Der Spiel- und Trainingsbetrieb ruht. Bei der Geschäftsführerin eines Lüner Vereins ruft das nicht nur Verständnis hervor. © Felix Schmale
Handball

Durch spezielle Regel: Eine Lüner Sportmannschaft durfte vor allen anderen in die Halle

Vor allen anderen Lüner Hallensportlern durfte eine Mannschaft in ihre Halle - und sogar Kontaktsport in voller Gruppengröße treiben. Dabei half ihr die Corona-Schutzverordnung.

Der Inzidenzwert der Corona-Neuinfektionen sinkt im Kreis Unna weiter – zuletzt sogar wieder deutlich. Daraus ergaben und ergeben sich immer mehr Möglichkeiten für den Sport. Ein Team machte schon vorher Gebrauch von einer ganz besonderen Möglichkeit.

Bekannt ist Marcel Mai dafür, die Oberliga-Handballerinnen des Lüner SV zu trainieren. Mit dem Team stieg er in den vergangenen Jahren zwei Mal auf, überholte sogar den VfL Brambauer als Nummer eins im Lüner Frauen-Handball.

Marcel Mai: Online-Training zahlt sich aus für den Lüner SV

Die LSV-Handballerinnen trainierten Mittwoch erstmals in der Halle – noch kontaktlos. Zuvor hatte das Team bereits im Freien an der Physis gearbeitet, das konstante Online-Training hätte seine Sieben gut darauf vorbereitet, so Mai.

LSV-Trainer Marcel Mai hat der Stadt ein eigenes Trainings-Konzept für das Umfeld der Rundsporthalle vorgelegt.
LSV-Trainer Marcel Mai hat der Stadt ein eigenes Trainings-Konzept für das Umfeld der Rundsporthalle vorgelegt. © Weitzel © Weitzel

„Relativ locker“ sei das Training gewesen, sagt Mai. „Wir haben viel Wert auf Stabilität und Agilität gelegt, haben aber auch handballspezifische Bewegungen mit reingenommen“, so Mai. Das Team scheint bereit, wieder in den Kontaktsport einzusteigen.

Mai will innerhalb der nächsten zwei Wochen die Intensität steigern. „Wir wollen im Prinzip spätestens dann auch die Vorbereitung starten. Dann können wir Gas geben. Es hat sich ausgezahlt, das Online-Training hochzuhalten“, sagt er.

Obwohl die Oberliga-Frauen das Aushängeschild des LSV sind, ist ein Team des Vereins jedoch schon ein Stückchen weiter in der Vorbereitung. Schon am vergangenen Sonntag trainierte die weibliche A-Jugend erstmals in der Rundsporthalle.

Und das, obwohl der Kontaktsport in voller Gruppengröße in geschlossenen Räumen da noch verboten war. Möglich machte es ein Absatz in der Corona-Schuttverordnung, der genau das allen Mannschaften ermöglicht, die sich für bundesweite beziehungsweise länderübergreifende Ligen qualifizieren wollen.

A-Jugend des Lüner SV will in die Bundesliga

Die extrem talentierte A-Jugend des Vereins hat genau das vor: die Qualifikation für die A-Jugend-Bundesliga. Die Qualifikation dafür soll schon im August stattfinden. Demnach habe man sich auf den entsprechenden Artikel der Schutzverordnung berufen können, so Mai, der das Team ebenfalls coacht.

Eine Herausforderung für die Vorbereitung beider Mannschaften stelle die Regelung der Stadt Lünen dar, die Rundsporthalle zwischen zwei Trainingseinheiten jeweils für 45 Minuten zur Durchlüftung freizuhalten.

Mai spricht von einem „großen Problem“. „Das macht es sehr, sehr kompliziert“, sagt er. Immerhin: Viele seiner Spielerinnen würden in den kommenden Wochen durchgeimpft sein. „Das sind Dinge, die wir in der Planung mit einbeziehen müssen“, so Mai.

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freier Mitarbeiter
Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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