Auf den Fußballplätzen der Region hat seit Monaten kein Spiel stattgefunden. © picture alliance / Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
Fußball

Diskussionen um Re-Start der aktuellen Saison: Zeit läuft Vereinen davon

Kann die aktuell unterbrochene Saison gewertet werden? Das hängt vor allem vom Erreichen der 50-Prozent-Marke ab. Wir haben nachgeschaut, was das für die Ligen der Lüner Fußballvereine bedeutet.

Kann die Saison 2020/2021 noch einmal wiederaufgenommen werden, oder muss die aktuelle Spielzeit aufgrund der Corona-Pandemie komplett abgebrochen werden? Das ist die Frage, die derzeit alle Menschen umtreibt, die es irgendeiner Art und Weise mit dem Amateurfußball halten. Wüsste man jetzt – der Januar neigt sich dem Ende zu – eine Antwort, sollte man angesichts der ungewissen Lage umgehend mit dem Lotto-Spielen beginnen.

Vorzeitiger Abbruch juristisch nicht möglich

Schon frühzeitig hatte sich der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) auf eine Regelung festgelegt, falls steigende Fallzahlen und ein anhaltendes Infektionsrisiko einen normalen Ablauf der Saison verhindern sollten. Nach wie vor lautet das formulierte Ziel, mindestens 50 Prozent der Spiele in einer Liga zu absolvieren. Erst wenn diese Marke erreicht ist, kann die Saison laut FLVW gewertet werden, inklusive Auf- und Absteigern.

Ein vorzeitiger Abbruch der Spielzeit sei schon aus juristischer Sicht keine Option, ließ der Verband in der vergangenen Woche verlauten. Und noch sind die Aussichten, die 50-Prozent-Hürde zu meistern, durchaus realistisch. Zwar gilt noch bis Mitte Februar ein verschärfter Lockdown und eine mögliche Verlängerung ist noch lange nicht vom Tisch. Kann der Spielbetrieb allerdings bis spätestens zu Ostern (4. und 5. April) wiederaufgenommen werden, sei eine Fortsetzung der Saison im Bereich des Machbaren, so zumindest der derzeitige Plan.

Nicht so eindeutig ist die Sachlage hingegen bei der benötigten Vorbereitungszeit. Während der Verband es für möglich hält, nach einer zweiwöchigen Trainingsphase wieder in den Spielbetrieb einzusteigen, plädieren zahlreiche Vereine dafür, mindestens vier Wochen Vorbereitung zu ermöglichen. Laut Verband seien die eingebrachten zwei Wochen indes nur eine Grundlage, über die mit den Vereinen noch diskutiert werden solle.

Trainingsbetrieb spätestens im März

Beachtet man die notwendige Vorbereitungszeit, müsste ein Trainingsbetrieb demzufolge ab allerspätestens Mitte März möglich sein. Fernab einiger Eventualitäten bleiben also einige Bedenken, ob ein Re-Start der laufenden Spielzeit tatsächlich umgesetzt werden kann. Mit dem Gedanken an zahlreiche Englische Wochen müssen sich die Spieler aber schon jetzt unweigerlich anfreunden.

Nimmt man die besagte 50-Prozent-Marke als entscheidendes Indiz, sind die Voraussetzungen in den einzelnen Ligen mit Lüner Beteiligung – von Westfalenliga bis zur Kreisliga A – durchaus unterschiedlich. Wir haben mal einen genaueren Blick auf die bislang absolvierten Partien geworfen und nachgeschaut, wie viele Spiele bislang überhaupt stattgefunden haben:

Das ist der Stand der Dinge:

Westfalenliga 1 – 18 Vereine: 306 Spiele stehen in einer normalen Saison insgesamt auf dem Programm der Westfalenliga 1. Bis zur unfreiwilligen Zwangspause wurden von diesen Spielen lediglich 62 Partien absolviert. Das sind schlussendlich 20,3 Prozent. Der Lüner SV ist mit fünf absolvierten Begegnungen die Mannschaft, die bisher mit Abstand am wenigsten Spiele bestritten hat. Alle anderen Vereine haben entweder sieben oder acht Duelle hinter sich. Bezirksliga 8 – 16 Vereine: In der Bezirksliga 8 mit ihren 16 Mannschaften finden im Normalfall nur 30 Spieltage statt. Von den anvisierten 240 Partien sind bisher allerdings sogar nur 45 Partien – sprich 18,8 Prozent – gespielt worden. Sowohl der Lüner SV II als auch der BV Brambauer haben jeweils fünf Spiele absolviert. BW Alstedde und Westfalia Wethmar waren sechsmal im Einsatz. Kreisliga A2 Dortmund – 18 Vereine: Auch in der Kreisliga A2 Dortmund gilt es 34 Spieltage zu absolvieren. Aktuell konnten aber nur 56 der 306 Spiele über die Bühne gebracht werden (18,3 Prozent). Hier sind die Spielanteile allerdings ebenfalls äußerst ungleichmäßig verteilt. Während Preußen Lünen nur drei, der BV Brambauer II vier und die SG Gahmen und der VfB Lünen immerhin fünf Partien bestreiten konnten, haben Mannschaften wie der SC Husen Kurl und Alemannia Scharnhorst bereits acht Spiele absolviert. Kreisliga A2 Unna-Hamm – 16 Vereine: Von den 240 Spielen sind in der zweiten Kreisliga A mit Lüner Beteiligung bis zum erneuten Lockdown 40 Begegnungen angepfiffen worden. Das macht eine Quote von nur 16,7 Prozent. Die Ausgangslage ist dabei jedoch für alle 18 Mannschaften gleich, denn jedes Team hat bisher fünf Partien bestritten. Das gilt demzufolge auch für die zweite Mannschaft von Westfalia Wethmar.

Über den Autor
Redakteur
Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul

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