Kai Schinck trägt das Trikot von Westfalia Wethmar – trotz des zweiten verkündeten Karriereendes. © Timo Janisch
Fußball

Karriere beendet, aber im Testspiel in der Startelf: Wie passt das zusammen, Kai Schinck?

Eigentlich hatte das Lüner Stürmer-Urgestein seine Karriere schon zwei Mal beendet. Im Testspiel läuft er trotzdem plötzlich von Beginn auf – ehe eine Verletzung Kai Schinck stoppte.

Wer am Sonntag Westfalia Wethmar und dem FC Nordkirchen bei ihrem Fußball-Testspiel zuschaute, wunderte sich gleich zu Beginn über eine Personalie, mit der an der Wehrenboldstraße so nicht zu rechnen war.

Wethmars Trainer Steven Koch präsentierte eine Aufstellung, die nicht ohne den Namen Kai Schinck auskam. Das Kuriose: Schinck hatte seine Karriere sowohl im Sommer 2019 als auch im Frühjahr 2021 eigentlich beendet.

Kai Schinck verabschiedete sich mit Treffer gegen BW Alstedde

Schon in den wenigen Spielen der annullierten Spielzeit 2020/2021 feierte Schinck ein Comeback bei der Westfalia, traf sogar im Derby bei BW Alstedde (3:1). Nun die zweite unverhoffte Rückkehr.

„Ich war selbst überrascht, dass ich da stehen musste“, sagt Schinck zum Einsatz gegen Nordkirchen. Schon im ersten TWW-Testspiel gegen GS Cappenberg hatte Trainer Koch einen Einsatz angefragt, doch der Stürmer lehnte ab, verwies auf sein Karriereende.

Im Vorfeld des FCN-Spiels habe Koch sein Glück erneut versucht. Erst bei Schinck und später auch bei dessen Frau Anja. Schließlich hatte der 33-Jährige für seine Familie samt Nachwuchs seine Schuhe an den Nagel gehangen.

Steven Koch überzeugt Kai Schinck

Offenbar fand Koch überzeugende Worte, schließlich stand Schinck am Sonntag auf dem Platz – und das sogar von Beginn an. Dabei übernahm er direkt die Rolle des Zielspielers in Wethmarer Umschaltmomenten. Hätte ihn eine Verletzung Mitte der zweiten Halbzeit nicht gestoppt, hätte Schinck wohl noch einige Zeit länger mitgewirkt.

Eigentlich habe er sich fitgehalten, die Grundkondition sei vorhanden, so Schinck. Doch beim Versuch, einen Steilpass per Sprint zu erlaufen, machten beide Waden gleichzeitig zu. „Da wäre ich alleine aufs Tor gelaufen“, so Schinck zur möglichen Chance. Noch am Dienstag hätte er seine Waden gespürt.

Plötzlich machten beide Waden bei Kai Schinck zu.
Plötzlich machten beide Waden bei Kai Schinck zu. © Timo Janisch © Timo Janisch

Den einmaligen Einsatz solle man nicht überbewerten, sagt der Familienvater. Es bleibe dabei, dass er seine Karriere beendet hätte. Angemeldet in Wethmar bleibt Schinck aber in jedem Fall. So richtig scheint er nicht mit der aktiven Laufbahn abgeschlossen zu haben.

„Da ist die Frage: Will ich meinen ganzen Sonntag dafür opfern?“, so Schinck. Die Sportliche Leitung der Westfalia wolle nochmal das Gespräch zu ihm suchen, habe er gehört. Schinck: „Es müsste ganz viel zusammenpassen, damit ich nochmal einige Spiele mache.“

Kai Schinck sieht sich nicht als Notnagel

Als Notnagel, der einen anderen Stürmer entlasten kann, sieht sich der Routinier offenbar nicht. „Ich bin niemand, der sich um ein Uhr trifft, den ganzen Tag auf der Bank sitzt und um 18 Uhr wieder zu Hause ist“, sagt Schinck.

Stand jetzt würde er sagen, dass der Test gegen Nordkirchen erstmal sein letztes Spiel für die Grün-Weißen gewesen, so Schinck, der in Lünen auch schon für den SV Preußen und BW Alstedde aktiv war.

Doch er wolle von nun an niemals nie sagen, schließlich habe das schon beim ersten Karriereende nicht geklappt. Das Abschiedsspiel, das er sich gut vorstellen könne, sei das Duell gegen den FCN jedenfalls nicht gewesen. Dazu misst Schinck Testspielen zu wenig Bedeutung zu.

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freier Mitarbeiter
Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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