Ein Liga-Konkurrenz des Lüner SV steht vor einer äußerst ungewissen Zukunft. © Timo Janisch
Fußball-Westfalenliga

Enormer Umbruch: Steht ein LSV-Konkurrent vor dem kompletten Ausverkauf?

Ein Konkurrent des Lüner SV erlebt gerade turbulente Zeiten und einen großen personellen Umbruch. Während einige wichtige Spieler schon ihren Abgang angekündigt haben, droht ein weiterer Aderlass.

Inmitten des Corona-Lockdowns häufen sich bei einem Liga-Konkurrenten des Lüner SV die Probleme. Sowohl auf der Trainerposition als auch bei der Zusammenstellung des Kaders muss der Westfalenligist kurzfristig umdenken. Andere Vereine wittern im Transferfenster ihre Chance und haben die Fühler bereits nach den Spielern ausgestreckt. Droht nun ein kompletter Ausverkauf?

Nachfolger steht bereits in den Startlöchern

Die Nachricht kam kurz vor Weihnachten durchaus überraschend: Nach 16 Jahren an der Seitenlinie wird Andreas Brandwein das Traineramt beim VfL Theesen zum Saisonende abgeben. Ursprünglich war dieser Schritt erst für den Sommer 2022 angedacht. Der Grund für den verfrühten Abschied sei insbesondere, dass mit Heinz-Werner Stork der aktuell kommissarisch tätige VfL-Vorsitzende und langjährige Vertraute des Trainers ebenfalls schon im kommenden Sommer seine Ämter niederlege. Dies geht aus einem Interview mit Brandwein auf der Homepage des Vereins hervor.

Für den Westfalenligisten hat das gravierende Planänderungen zur Folge. Früher als gedacht muss nun der bisherige A-Jugendtrainer Engin Acar den Posten am Spielfeldrand übernehmen. Doch die personellen Veränderungen betreffen nicht nur die Verantwortlichen des Vereins. Zwar sei eine Neuausrichtung der Mannschaft Acar zufolge ohnehin in naher Zukunft erfolgt, jetzt droht dem VfL allerdings ein enormer Aderlass.

Neben dem Abgang von Leistungsträger und Torjäger Marvin Höner (wechselt im Sommer zum FC Preußen Espelkamp) stehen auch die Wechsel von Memos Sözer, Philip Kunde und Agon Beqiri bereits fest. Doch damit nicht genug. Im Gespräch mit der Zeitung „Neue Westfälische“ betonte Co-Trainer Timo Niermann, dass sich „andere Vereine wie die Geier auf unsere Spieler gestürzt haben. Wir müssen zusehen, dass wir schleunigst unser Tafelsilber in Sicherheit bringen“.

Suche nach Sportlichem Leiter läuft

Das Problem: Mit finanzstarken Vereinen wie beispielsweise dem FC Preußen Espelkamp könne der VfL laut Heinz-Werner Stork nicht mithalten: „Wir fahren ein anderes Konzept und müssen das auch tun“, dies sei allerdings auch schon vor der Pandemie der Fall gewesen. Dennoch wolle man versuchen, die Auswirkungen des nahenden Umbruchs so gering wie eben möglich zu halten.

Dabei helfen sollen Co-Trainer Timo Niermann und Kapitän Alessio Giorgio, die unlängst ihren Verbleib angekündigt hatten. Derweil bleibt auch die Position des Sportlichen Leiters beim VfL Theesen vakant. Als einer der Kandidaten galt zwischenzeitlich sogar Kapitän Giorgio. Dem schob Stork nun allerdings einen Riegel vor: „Stand ist: So lange er selbst noch spielt, kommt Alessio nicht in Frage. Darauf haben wir uns mit ihm verständigt“; erklärte er gegenüber der „Neuen Westfälischen“

Inwieweit der VfL, gegen den der Lüner SV zuletzt im September mit 2:3 unterlag, den personellen Umbruch tatsächlich abfedern und die Abgänge der Leistungsträger kompensieren kann, bleibt abzuwarten. Sicher ist allerdings, dass der Start in das neue Jahr für den VfL aufreibender kaum hätte ablaufen können.

Über den Autor
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Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul

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