Ersan Kusakci (28), hier noch im Trikot des Lüner SV, spielt künftig für den SuS Oberaden in der Kreisliga A. © Patrick Schröer
Fußball

Ersan Kusakci entflieht der Kälte: Erst Gespräche mit dem Trainer, dann mit dem Schneemann

Derzeit verweilt der Neuzugang des SuS Oberaden in Istanbul. 20 Grad statt Schnee und Kälte. Mitte der Woche kehrt Ersan Kusakci zurück nach Deutschland - und brennt auf seinen Einstand.

Ersan Kusakci ist gerade zu beneiden: Als die Sportredaktion ihn am Dienstag (9.2.) am Telefon erreicht, sitzt er in T-Shirt unter der türkischen Sonne. 20 Grad Celsius zeigt das Thermometer bei ihm in Istanbul an. Der Neuzugang des Fußball-A-Ligisten SuS Oberaden, der zuletzt bei der SG Gahmen, aber auch schon für Holzwickede, den Lüner SV und den TuS Bövinghausen kickte, befindet sich derzeit auf einer Geschäftsreise am Bosporus. Mitte der Woche kehrt er nach Deutschland zurück – in die Eiseskälte. „Dann habe ich mein persönliches Gespräch mit dem Schneemann“, sagt er mit einem Lachen.

Heiß ist er trotzdem: und zwar auf die Rückkehr auf den Fußballplatz. Für den SuS Oberaden will der Innenverteidiger ab sofort den Laden dicht halten. Im Winter unterschrieb er einen Vertrag bei dem Bergkamener Klub in der Kreisliga A – und das, obwohl dem ehemaligen Spieler des Holzwickeder SC erneut Angebote von höherklassigen Vereinen vorlagen.

Trainer Birol Dereli war der wichtigste Grund für den Wechsel

„Ich muss jetzt ein bisschen kürzer treten, auch wenn ich noch das Zeug hätte, in höheren Ligen zu spielen“, sagt er. Derzeit arbeitet Kusakci an der Eröffnung seines zweiten Autohauses in Dortmund. Das Erste eröffnete er in Witten. „Das Geschäft boomt“, erzählt Kusakci. Deshalb musste er seine ehemaligen Coaches auch vertrösten. „Ich habe viele Anrufe von meinen alten Trainern bekommen, die mich gefragt haben, ob ich nicht Lust hätte, nochmal für ihre Vereine zu spielen.“

Lust ja, aber Kusakci wollte „keine Versprechen geben, die ich am Ende nicht halten kann.“ Deshalb sagte er ein paar Klassen tiefer in Oberaden zu. Der wichtigste Grund für seinen Wechsel: Trainer Birol Dereli. „Ich kenne ihn seit letztem Sommer. Ich habe mich immer sehr wohl gefühlt in den Gesprächen mit ihm. Wenn man ihn reden hört, weiß man: Da steckt auch was dahinter. Die Tabelle spricht für sich.“

Ersan Kusakci will weitere Funktion beim SuS Oberaden ausüben

Geld sei nicht der ausschlaggebende Punkt, weswegen er nun für den SuS Oberaden, den aktuellen Tabellen-Zweiten der Kreisliga A2, auflaufen wird: „Mir hat die Vision und die Struktur des Vereins zugesagt. Wir haben große Ziele. Um die zu erreichen, will ich meine Stärken einbringen.“

Zuletzt spielte Ersan Kusakci bei der SG Gahmen. Ab sofort wird der Abwehrmann allerdings für den SuS Oberaden auf dem Platz stehen.
Zuletzt spielte Ersan Kusakci bei der SG Gahmen. Ab sofort wird der Abwehrmann allerdings für den SuS Oberaden auf dem Platz stehen. © SuS Oberaden © SuS Oberaden

Kusakci wird zunächst nur als Spieler für den SuS auflaufen, wenngleich er irgendwann zusätzlich noch eine weitere Funktion im Klub ausüben möchte. Welche das sein wird, möchte er allerdings noch nicht verraten.

Nach vielen kurzen Stationen plant Kusakci langfristiges Projekt

Was er aber verrät: In Oberaden soll es für ihn ein langfristiges Engagement werden. „Wir haben keine Vertragsdauer vereinbart. Aber es soll ein langfristiges Projekt werden – nicht so wie bei meinen alten Vereinen, wo ich oft nur ein halbes oder ganzes Jahr war. Ich bin optimistisch, dass ich länger bleibe“, sagt Kusakci. Zuletzt stand er bei der SG Gahmen unter Vertrag, für die er jedoch kein einziges Pflichtspiel absolvierte, ehe er den Vertrag wieder auflöste.

Angetan ist der 28-jährige SuS-Neuzugang vom Römerbergstadion. „Ich habe damals beim FC Kray in der Regionalliga gespielt. Die Anlage war nicht halb so gut wie die in Oberaden. Deshalb ist es schade, dass der SuS nur in der Kreisliga A spielt“, so der Kumpel des ehemaligen BVB-Profis Pierre-Emerick Aubameyang.

Die Kreisliga A muss aber kein Dauerzustand sein, auch wenn der Abwehrmann nicht vom Aufstieg spricht. „Die Ziele bleiben intern“, sagt er. Fürs Erste sehnt er sich seinem Einstand bei den Grün-Weißen entgegen: „Ich freue mich auf jeden Fall, wenn wir die Hinrunde noch hinkriegen.“

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann

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