Winterhallenrunde wegen Corona beendet, Sommersaison verschoben: So planen Wernes Tennisclubs

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Die Corona-Krise stellt auch die Sportvereine vor große Probleme. Das sagen die Sportwarte des Werner TC 75 und des TC Blau-Weiß Werne zu der aktuellen Situation.

Werne

, 24.03.2020, 18:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den vergangenen Tagen haben der Deutsche Tennis Bund (DTB) und der Westfälische Tennis Bund (WTB) die Winterhallenrunde vorzeitig beendet, über Auf- und Abstiegsregelung verfügt und den Start der Sommersaison auf Anfang Juni verschoben. Wir haben beim Werner TC 75 und dem TC Blau-Weiß Werne nachgehört, wie die Sportwarte der Vereine aus der Lippestadt die Situation bewerten.

Die Winterhallenrunde 2019/2020 ist offiziell beendet: Als Aufsteiger steht fest, wer in den verbliebenen Spielen nicht mehr einzuholen gewesen wäre. Wer die Möglichkeit gehabt hätte, rechnerisch den Aufstieg zu schaffen, wird vom Verband gefragt, ob er tatsächlich aufsteigen möchte. Und als Absteiger stehen nur Klubs fest, die es rechnerisch nicht mehr ans rettende Ufer hätten schaffen können.

WTC-Sportwart Ralph Flemming spielt selbst in der Herren 40 seines Klubs. „Wir sind mit unserer Mannschaft Erster und hätten nur noch gegen den Letzten gespielt. Das Spiel hätten wir sicher gewonnen, warum sie uns nicht direkt aufsteigen lassen, weiß ich auch nicht“, sagt Flemming. „Wenn alle aufsteigen die wollen - die haben die Ligen nach und nach über die Jahre ausgedünnt um sie leistungsstärker zu machen. Wenn sie jetzt die komplette Rolle rückwärts machen, weiß ich nicht, ob das so im Sinne des Erfinders ist.“

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Der Gedanke um die Ligengröße und -stärke beschäftigt auch Andreas Thiveßen vom TC Blau-Weiß. Da nun wohl mehr Teams die Möglichkeit hätten, den Aufstieg wahrzunehmen, sei die Frage, „ob es dann in den kommenden Jahren mehr Absteiger geben wird, damit es entzerrt wird. Es ist ja auch eine Qualitätsfrage, ob nicht ein Aufsteiger pro Liga reicht“, meint Thiveßen. „Aber ich glaube, dass man sich da juristisch hat beraten lassen, was die Wettspielordnung hergibt. Vielleicht ist das auch eine Schutzmaßnahme, und man hat in der nächsten Saison Achter- oder Neuner-Gruppen, und dann steigt einer mehr ab als sonst um es zu entzerren.“

Tennis im Blick: Andreas Thiveßen.

Tennis im Blick: Andreas Thiveßen. © Möller

Doch vor der nächsten Wintersaison soll eigentlich noch die Sommersaison gespielt werden - deren Start nun auf den 8. Juni verschoben wurde. „Ich glaube, dass man jetzt gut daran tut, das wirklich abzuwarten, wie sich die Lage wöchentlich oder in den nächsten 14 Tagen entwickelt“, sagt Thiveßen. „Deswegen glaube ich, dass man alles zeitlich hinauszögert. Die Maßnahmen gegen Corona in Deutschland sind richtig und wichtig, aber ob das mit der Zeit ausreicht, weiß ich nicht. Man muss immer auf aktuelle Geschehnisse reagieren, und das über einen längeren Zyklus zu sehen, wäre unseriös.“

Ralph Flemming vom WTC spricht sich für Planungssicherheit aus. „Ich würde jetzt die Meisterschaft in der Sommersaison komplett ausfallen lassen. Wir frieren einfach alles ein und spielen 2021 zum gleichen Punkt wo wir jetzt sind, weiter“, so Flemming.

Zu wenig Zeit für die Sommersaison

In NRW seien vom 29. Juni bis zum 11. August Sommerferien angesetzt, ergo blieben zwei Wochen Spielzeit vor und sechs Wochen nach den großen Ferien. Zu wenig. „Wir haben elf Mannschaften im Erwachsenenbereich und zwölf im Jugendbereich. Die Anzahl der Spiele bekommen wir an acht Wochenenden gar nicht unter. Und das ist noch der Bestwert, ohne dass es regnet und Ausweichtermine und sowas gibt. Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass das sinnvoll funktioniert“, erklärt Flemming.

Die unsichere Lage und die sich rasant verändernden Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus stellen die Tennisclubs vor Schwierigkeiten. „Das Problem ist die Ungewissheit. Kein Mensch weiß, wie es weitergeht“, fasst Flemming zusammen. „Ich fände es günstiger, wenn man nicht von Tag zu Tag denkt, sondern sagt: ‚Komm, wir machen das einfach neu!‘ Aber ich kann auch den Verband verstehen, da steckt so viel Geld dahinter.“

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