Vom Sport-Lockdown sind auch die Jugendmannschaften betroffen. An eine Rückkehr auf den Platz - oder sogar in die Halle - ist derzeit nicht zu denken. © Günther Goldstein
Fußball

Corona-Sorgen: Droht den Lüner Jugendabteilungen eine Austrittswelle?

Ein Ende der Corona-Pandemie ist nicht in Sicht. Das beschert vor allem den Jugendabteilungen im Lüner Fußball Sorgenfalten. Um den Nachwuchs bei Laune zu halten, muss man kreativ werden.

Seit mittlerweile gut einem Jahr beherrscht das Coronavirus unser Leben. Die schlechten Nachrichten um hohe Neuinfektionen und Mutationen reißen nicht ab. Der Lockdown wurde gerade erst verlängert, eine baldige Rückkehr auf die Sportplätze ist aktuell undenkbar. Die Saison ist mittlerweile seit mehreren Monaten unterbrochen, auch der Trainingsbetrieb ruht. Die Sportanlagen sind gesperrt.

Motivation als kritischer Faktor

Zwar versucht die Stadt Hilfestellungen zu geben und steht bei Fragen rund um die aktuelle Zeit jederzeit als Ansprechpartnerin zur Verfügung, doch eines kann auch kein Mitarbeiter der Sportverwaltung absehen: Wie groß wird die Motivation vor allem bei den jugendlichen Mitgliedern sein, überhaupt wieder auf die Plätze zurückzukehren? Das Handy, der Fernseher und die Spielekonsolen könnten zum großen Feind der Vereine werden.

Denn eine Studie der Universitätsklinik Münster ergab unlängst, dass während der Pandemie die Bildschirmzeiten bei Jugendlichen stark ansteigen, während körperliche Aktivität immer weiter abnimmt. Von großen Austrittswellen der Mitglieder ist derzeit zwar nichts bekannt, die Angst davor ist jedoch bei allen spürbar.

„Wir haben momentan noch keine Abmeldungen im Jugendbereich, aber wir wissen nicht, ob bei einer Wiederaufnahme des Sports alle wieder dabei sein werden. Ob sie noch Lust und Spaß haben, wird man erst sehen, wenn es wieder losgeht“, sagt Peter Serges vom SV Preußen. Der Geschäftsführer des Klubs aus Horstmar betont: „Wir werden da viel Überzeugungsarbeit leisten müssen um alle wieder dahin zubekommen, wo wir waren. Vor allem müssen wir die Lust und den Spaß an unserem Sport wieder bekommen.“

Trainingsvideos, um Bewegung zu fördern

Sebastian Burmann teilt diese Sorgen. „In der Tat ist das eine schwierige Zeit. Die Auswirkungen sind momentan noch nicht absehbar“, so der Jugendleiter des Lüner SV. Der Klub aus Schwansbell versucht mit Trainingsvideos und Nachrichten den Kontakt zu seinen Mitgliedern zu halten. „Ich denke es wird eine gewisse Zeit dauern, bis dann wieder der Fußballalltag einkehrt“, wagt Burmann einen Ausblick auf die Zeit nach dem Lockdown.

Auf Videos setzt auch E-Jugend-Trainer Justin Brunnert von Blau-Weiß Alstedde. Er möchte von seinen Spielern Bewegung sehen. „Ich erstelle einen Plan. Dort ist dann Technik, Kraft und Ballkontrolle gefragt. Die Jungs sollen diesen dann innerhalb von einer Woche bearbeiten und mir durch Bilder oder Videos dann Nachweise dafür schicken.“

Dadurch steht Brunnert in ständigem Kontakt mit den jugendlichen Sportlern. Und das scheint gut zu funktionieren. Denn wie BWA-Jugendleiter Alexander Specht berichtet, gibt es in Alstedde die Jugend betreffend bisher keine Sorgen. „Es läuft alles in normalen Bahnen. Alle, die bis Oktober mit dabei waren, bleiben auch an Board. Es haben auch alle Eltern vollstes Verständnis für die aktuelle Situation.“

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