Der Handballverband Westfalen hat sich einen alternativen Spielbetrieb überlegt. © Günther Goldstein
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Nach endgültigem Saisonabbruch: Bei den Vereinen bleiben Fragezeichen

Für die überkreislichen Handball-Mannschaften in Lünen ist die Saison vorzeitig beendet. Es soll allerdings einen alternativen Spielbetrieb geben. Die Vereine haben zu dem Vorgehen eine klare Meinung.

Es hatte sich in den vergangenen Tagen und Wochen angekündigt, doch seit Mittwoch (27.1.) gibt es für die überkreislichen Mannschaften Gewissheit: Die aktuelle Handball-Saison wird endgültig abgebrochen. Der Verband plant allerdings, sowohl eine Aufstiegs- als auch eine Pokalrunde durchzuführen. Das ruft in Lünen nicht nur Befürworter auf den Plan.

Vorzeitiger Abbruch gibt Planungssicherheit

Für die Mannschaften von der Landes- bis zur Oberliga werden in der Saison 2020/2021 keine Pflichtspiele mehr stattfinden. Diesen Entschluss hat der Handballverband Westfalen am Mittwoch verkündet. Sportliche Absteiger wird es demzufolge nicht geben, die Mannschaften können sich jedoch freiwillig für eine Aufstiegs- oder Pokalrunde anmelden. Uneingeschränkte Voraussetzung: Die Corona-Fallzahlen lassen einen Sportbetrieb überhaupt zu.

„Der vorzeitige Abbruch ist die absolut richtige Entscheidung und war auch ohne Alternative. Deshalb ist die Regelung für uns natürlich nachvollziehbar“, betont Marcel Mai, Trainer der Oberliga-Frauen des Lüner SV. Durch das Vorgehen habe man nun Planungssicherheit und müsse nicht mehr über eine eventuelle Fortsetzung der Saison spekulieren. Ob sich seine Mannschaft allerdings an einer der beiden freiwilligen Spielrunden beteilige, stehe derzeit noch nicht fest.

„Wir lassen uns damit noch etwas Zeit. Es war aus Verbandskreisen zu hören, dass sich die Vereine vermutlich bis Mitte März entschieden haben müssen, ob sie an der Aufstiegs- oder Pokalrunde teilnehmen möchten“, so Mai. Da man die Entwicklung der Pandemie kaum vorhersagen könne, wolle man zunächst die kommenden Wochen abwarten, um jetzt keine verfrühte Entscheidung zu treffen.

„Die weiteren Runden sind eigentlich nicht notwendig“

Angesichts der momentanen Lage halte er es für realistisch, „dass man sich eventuell erst rund um die Osterferien mit einer konkreten Planung befassen kann“, erklärt der LSV-Trainer. Sich vorzeitig für oder gegen eine Teilnahme am alternativen Spielbetrieb auszusprechen, mache aus seiner Sicht keinen wirklichen Sinn.

Etwas anders sahen das offensichtlich die 1. und 2. Herren- sowie die 3. Damen-Mannschaft des LSV, die sich auf Kreisebene bereits vor wenigen Tagen gegen eine Teilnahme an den möglichen Spielrunden ausgesprochen hatten.

Auch beim VfL Brambauer begrüßt man die Entscheidung des Verbandes, die Saison vorzeitig zu beenden. Wobei von einem kompletten Abbruch laut Björn Grüter, Trainer der Landesliga-Herren, auch keine Rede sein könne. „Die Saison wird zwar nicht fortgesetzt, aber es findet mit der Aufstiegs- oder Pokalrunde ja trotzdem ein Spielbetrieb statt. Ich finde, diese Runden sind eigentlich nicht notwendig. Wobei natürlich auch die Möglichkeit besteht, komplett auf eine Teilnahme zu verzichten“, so Grüter.

Alternativer Spielbetrieb sorgt für Fragezeichen

Grundsätzlich sei die vom Verband getroffene Entscheidung jedoch vollkommen richtig. Jetzt müsse man mit den Mannschaften sprechen, ob man sich an einer Aufstiegs- oder Pokalrunde beteiligen wolle. „Letztlich sind es die Spieler, die auf der Platte stehen und daher sollten sie auf jeden Fall auch mitentscheiden“, betont der VfL-Coach.

Für den Trainer der Verbandsliga-Handballerinnen des VfL Andre Schwedler würden sich aus den geplanten Spielrunden zudem noch weitere Fragezeichen ergeben. „Dadurch, dass beispielsweise vielleicht auch Schnell-Tests durchgeführt werden sollen, entstehen natürlich auch Kosten, die man nicht durch Catering- oder Zuschauereinnahmen auffangen kann“, erklärt Schwedler. Letztlich hänge eine Teilnahme also auch von den gebotenen Rahmenbedingungen ab.

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Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul

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