Joel Razanica (l.) und Dennis Köse könnten letztes Jahr für den BV Brambauer jubeln. © Timo Janisch (A)
Fußball

Öffnung als Lösung? – Die Lüner Hallen-Stadtmeisterschaft unter der Lupe

Wegen der Corona-Pandemie muss die Stadtmeisterschaft im Hallen-Fußball in diesem Jahr ausfallen. Im Jahr 2020 bleibt nur die Erinnerung an frühere Vergleiche und der Blick nach vorn.

Ein Blick auf 2021 ist auch einer auf eine hoffentlich wieder bessere Zukunft. Denn mit den tollen Erinnerungen, die viele Menschen an die Spiele in der Rundsporthalle bei den Hallen-Stadtmeisterschaften haben, hatte das Turnier in den letzten Jahren nicht mehr viel zu tun.

Bernd Janning begleitete das Turnier für diese Zeitung fast von Beginn an und mahnt: „Die Qualität auf dem Parkett hat gelitten.“ Und das, so führt er aus, gleich in zwei Dingen. Zum einen sei die sportliche Qualität in Lünen in den vergangenen Jahren immer weiter gesunken, sodass die Spiele an sich die Leute nicht mehr in die Halle ziehen.

Und schlimmer noch für Janning: „Die Jugendlichen sehen da kaum Vorbilder mehr auf dem Platz, damit auch nicht auf dem Parkett. Niemanden, wo man aufschaut und sagt: Das möchte ich auch schaffen. Das war früher wirklich anders.“

Dazu käme das Drumherum, welches nicht stimmig für ein Turnier dieser Größenordnung sei. „Die Parkplatzsituation ist mit entscheidend. Das Parken auf dem Theaterparkplatz darf nichts kosten. Da sollte man Gespräche mit der Stadt führen, um eine Möglichkeit zu finden“, so Janning. Auch über die Bewirtung müsse man sich Gedanken machen. Eine wetterfeste Lösung für den Vorplatz der Halle sei hier absolut wünschenswert.

Musik in der Halle, Tusch beim Torerfolg, Wettbewerbe wie Neunmeter-Schießen oder „Wer hat den schnellsten Schuss“, gehörten dazu wie auch eine Bande vor den Zuschauertribünen. Und wenn die Spieler es wünschten, oder aber die Sponsoren, sollte mit einem normalen und nicht einem Futsal-Ball gespielt werden.

Und dann mahnt der langjährige Sportjournalist: „Die Umgangsformen in der Halle haben sich auch verändert. Es geht offenbar nicht mehr ohne den Ordnungsdienst. Früher nahm man seine Frau und die Kinder gerne mit in die Halle. Das ist heute nicht mehr Fall.“

Die Verrohung auf der Tribüne führe unweigerlich dazu, dass das Turnier für die Zuschauer an Attraktivität verliert. Die Fans auf der Tribüne sollten mit ihrer Mannschaft zittern, sollten darauf hoffen, die großen Teams der Stadt in die Knie bringen zu können. Denn das sei der Reiz dieser Stadtmeisterschaft. Den Respekt vor dem Gegner aber, so Janning, den dürfe man dabei einfach nicht verlieren.

Janning erinnert sich gerne an die 80er zurück

Es gäbe genug Beispiele dafür, dass es auch anders geht als in den letzten Jahren. „Ich erinnere mich, was früher in der Halle los war. Beispielsweise 1981, als der Ex-LSVer Klaus „Nattu“ Hagedorn im Finale dafür sorgte, dass der Lüner SV nur Vizemeister wurde und dem SV Preußen gratulieren musste. Das war vielleicht das beste Hallenspiel um den Lüner Stadttitel, dass ich je gesehen habe“, erinnert sich Janning.

Damals zog das Turnier die Massen noch alleine in die Halle. Das ist heute nicht mehr so. Hierfür regt Janning zum Abschluss eine Idee an, die in den Fußballkreisen immer wieder mal diskutiert wird: „Man könnte für die Attraktivität und für neue Zuschauer das Turnier etwas öffnen. Cappenberg, Bork und Selm sowie Werne, ja sogar Nordkirchen einladen. Auch Oberaden wäre sicherlich ein Kandidat für das Turnier. Das am besten platzierte Team wäre Turniersieger seiner Stadt und Gemeinde. Aus den anderen Gemeinden wäre die beste Mannschaft auf den folgenden Plätzen Stadt- oder Gemeindemeister ihrer Bereiche.“

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