Einblicke in die Sportredaktion

Ein Tag in der Redaktion: So arbeiten unsere Sportreporter

Von der Morgenkonferenz bis zum fertigen Artikel am Abend: Der Alltag eines Sportreporters hat gewisse Strukturen – und trotzdem ist jeder Tag anders! Wir nehmen Sie mit hinter die Kulissen.
Im Normalfall arbeiten wir in der Redaktion in der Lüner Innenstadt. In der aktuellen Zeit schauen wir dort allerdings nur selten vorbei. © Marius Paul

Hallo, ich bin Marius Paul, stamme ursprünglich aus dem Osnabrücker Land und möchte Ihnen mich und meine Arbeit an dieser Stelle einmal kurz vorstellen. Im Herbst 2019 bin ich zu den Ruhr Nachrichten gekommen und arbeite nun seit Januar 2021 in der Sportredaktion Lünen.

Gemeinsam mit meinen Kollegen aus Werne, Unna, Kamen, Selm, Olfen und Nordkirchen bilde ich die Lokalsporteinheit, die sogenannte Redaktion „Kreis Unna Redaktion Sport“ (KURS).

Schon während meines Studiums habe ich für unterschiedliche Zeitungen gearbeitet und konnte in den Journalismus hineinschnuppern. Das Recherchieren und Schreiben hat mir schon immer viel Spaß gemacht und in der Sportredaktion Lünen kann ich dies jetzt sogar mit meiner großen Leidenschaft, dem Sport, vereinbaren. Für mich persönlich ein ziemlicher Hauptgewinn.

Im Folgenden möchte ich Ihnen einen kleinen Einblick in die alltägliche Arbeit unserer Redaktion ermöglichen – ein Blick hinter die Kulissen.

Der Kaffee darf passend zu den Konferenz natürlich nicht fehlen. © Marius Paul © Marius Paul

Der Tag startet für gewöhnlich erst einmal mit einer Runde Kaffee. Da hat sich auch in der jetzigen Corona-Zeit nicht viel verändert, auch wenn das Kollegengespräch am Kaffee-Automaten derzeit wegfällt. Samt Kaffee geht es dann in die morgendliche Konferenz.

Das kurze Treffen: Die Konferenz

In der Konferenz treffe ich mich mit den anderen Kollegen aus dem Lokalsport – im Moment natürlich lediglich per Video – und wir besprechen die Arbeit für den aktuellen Tag. Allerdings werfen wir auch einen Blick zurück und schauen, wie die veröffentlichten Artikel bei den Lesern angekommen sind, ob wir vielleicht sogar wichtige Themen außer Acht gelassen haben und wo es sich lohnt, eventuell auch noch einmal nachzufassen.

Dann geht es aber auch schon zum Tagesgeschäft. Da geht es in der Konferenz im Grunde häufig um dieselben Fragen: Welche Themen sollten wir heute angehen? Was interessiert die Menschen in der Stadt und was sollten die Leser wissen? Hier wird auch deutlich, weshalb es für uns so wichtig ist, sich untereinander abzusprechen.

Was will der Leser wissen? Die Themenfindung

Wenn es beispielsweise ein Thema gibt, das sowohl für mich in Lünen als auch für die Kollegen in Selm und Werne interessant erscheint, dann können wir ein gemeinsames Vorgehen absprechen. Mit welchen Menschen müssen wir sprechen? Wer kontaktiert wen? Wo bekommen wir weitere Informationen her? Es ist also ein großer Strauß an Absprachen nötig und das zieht sich eigentlich durch den kompletten Tagesverlauf.

Denn in diesem Punkt unterscheidet sich die redaktionelle Arbeit im Homeoffice schon deutlich vom Alltag im Großraumbüro. Eigentlich ist man in einem ständigen Austausch mit seinen Kollegen. Wir sprechen über unsere Recherche-Ergebnisse, überlegen gemeinsam wie bestimmte Themen angegangen werden können und diskutieren unterschiedliche Meinungen.

Mittlerweile ist man im Homeoffice auch gut ausgestattet. Zwei Bildschirme erleichtern die Arbeit dabei enorm. © Marius Paul © Marius Paul

Das alles findet derzeit online statt. Also zum Großteil über Chatgruppen, oder – wenn es sehr komplex ist und man eventuell keine Lust hat, unzählige Zeichen zu tippen – auch per Videoanruf.

