Schon während der Partie wirkte Spielertrainer Tim Hermes nicht gerade glücklich. © Timo Janisch
Fußball-Bezirksliga

BW Alstedde gegen Lüner SV II völlig von der Rolle: Trainer Tim Hermes ist angefressen

Das 2:2 von BW Alstedde gegen die Reserve des Lüner SV gehört zu den größten Überraschungen der ersten Spieltage. Entsprechend sauer war Spielertrainer Tim Hermes nach Abpfiff.

Bislang war der Lüner SV II seine Fußball-Bezirksliga-Tauglichkeit schuldig geblieben. Mit 1:10 Toren und null Punkten war die inzwischen beinahe chronisch schwache Reserve am Sonntag an den Alstedder Heikenberg gereist.

Deshalb staunten die Zuschauer auch nicht schlecht, dass sich BW Alstedde von Anpfiff an schwertat und seine überlegene individuelle Qualität nur situativ zeigen konnte. Doch es kam für BWA auch ergebnistechnisch noch schlimmer.

Tim Hermes zwei Treffer reichen nicht für BW Alstedde

Zwar traf Alstedde durch Spielertrainer Tim Hermes (14./60.) zwei Mal und legte so auch jeweils vor. Doch stets eine gute Viertelstunde später glich der LSV aus, vor allem das schlussendlich den Endstand bedeutende 2:2 durch einen Sonntagsschuss von Can Acar schockte BWA sichtlich.

Bitter für Alstedde: Beinahe immer, wenn die Blau-Weißen zu ihrem Spiel fanden, ihr Tempo auf dem Flügel ausnutzten oder Ex-Profi Hermes in Position brachten, entstand Gefahr. Es war kein enttäuschendes Unentschieden, das auf fehlender fußballerischer Klasse beruhte.

Tim Hermes hat wenig Verständnis für die Einstellung von BW Alstedde

Das sah Hermes, der auch einige Minuten nach Abpfiff spürbar angefressen war, ganz ähnlich. Er kritisierte die fehlende Einstellung gegen scheinbar schwache Gegner. „Ich habe es 15 Mal erklärt. Die ganze Woche über, heute vor dem Spiel extra nochmal“, so Hermes. An einer mangelnden Sensibilisierung der Mannschaft durch das Trainerteam kann die Leistung also nicht gelegen haben.

Mohamed Barry (r.) gehörte gegen den Lüner SV II noch zu den besseren Alsteddern.
Mohamed Barry (r.) gehörte gegen den Lüner SV II noch zu den besseren Alsteddern. © Timo Janisch © Timo Janisch

Hermes macht sogar ein grundsätzliches, tief verwurzeltes Problem aus. „Aber nein, es ist irgendwie drin. Das ist bei Alstedde seit fünf Jahren so, wenn kleine Gegner kommen, denkt man, man macht das mal eben so“, sagte der Spielertrainer.

Keine Körpersprache, kein Tempo, viele unnötige Fehler und unsichtbare offensive Außenspieler – Hermes sparte nicht mit kollektiver und individueller Kritik. „Ganz ehrlich: So darfst du einfach nicht auftreten. Und dann kriegst du die Quittung“, so Hermes.

Einen Erklärungsansatz hatte der 30-Jährige nicht. Auch das in letzter Minute verlorene wichtige Derby gegen Westfalia Wethmar aus der Vorwoche ließ er nicht gelten.

„Es ist einfach nur eine Kopfsache. Mit unseren Mitteln, wie wir Fußballspielen wollen und es auch vorher gemacht haben: Wenn wir so spielen und dann noch mit Einstellung, dann machst du deine drei, vier Tore“, sagte Hermes.

Kein Spieler habe Normalform gehabt, so Hermes, der am Sonntag selbst im zentralen offensiven Mittelfeld auflief und von dort aus auch eine mangelnde Laufarbeit beobachtete. „Dann sieht das Spiel genau so aus und es kommt nichts zustande“, sagte er.

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Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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