Schiedsrichter Tobias Kraeling hat mit Mitte 30 noch einmal einen ordentlichen Karrieresprung gemacht. © Privat
Fußball

Beförderung beim Helene-Fischer-Konzert: Lüner Schiedsrichter mit kuriosem Werdegang

Wenn jemand mit Mitte 30 noch in die Landesliga aufsteigt, dann muss er sportliche Qualitäten haben. Und bei Lünens ranghöchstem Fußball-Schiedsrichter ist das sicher der Fall. Sein besonderer Weg.

In Zeiten der Pandemie wissen nicht nur die Fußballer der Stadt derzeit wenig mit sich anzufangen. Gleiches gilt selbstverständlich auch für die Leute an der Pfeife. Denn auch die Schiedsrichter sind von der derzeitigen Zwangspause betroffen.

In der Oberliga als Assistent unterwegs

„Die Garage ist jetzt bestimmt schon drei Mal aufgeräumt“, sagt Tobias Kraeling im Gespräch mit dieser Zeitung. Lünens ranghöchster Fußball-Schiedsrichter wartet sehnsüchtig darauf, endlich wieder auf den Sportplatz zu können. Denn wenn er in seine Pfeife bläst, dann wissen die Spieler meistens schon, dass sie gerade eine Grenze überschritten haben.

Kraeling ist für den VfB Lünen aktiv und ging den klassischen Weg. Vom Spieler, der denkt, er könne das, was der Schiedsrichter macht, mindestens genauso gut, wurde aus Kraeling jemand, der mittlerweile selber in der Landesliga Spiele leiten darf. Und zudem in der Oberliga als Assistent an der Seitenlinie aktiv ist.

Mittlerweile pfeift Tobias Kraeling sogar in der Landesliga.
Mittlerweile pfeift Tobias Kraeling sogar in der Landesliga. © Privat © Privat

2003 machte er seinen Schiedsrichter-Schein, leitete zunächst in den Kreisligen und Jugend-Spielklassen die Spiele. Doch gute Leistungen brachten ihn voran. Sie waren gar so gut, dass er mit Mitte 30 noch einmal aufstieg. „Eigentlich steigt jemand in dem Alter nicht mehr nach oben auf. Aber ich habe bei den Beobachtungen überzeugt“, Kraeling.

Leitete Finale der Stadtmeisterschaft in Dortmund

Von seinem Aufstieg in die Landesliga erfuhr er bei einem Besuch eines Helene-Fischer-Konzerts. An diesem Abend hatte Kraeling also gleich zwei Gründe, um gute Laune zu haben und zu feiern. Ein Vorbild für die Schiedsrichterei hat Kraeling allerdings nicht. Er sagt dazu: „Man muss immer seine eigene Linie und seinen eigenen Zugang zu den Spielern finden. Da bringt es nichts, einfach die Leute aus der Bundesliga zu imitieren.“

Gleichwohl versuche er, Elemente von guten Leuten – ob aus der Bundesliga oder auch von seinen Schiedsrichter-Kollegen auch für sich zu adaptieren. Dass er selber gespielt habe, versetze ihn natürlich in die Lage, den Frust mancher Spieler nachvollziehen zu können. Das helfe im Umgang sehr, so Kraeling.

Durch die Corona-Pandemie konnte Tobias Kraeling in der Landesliga erst sechs Spiele pfeifen. Dementsprechend sehnt er sich, wie alle Sportler, nach einem baldigen Ende des Lockdowns.

Um dann wieder tolle Erfahrungen zu machen. Auf dem Platz und in der Halle. Als der TuS Bövinghausen Anfang 2019 in der Helmut-Körnig-Halle Dortmunder Stadtmeister wurde, durfte Kraeling das Endspiel leiten. „In der Halle dort vor mehreren tausend Menschen zu stehen und an einem Endspiel teilnehmen zu dürfen, das ist natürlich etwas ganz Besonderes“, sagt er selber dazu.

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