Kevin Bülhoff pfeift für den BV Lünen. Hier schickt er einen Spieler vom Platz. © Privat
Fußball

„Habe sie mit einem Lächeln gegeben“: Schiedsrichter Kevin Bülhoff über eine besondere Karte

Kevin Bülhoff ist nicht nur Spieler, sondern auch Schiedsrichter beim BV Lünen. Und in dieser Funktion kann der 30-Jährige auch nicht auf besondere Freundschaften Rücksicht nehmen.

Kevin Bülhoff leidet aufgrund der Saison-Pause im Amateurfußball – wenn man so will – doppelt. Denn er steht im Normalfall nicht nur als Spieler, sondern auch als Schiedsrichter für den BV Lünen auf dem Platz.

„Die fußballfreie Zeit ist für mich persönlich schwierig, da ich auch als Spieler in der zweiten Mannschaft aktiv bin. Mir fehlt einfach der Ausgleich zur Arbeit“, sagt Bülhoff.

An einem normalen Fußball-Wochenende war der Terminplan des 30-Jährigen zuletzt durchaus vollgepackt. „Ich habe am Wochenende zwei bis drei Spiele gepfiffen. Meistens zwei Juniorenspiel und am Sonntag noch ein Seniorenspiel.“

Zu dieser Saison stieg der Schiedsrichter in die Bezirksliga auf. Seit 2008 ist Bülhoff an der Pfeife, aktuell eben für den BV Lünen und vorher für Viktoria Kirchderne und den BV Brambauer. Seinen Schiedsrichter-Schein machte er vor seinem Wechsel nach Brambauer beim BVL, nachdem er wegen des Lüner Spielers Steven Zirwes zum Pfeifen kam. „Der hat mir damals einiges darüber erzählt und ich fand‘s ganz interessant.“

„Rassismus gehört nicht auf den Fußballplatz“

Bei seinem aktuellen Verein ist Bülhoff zudem auch noch als Schiedsrichter-Obmann aktiv. „Ich kümmere mich um die jüngeren Schiedsrichter im Verein, dass sie die Regeländerungen verstehen und falls sie Fragen zu irgendwelchen Spielleitungen haben, seien es Sonderspielberichte oder sonst irgendetwas, stehe ich ihnen zur Seite und versuche, die Jungs in den Verein zu integrieren“, erklärt er seinen Aufgabenbereich.

„Rumgemeckere“ kann Bülhoff auf dem Platz indes gar nicht haben. „Mit den Spielern gehe ich respektvoll um und ich möchte auch von ihnen Respekt entgegengebracht bekommen.“ Und noch etwas anderes ist ihm wichtig „Rassismus gehört nicht auf den Fußballplatz.“

Das bisherige Highlight seiner Schiedsrichter-Laufbahn sei das Topspiel BV Lünen gegen die SG Gahmen in der Saison 2018/19 gewesen. Damals siegte Gahmen in der Kreisliga B mit 5:3. „Da waren 300 Zuschauer. Es war eine riesen Stimmung bei dem Spiel“, erinnert sich Bülhoff.

Das Spiel bleibe ihm aber noch wegen etwas anderem in Erinnerung. „Keiner wollte was von mir. Also muss ich wohl eine sehr gute Leistung gehabt haben.“ Und das, obwohl er einen Freund verwarnen musste.

Kevin Bülhoff ist normalerweise auch bei der Hallenstadtmeisterschaft in Dortmund an der Pfeife.
Kevin Bülhoff ist normalerweise auch bei der Hallenstadtmeisterschaft in Dortmund an der Pfeife. © Privat © Privat

„In dem Spiel hat auch mein bester Freund Chris Studnicka gespielt und ich musste ihn mit einer Gelben Karte verwarnen. Die habe ich ihm aber mit einem breiten Lächeln gegeben.“ An welches Ereignis sich Bülhoff auch gerne erinnert, sind die Hallenstadtmeisterschaften. Dort ist er im Dortmunder Männerbereich unterwegs. „Die Halle gehört immer mit dazu. Es war immer etwas Besonderes, in der Halle mit dabei zu sein. Allein die Stimmung durch die Fans der einzelnen Vereine.“

Doch in diesem Jahr musste Bülhoff auch darauf verzichten und während bis zu einer möglichen Rückkehr in die Sporthallen noch einige Monate vergehen dürften, könnte sich der 30-jährige Schiedsrichter zumindest auf den Rasenplätzen deutlich früher wiederfinden.

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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