Obwohl eine Lüner Mannschaft die beste Abwehr und den besten Sturm der Liga stellt, ist das Team schon als Verlierer vom Platz gegangen. © Günther Goldstein
Fußball

Lüner Team grüßt trotz Abwehrbollwerk und Tormaschine nicht von der Tabellenspitze

Mit der besten Abwehr und dem besten Sturm der Liga grüßt man automatisch von Tabellenplatz eins. Ein Irrtum, denn ein Lüner Team ist trotz dieser Attribute schon als Verlierer vom Platz gegangen.

Was kann sich ein Fußballtrainer von seiner Mannschaft mehr wünschen, als dass es sowohl die beste Abwehr als auch den besten Sturm der Liga stellt? Vermutlich herzlich wenig. Eine Lüner Mannschaft hat aber das Kunststück vollbracht, trotz dieser Voraussetzungen und mehrerer Kantersiege derzeit nicht an der Tabellenspitze zu stehen.

Mannschaft feiert unter anderem 14:1-Auswärtssieg

Eigentlich könnte Andree Neuhaus mit den vier bis zur Unterbrechung absolvierten Spielen seiner Mannschaft wunschlos glücklich sein. 27:2 Tore lautet die Bilanz von Westfalia Wethmar III in der Kreisliga C2 Unna-Hamm. Damit stellen die Grün-Weißen nicht nur die beste Defensive der Liga, es hat auch keine Mannschaft annähernd so viele Tore geschossen wie die Neuhaus-Elf.

Trotz dieser Errungenschaften gilt die Mannschaft nicht als der unangefochtene Liga-Primus. Und das liegt nicht an der Anzahl der absolvierten Partien. Während die Wethmarer bislang vier Spiele bestritten, stand Tabellenführer SV Afferde fünf Mal auf dem Platz. Allerdings sammelte der SV dabei vier Punkte mehr als die Mannen von Andree Neuhaus, die mit neun Punkten auf Tabellenplatz zwei liegen.

Dabei hätten die ersten drei Saisonspiele für die Wethmarer kaum besser laufen können. Nachdem man TuRa Bergkamen II am ersten Spieltag mit 7:0 nach Hause schickte, folgte am zweiten Spieltag ein 14:1-Auswärtserfolg beim TSC Kamen III. Ende September feierte die Westfalia dann einen ebenfalls vollkommen ungefährdeten 6:0-Sieg gegen die dritte Mannschaft des Kamener SC.

Mangelhafte Chancenverwertung führt zu Niederlage

Doch damit hatte die Neuhaus-Elf ihr Pulver offensichtlich erst einmal verschossen, denn das letzte Spiel vor der Saisonunterbrechung verlor man mit 0:1 beim Holzwickeder SC IV. Die Zeit der Schützenfeste und Kantersiege endete abrupt. „Wir sind zu Beginn der Saison wirklich gut aus den Startlöchern gekommen, doch gegen Holzwickede hat uns einfach etwas das Spielglück gefehlt“, erklärt Neuhaus.

Neben Pfosten- und Lattentreffern habe letztlich auch bei kniffligen und engen Spielszenen das notwendige Quäntchen Glück gefehlt. „Wenn wir unsere Chancen besser genutzt hätten, hätten wir auch gegen Holzwickede als Sieger vom Platz gehen können“, so der Wethmar-Trainer.

Voraussetzungen für Aufstieg sind gegeben

Allerdings scheint der HSC so etwas wie der Angstgegner des Aufstiegsanwärters zu sein. Nur zwei Spiele haben die Wethmarer in 2020 verloren – beide Pleiten setzte es gegen Holzwickede. Trotz der zahlreichen Chancen sei die Niederlage im September jedoch nicht vollkommen unverdient gewesen. „Holzwickede hat auch wirklich gut verteidigt“, betont Neuhaus, „und dann reicht letztlich auch das eine Tor zehn Minuten vor dem Schlusspfiff, um ein solches Spiel zu gewinnen.“

Vom angestrebten Ziel, dem Aufstieg in die Kreisliga B, wollen sich Neuhaus und seine Mannschaft aber keinesfalls abbringen lassen. „Wenn es die Corona-Lage zulässt und die Saison noch einmal wiederaufgenommen wird, wollen wir natürlich weiter den Aufstieg anpeilen“, so Neuhaus. Mit der besten Abwehr und dem besten Angriff der Liga scheinen die Voraussetzungen dafür zumindest auf dem Papier durchaus gegeben.

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Redakteur
Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul

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