Sitzt man allerdings gemeinsam in einem großen Büro, fallen solche Absprachen deutlich einfacher und kürzer aus. Da kann man auch manchmal einfach quer durch den Saal rufen. Doch mit der Zeit haben wir uns an die neue Arbeitsweise gewöhnt, auch wenn der persönliche Kontakt zu den Kollegen natürlich fehlt.

Auf Spurensuche: Die Recherche

Moment. Wo waren wir? Ach ja. Nach der Konferenz und den Absprachen steht für mich das Programm für den Tag eigentlich fest. Ich kann mit meinen Recherchen beginnen, Menschen anrufen und Informationen zusammentragen.

Normalerweise sind wir Sportreporter häufig auf den Plätzen der Region unterwegs. Im Moment steht man allerdings überall vor verschlossenen Türen. © Marius Paul © Marius Paul

Normalerweise gehören auch Termine vor Ort zum Alltag eines jeden Sportredakteurs, gerade an den Wochenenden, wenn es auf den Fußballplätzen und in den Sporthallen zur Sache geht. All diese Dinge fallen aktuell weg. Eine Sache hat aber Bestand: Bis ich das erste Wort für einen Artikel schreibe, vergeht oft einige Zeit.

Die heiße Phase: Schreiben und finalisieren

Das Schwierigste ist häufig, den Einstieg in einen Artikel zu formulieren. Man will das Interesse des Lesers wecken, ihn für ein Thema begeistern. Deshalb kann es schon mal vorkommen, dass es etwas dauert, bis der Artikel Gestalt annimmt. Mit dem bloßen Schreiben ist es allerdings gar nicht getan. Bei der Umsetzung geht es auch um die Fragen: Habe ich aussagekräftige Bilder? Kann ich das Thema eventuell auch in einem Video umsetzen? Brauche ich vielleicht sogar eine Grafik? Erst wenn ich diese Fragen geklärt habe, ich mit dem Text zufrieden bin und mindestens ein Kollege den gesamten Artikel überprüft hat, gibt es den grünen Haken. Der bedeutet bei uns, dass der entsprechende Text für die Veröffentlichung freigegeben ist.

Am späten Nachmittag geht es dann an die Produktion der tatsächlichen Zeitungsseiten. Ja – die Printzeitung gibt es immer noch und für viele gehört zum morgendlichen Frühstück auch heutzutage noch eine Zeitungsausgabe aus Papier.

Ab und zu kann es zu technischen Störungen oder Ausfällen kommen. Da hilft dann nur ein Anruf bei der IT. © Marius Paul © Marius Paul

Das ist im Übrigen auch bei mir, der sonst – würde ich mal mutig behaupten – vergleichsweise digital unterwegs ist, nach wie vor der Fall. Auch hier stellen sich dann wieder konkrete Fragen: Welche Artikel sollten morgen in der Zeitung erscheinen? Gibt es bestimmte Termine, die beachtet werden müssen, oder gab es im Laufe des Tages Entwicklungen, die schnellstmöglich veröffentlicht werden sollten?

Der Blick auf den nächsten Tag

Sind diese Fragen geklärt, kann ich mit einer bestimmten Software die Zeitungsseiten gestalten. Anschließend wirft noch einmal ein Kollege einen Blick auf die fertigen Seiten, nimmt sie ab und gibt das „Go“ für die Produktion. Damit sind wir auch schon fast am Ende eines typischen Arbeitstages in der Lüner Sportredaktion. Doch ein Punkt fehlt noch.

Denn ein Tag endet bei uns so, wie er begonnen hat. Zwar nicht etwa mit einem Kaffee, sondern mit einer abschließenden Konferenz. Mit den Redaktionskollegen bespreche ich noch einmal, ob es irgendwelche Sachen gibt, die noch erledigt werden müssen.

Wir diskutieren Dinge und Ereignisse, die während der zurückliegenden Stunden geschehen sind und planen schon das eine oder andere Thema für den folgenden Tag.

In diesem Sinne, viele Grüße

Marius Paul

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