Zu bejubeln gab es bei der zweiten Mannschaft des Lüner SV in den vergangenen Spielzeiten herzlich wenig. © Timo Janisch
Fußball-Bezirksliga

„Bin seit vier Jahren unabsteigbar“ – Lüner SV II nimmt Annullierung mit Humor

Der Lüner SV II ist einer der großen Gewinner der Saison-Annullierung, denn der Bezirksliga-Abstieg wäre wohl nur schwer zu verhindern gewesen. Deshalb soll die Mannschaft nun umgekrempelt werden.

Es ist rein objektiv eine kleine Serie, die Manuel Lorenz, Trainer vom Lüner SV II, in den vergangenen Jahren hingelegt hat. Bevor Lorenz im vergangenen Jahr zum LSV kam, bewahrte er unter anderem den FC Roj vor dem Gang in die Kreisliga. Nun gelang ihm das gleiche Kunststück auch mit der zweiten Mannschaft des Lüner SV – wenn auch unfreiwillig. Laut eigener Aussage sei er damit jetzt „seit vier Jahren unabsteigbar“.

Fernab der humorvollen Sichtweise ist allerdings auch dem LSV-Trainer bewusst, dass es in den letzten beiden Spielzeiten ohne einen vorzeitigen Abbruch oder eine Annullierung wohl nicht zum Klassenerhalt in der Bezirksliga gereicht hätte. „Natürlich kommt uns die jetzige Annullierung zugute. Keine Frage. Wir hätten es einfach wirklich sehr schwer gehabt, die Klasse zu halten“, betont Lorenz fernab jeglicher Ironie.

Nicht die nötige Qualität im Kader

Mit null Punkten und einer Tordifferenz von Minus 16 lag der Lüner SV II zum Zeitpunkt der Annullierung auf dem letzten Tabellenplatz. Die Corona-Pandemie und mit ihr der fehlende Spielbetrieb verhalfen der Lorenz-Elf zu einem weiteren Jahr in der Bezirksliga – wie auch schon in der Saison 2019/20. Eine Chance, die es ohne die Annullierung vermutlich nicht gegeben hätte.

„Der Verein stellt sich gänzlich neu auf und wir haben jetzt die Möglichkeit, den Kader wirklich so zu besetzen, dass er auch Bezirksliga-Niveau hat“, so Lorenz. Schon im Herbst hatte der Coach betont, dass seine Spieler nicht die nötige Qualität auf den Platz bringen würden. Das soll sich beim neuerlichen Anlauf in der kommenden Spielzeit ändern.

LSV-Trainer Manuel Lorenz (r.) will eine schlagkräftige Mannschaft auf die Beine stellen.
LSV-Trainer Manuel Lorenz (r.) will eine schlagkräftige Mannschaft auf die Beine stellen. © David Döring © David Döring

„Ich hoffe darauf, dass wir jetzt eine schlagkräftige Truppe zusammenbekommen. Mit einigen routinierten Neuzugängen, die schon unter Beweis gestellt haben, dass sie in der Bezirksliga bestehen können und Verstärkung aus der ersten Mannschaft, wollen wir uns im nächsten Jahr besser präsentieren“, unterstreicht der LSV-Trainer.

Ausbildung der Spieler als Hauptaufgabe

Konkrete Personalia seien zwar noch nicht spruchreif, die Planungen seien aber bereits fortgeschritten. Weiterhin intensiviert werden soll auch die Zusammenarbeit mit der Westfalenliga-Mannschaft, auch wenn es bislang noch keinen Austausch mit den neuen Verantwortlichen um den zukünftigen Trainer Axel Schmeing gegeben habe.

Mit der Planungssicherheit durch die Annullierung könne man laut Lorenz nun aber auch detailliert in die Vorbereitung gehen: „Mein Job ist es, der ersten Mannschaft zuzuarbeiten und die Jungs möglichst so auszubilden, dass sie irgendwann vielleicht auch in der Westfalenliga zum Einsatz kommen können.“

Aus diesem Grund sei der Umstand, über eine zweite Mannschaft in der Bezirksliga zu verfügen, nach wie vor eine „echte Luxus-Situation“. Eine Luxus-Situation, die auf sportlichem Wege in den vergangenen Spielzeiten wohl nur äußerst schwer hätte gewahrt werden können.

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Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul
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