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Tobi Voss ist Deutscher Meister im Amateur-Muay Thai

Kampfsport

Sonntag Nachmittag, 14 Uhr. In der Juliushalle liegt ein Duftmix aus Bockwurst und ätherischem Öl. In der Hallenmitte gibt es keinen Sprungball, sondern einen Boxring. Es geht ausnahmsweise nicht um Basketball, es geht um die Deutsche Amateurmeisterschaft im Muay Thai-Boxen.

DORSTEN

von Von Andreas Leistner

, 24.10.2010
Tobi Voss ist Deutscher Meister im Amateur-Muay Thai

Bestens geschützt gingen die Kämpfer in der Juliushalle in die Fights.

Rund 80 Kämpfer aus ganz Deutschland hatten den Weg nach Dorsten gefunden. Sie kamen aus München und Magdeburg, aus Kiel und Hamburg. Viele waren schon am Samstag angereist und haben in der Workers Hall in den Räumen des Veranstalters geschlafen. Um 13 Uhr wurde es für sie am Sonntag ernst – und um 14 Uhr war der Traum vom Deutschen Meistertitel für manchen schon wieder vorbei.„Es galt halt einfaches K.o.-System“, erklärte Workers-Hall-Chef Sebastian Louven. Auch für einige seiner Kämpfer bedeutete das das frühe Aus. Insgesamt konnten die Gastgeber aber mit der sportlichen Bilanz der DM sehr zufrieden sein. Absolutes Highlight: der Titelgewinn von Tobi Voss bei den Männern bis 85 kg. Allerdings war sein Sieg auch glücklich – sein Gegner, der Hamburger Maik Lemke, galt mit seinen 30 Jahren und entsprechender Erfahrung gegen den 18-jährigen Dorstener als Favorit, doch im Finale zog er sich eine Verletzung zu und musste aufgeben.

„Tobi ist ein Riesentalent“, freute sich Sebastian Louven mit seinem Schützling über den deutschen Meistertitel. Voss bringe neben dem Talent auch den nötigen Biss mit. Den zeigten aber auch andere Dorstener. Ekrem Secik musste sich bei den Männern bis 71 kg erst im Halbfinale geschlagen geben und Janine Schlemme (Juniorinnen -{FSPACE}57 kg) und Marcel Gisa (Junioren - 63,5 kg) schafften es sogar bis ins Finale, mussten sich dann aber mit dem Vizemeistertitel begnügen. Bei sechs angetretenen Workers-Hall-Kämpfern eine beachtliche Bilanz.

Und das außersportliche Fazit? „Ich bin restlos zufrieden“, verzeichnete Sebastian Louven die Veranstaltung auch organisatorisch als Erfolg. Der dicht gedrängte Zeitplan wurde – auch dank der Kampfrichter – problemlos eingehalten. Vor dem Kampf musste so mancher Kämpfer seinen traditionellen Wai-Kruh-Tanz mit dem Kampfrichter im Nacken ein wenig verkürzen, doch nur so konnte der letzte Sieger nach insgesamt 37 Kämpfen schon kurz vor 19 Uhr verkündet werden. Viele Kämpfer hatten da noch einige hundert Kilometer Heimreise vor sich. Manche mit drei oder vier Kämpfen in den Knochen, andere nur mit einem. Und während sich die Gäste auf den Heimweg machten, ging die Workers-Hall-Crew ans Aufräumen. Der Ring wurde abgebaut, die Juliushalle verwandelte sich wieder in eine Basketball-Halle. Was blieb, war ein Hauch von Bockwurst und ätherischem Öl. 

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