Dieter und Astrid Marschang kümmern sich beim Lüner SV um die Pflege der Sportanlagen. © Bernd Janning
Amateurfußball

Der Platzwart hält im Lockdown die Stellung: Zwangspause kommt Sportanlagen zugute

Seit mittlerweile mehr als drei Monaten herrscht auf den Fußballplätzen der Region gähnende Leere. Doch gerade in der kalten Jahreszeit profitieren die Sportanlagen vom aktuellen Stillstand.

Wer dieser Tage die Bundesliga im Fernsehen verfolgt hat, dem dürfte mancherorts aufgefallen sein, dass die Rasenplätze in den Stadien derzeit eher einer braunen Bolzwiese gleichkommen, denn eines grünen Teppichs. Der Grund sind die aktuellen Witterungen, die die Plätze stark beanspruchen. Mit ähnlichen Problemen kämpfen normalerweise auch die Platzwarte im Amateurfußball. Doch die momentane Zwangspause ist für die Sportanlagen der Region sogar von Vorteil.

Kalte Jahreszeit strapaziert Untergrund

Seit beinahe neun Jahren kümmert sich Dieter Marschang um die Pflege und Instandhaltung der Heimstätte des Lüner SV. Die Kampfbahn Schwansbell ist sein Zuhause. So wenig Betrieb wie in den vergangenen Wochen hat der 70-Jährige auf der Sportanlage des Westfalenligisten aber nur selten erlebt. „Normalerweise müssen meine Frau und ich regelmäßig den Umkleidetrakt sauber machen. Das findet jetzt im Moment natürlich überhaupt nicht statt“, erklärt der Platzwart.

Im Normalfall sei der Winter vor allem für den Rasenplatz im Stadion eine äußerst schwierige Zeit. „Wenn die Temperaturen derart sinken, gibt es natürlich auch kein Wachstum. Das heißt, dass vorhandene Löcher nicht wieder zuwachsen und beim Trainingsbetrieb oftmals auch ganze Stücke herausgerissen werden“, so Marschang.

Die Folge seien Platzverhältnisse wie man sie derzeit sogar in der Bundesliga beobachten kann – samt zahlreicher Unebenheiten, einiger Löcher und Stellen, an denen gar kein grüner Rasen mehr erkennbar ist. Auch wenn die momentane Zwangspause laut Marschang aus sportlicher Sicht eine Katastrophe sei, „für den Zustand der Plätze ist der fehlende Trainings- und Spielbetrieb allerdings durchaus von Vorteil.“

Neue Werbebanden werden installiert

Der Rasen bleibe so weitestgehend unbeschädigt und könne sich erholen, ohne dass die Witterungen gravierende Folgen hätten. „Wir werden den Platz jetzt demnächst einmal mit einer Walze bearbeiten, um noch einige Unebenheiten herauszubekommen, aber ansonsten ist die Sportanlage in einem sehr guten Zustand. Vom Platz her steht einer Fortsetzung also nichts im Weg“, betont der 70-Jährige lachend.

Doch obwohl seit mehr als drei Monaten fast kein Spieler einen Fuß auf die Sportanlage gesetzt hat, wird im Umfeld des Rasenplatzes in den kommenden Wochen ordentlich gewerkelt, denn Marschang bleibt alles andere als untätig: „Wir werden demnächst einige Werbebanden austauschen. Das ist auch nochmal etwas Arbeit, aber wenn es dann hier irgendwann wieder losgehen sollte, wird alles startklar sein“, so der Hausherr.

Bis dahin dürfte dann auch der Rasen wieder akkurat gemäht sein, denn fernab der Witterungen würde sich das für den 70-Jährigen aktuell etwas schwierig gestalten. „Mein Rasenmäher ist in der Werkstatt. Vielleicht ist das jetzt gerade aber auch ein guter Zeitpunkt. Wenn der wieder da ist, kann ich hoffentlich auch schon das erste Mal wieder mähen.“

Über den Autor
Redakteur
Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul

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