Die Werbebande ist nicht nur eine angenehme Stütze, sondern bringt im besten Fall auch Geld ein. © Günther Goldstein (Archiv)
Amateursport

Konsequentes Vorgehen: Lüner Sportverein verzichtet auf Sponsoring-Einnahmen

„Das wäre empathielos“, findet ein Vereinsvertreter. Deswegen verlangte sein Klub inmitten der Corona-Notlage zuletzt keine Sponsoren-Gelder für 2020. Es gibt allerdings auch andere Lösungen.

Im Amateursport fliegt oder rollt der Ball schon seit März vergangenen Jahres nur noch in eingeschränkter Art und Weise. Auch der Rubel rollt nicht mehr so wie vor der Corona-Pandemie. Viele Wirtschafts-Unternehmen kämpfen mit schwindenden Einnahmen. Welche Auswirkungen hat das für das Sponsoring im Amateursport? Verzichten Sportvereine freiwillig auf derartige Einnahmen?

„Es kommt keiner mehr, der auf unsere Werbebanden guckt“, sagt Jochen Kindmann vom Handballverein VfL Brambauer. Für den ersten Vorsitzenden steht deswegen fest, dass sie von ihren Sponsoren in der aktuellen Situation keine Gelder verlangen können.

Sponsoren hatten die Wahl

„Wir können im Moment keine Gegenleistung für etwaige Gelder bieten. Es ist für alle eine schwere Zeit. Das wäre empathielos, wenn wir die Sponsoren-Einnahmen verlangen würden.“ Deswegen hat der Verein für 2020 diese nicht in Rechnung gestellt. „Nur von den Stadtwerken Lünen haben wir etwas bekommen. Die wollten zahlen“, so Kindmann. Für dieses Jahr wolle man mit einer Entscheidung noch abwarten.

Manfred Ungethüm und BW Alstedde haben den Sponsoren die Wahl gelassen, ob sie zahlen wollten.
Manfred Ungethüm und BW Alstedde haben den Sponsoren die Wahl gelassen, ob sie zahlen wollten. © Timo Janisch © Timo Janisch

Beim Lüner SV Handball wurde das etwas anders gehandhabt. „Wir haben mit allen Sponsoren gesprochen und eine Lösung gefunden“, sagt der erste Vorsitzende Sven Weber. „Wir haben nicht gesagt, du musst unbedingt zahlen. Wenn ich das richtig im Kopf habe, haben aber alle gezahlt.“

Laufende Kosten bleiben bestehen

Ähnlich wurde damit auch beim Fußballverein BW Alstedde umgegangen. „Wir haben den Sponsoren gesagt, wenn sie nicht zahlen können, sollen sie sich melden“, sagt der Vorsitzende Manfred Ungethüm. Die Bandenwerbung werde immer im Januar abgebucht. Für das vergangene Jahr haben die Sponsoren deshalb gezahlt. Für dieses Jahr habe man noch keine Entscheidung getroffen.

Hein-Werner Krause und seine Vorstandskollegen bei Westfalia Wethmar haben sich Gedanken gemacht, wie mit den Sponsoren-Einnahmen umgegangen werden soll.
Heinz-Werner Krause und seine Vorstandskollegen bei Westfalia Wethmar haben sich Gedanken gemacht, wie mit den Sponsoren-Einnahmen umgegangen werden soll. © Niklas Dvorak © Niklas Dvorak

Auch wenn nicht gespielt wird, fallen trotzdem Kosten an. „Die Fixkosten laufen weiter. Wir haben zwar keine Kosten für den laufenden Spielbetrieb, aber es kommen auch keine Einnahmen rein. Für den Unterhalt der Platzanalage sind wir darauf angewiesen. Die Situation ist kritisch. Der Amateursport lebt vom Sponsoring“, so Ungethüm.

Beim TuS Westfalia Wethmar ist man sich auch noch nicht sicher, wie mit den Sponsorengeldern umgegangen werden soll. „Wir haben uns dazu im Vorstand Gedanken gemacht. Wir haben die Verträge erstmal ausgesetzt und keine Rechnungen geschrieben. Noch können wir keine Aussage treffen, wie es weitergeht. Das ist eine schwierige Entscheidung“, sagt der erste Vorsitzende der Fußballabteilung und der zweite Vorsitzende des Gesamtvereins, Heinz-Werner Krause. Für ihn ist eines aber auch klar. „Überschulden wollen wir uns auch nicht.“

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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