Tim Hermes, Spielertrainer bei BW Alstedde, hat eine deutliche Meinung zum Umgang mit der Saison-Fortsetzung. © Timo Janisch
Fußball

Ernüchterung bei Fußball-Verantwortlichen: „Das Hin-und-Her frustriert einen nur noch“

An der Annullierung der aktuellen Spielzeit führt mittlerweile kaum noch ein Weg vorbei. Ein Lüner Verantwortlicher stellt jetzt allerdings noch eine andere Vorgehensweise zur Diskussion.

Wird der Ball in der aktuell unterbrochenen Saison noch einmal rollen? Die jüngsten Beschlüsse der Politik lassen die Hoffnungen der Amateursportler rapide sinken. Der vorsichtige Optimismus der vergangenen Wochen ist mittlerweile einer breiten Ernüchterung und Resignation gewichen. In der Lüner Fußballszene scheinen selbst die letzten Befürworter einer möglichen Saisonfortsetzung den Glauben an eine Wiederaufnahme des Spielbetriebes zu verlieren.

Wir haben uns bei den Verantwortlichen und Spielern umgehört und gefragt, was die Verlängerung des Corona-Lockdowns für den Amateurfußball bedeutet. Fernab einer kompletten Annullierung bringt einer der Verantwortlichen dabei sogar noch eine gänzlich neue Vorgehensweise ins Spiel:

Rolf Nehling, Sportlicher Leiter von Westfalia Wethmar: „Vor allem für die Kinder sind die Entscheidungen der Bund-Länder-Konferenz natürlich enttäuschend. So langsam läuft uns für eine Saison-Fortsetzung wirklich die Zeit davon, aber ich kann mir vorstellen, dass der Verband trotzdem noch versuchen will, die Saison ordentlich zu beenden. Wir als Verein machen uns letztlich aber keinen Druck und nehmen es dann so, wie es kommt.“

Oliver Hilkenbach, Spieler beim VfB Lünen: „Ich glaube, dass ich für die ganze Mannschaft spreche wenn ich sage, dass wir einfach auch schon davon ausgegangen sind, dass wir in nächster Zeit nicht mehr auf den Platz kommen. Ich persönlich habe auch keine Hoffnung mehr bezüglich einer Fortsetzung. Aber wundern würde mich letztendlich auch schon gar nichts mehr.“

Oliver Hilkenbach (r.), Spieler des VfB Lünen, hat keine Hoffnung mehr auf eine Fortsetzung der aktuellen Saison.
Oliver Hilkenbach (r.), Spieler des VfB Lünen, hat keine Hoffnung mehr auf eine Fortsetzung der aktuellen Saison. © Günther Goldstein © Günther Goldstein

Patrick Osmolski, Sportlicher Leiter BV Lünen: „Nach den Lockerungen vor knapp zwei Wochen war es ja eigentlich eine Frage der Zeit, bis die Regelungen wieder verschärft werden mussten. Alternativ zu einer Annullierung der Saison könnte man ja aber eventuell auch die absolvierten Spiele in die Wertung der neuen Saison einfließen lassen und müsste dann im August nicht komplett bei null starten.

Dass da natürlich jeder Verein letztlich auch seine eigene sportliche Situation im Kopf hat, ist klar, aber vielleicht wäre das zumindest ein Ansatz, den man diskutieren könnte. Ob so ein Vorgehen dann strukturell wirklich umgesetzt werden kann, ist schlussendlich aber natürlich völlig offen.“

Bülent Kara, Trainer der SG Gahmen: „Wir haben lange gehofft, aber mittlerweile ist ja davon auszugehen, dass die Saison annulliert wird. Das wäre natürlich hart für uns, weil wir einfach gerne aufsteigen würden und viel Arbeit investiert haben. Wir planen auch nach wie vor für beide Szenarien, aber der Glaube an die Fortsetzung schwindet auf jeden Fall deutlich.“

Tim Hermes, Spielertrainer bei Blau-Weiß Alstedde: „Ich habe eigentlich schon keine Lust mehr, darüber zu sprechen und habe schon ziemlich zu Anfang gesagt, dass die einzig sinnvolle Lösung eine Annullierung der Spielzeit ist. Man hat sich bei den letzten Lockerungen zwar irgendwie kurz gefreut, aber letztlich frustriert einen dieses Hin-und-Her nur noch.“

Über den Autor
Redakteur
Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul

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