dann Homeoffice beantragt“, witzelt Bremer über seinen Comeback-Versuch.

Das Kapitel Niederaden war also schnell wieder geschlossen. Doch Bremer wurde erneut bearbeitet. Dieses Mal am anderen Ende der Leitung: Simon Erling, ehemaliger Wethmarer und aktuell Sportlicher Leiter des SuS Kaiserau.

Das Angebot, das Erling Bremer präsentierte, ähnelte dem aus vergangenen Tagen mit Przybilla und Bolte. Mit Jörg Lange und Robert Kittel hat der SuS bereits ein funktionierendes Trainerteam. Erneut soll sich Bremer – wenn der Ball wieder rollt -auf die Analysen konzentrieren.

SuS Kaiserau stehe für Fußballromantik

„Das kann man besser verwalten. Das ist ein anderes Gefühl, als wenn sich der Cheftrainer auf dich verlässt“, so Bremer. Generell schwärmt er von dem Verein, für den er lange Zeit in der Jugend und auch bei den Senioren selbst aktiv war.

„Der Verein ist ja bekannt dafür, finanziell limitiert zu sein und auf eigene junge Spieler setzen zu müssen“, so der 30-Jährige. Genau jene „Fußballromantik“ sage ihm zu.

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freier Mitarbeiter
Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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