Kein Trainingslager, keine Wettkämpfe, die U18-DM wackelt: Das Coronavirus macht auch Wernes Leichtathletik-Hoffnung Ida Lefering einen Strich durch die Rechnung. Doch die 15-Jährige bleibt positiv.

Werne

, 30.03.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Grüner Stadtwald statt rote Tartanbahn: Die Werner Nachwuchs-Leichtathletin Ida Lefering setzt auch in Zeiten der Corona-Krise ihren Trainingsplan um. Doch auf welches Ziel die 15-Jährige aktuell genau hintrainieren kann, ist unklar. Ob die Deutschen U18-Meisterschaften Ende Juli stattfinden können, steht in den Sternen. Das geplante Trainingslager in den Osterferien fällt aus.

Ihr reguläres Programm hat es in sich. Sechs Mal pro Woche trainiere sie, davon zwei bis drei Mal in Coesfeld bei der LG, jede zweite Woche beim Stützpunkttraining in Münster und die restlichen Einheiten in Werne, berichtet Ida Lefering. Weil Sportstätten noch mindestens bis zum 19. April geschlossen bleiben, weicht die Wernerin für ihre Übungseinheiten in den heimischen Stadtwald aus.

„Von den Einheiten her habe ich immer noch den gleichen Umfang“, erklärt Ida Lefering. „Mein Trainer (Bernd Bohmert von der LG Coesfeld, Anm. d. Red.) schickt mir weiterhin Trainingspläne, immer für zwei Wochen.“

Zeit genug findet die amtierende deutsche U16-Vizemeisterin über 800 Meter dafür aufgrund der ebenfalls bis zum 19. April geschlossenen Schulen locker. „Da bekommen wir nur Aufgaben, die wir bis zu einer bestimmten Frist abgeben müssen, sonst ist man da relativ frei, wann man die macht“, sagt Ida Lefering. „Deswegen kann man das Training besser koordinieren als mit festen Schulzeiten.“

Die zusätzliche Freizeit sei zwar auf der einen Seite angenehm, weil man nun öfter Zeit habe, sich zu entspannen, aber: „Eigentlich will ich, dass es schnell wieder wie vorher wird, weil alleine trainieren lange nicht so viel Spaß macht wie mit anderen zusammen“, sagt die 15-Jährige.

Trainingslager fällt wegen Coronavirus aus

Auch das geplante Trainingslager in den Osterferien entfällt. Eigentlich sollte es mit der LG Coesfeld für neun Tage nach Rinteln an der Weser gehen. Stattdessen legt Ida Lefering zu Hause noch eine Schüppe drauf. „Deswegen ist mein Trainingsumfang jetzt ein bisschen höher als normal, weil ich ja auch mehr Zeit habe und damit ich das auffange, was ich durch das Trainingslager verpasse“, sagt sie.

Und dann ist da ja auch noch die Sache mit den Wettkämpfen. Die haben der westfälische und der übergeordnete Deutsche Leichtathletik Verband (DLV) bis Ende Mai bereits abgesagt. Ida Lefering hatte eigentlich das Ziel, bei den Deutschen U18-Meisterschaften in Ulm am 24. bis 26. Juli an den Start zu gehen.

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Doch ob und wie es damit weitergehen soll, ist unklar. „Man weiß überhaupt nicht, ob das stattfinden wird oder nicht. Und man muss sich ja auch dafür qualifizieren. Wenn die Meisterschaften stattfinden, muss ich schauen, wo ich mich überhaupt qualifizieren kann“, berichtet Ida Lefering. Einige mögliche Quali-Wettkämpfe hatte die Wernerin bereits ins Auge gefasst, doch die meisten davon sind bereits wieder abgesagt worden.

Verletzung ist abgeklungen

„Ich war letztes Jahr verletzt und hatte bis jetzt erst zwei Wettkämpfe. Es ist schwierig, wieder reinzukommen, vor allem, wenn die Wettkämpfe jetzt ausfallen“, sagt Ida Lefering. Das Ödem im Sprunggelenk ist lange abgeklungen, seit Jahresbeginn trainiert sie bereits wieder richtig.

Einmal ist Ida Lefering die 1500 Meter Hindernis erst gelaufen.

Einmal ist Ida Lefering die 1500 Meter Hindernis erst gelaufen. © Johannes Lefering

Erschwerend kommt aber hinzu, dass die 15-Jährige neben den bekannten 800 Metern in diesem Jahr ungewohnte Distanzen ausprobieren möchte, 1500 Meter und 1500 Meter Hindernis. „Bislang bin ich hauptsächlich die 800 gelaufen. Die 1500 bin ich bislang noch nicht gelaufen, aber einmal die 1500 Meter Hindernis“, erzählt die Wernerin. „Das hat mir mit den Hindernissen noch ein bisschen mehr Spaß gemacht als normales Laufen.“

Sollte es noch ein bisschen dauern, bis Ida Lefering den Werner Stadtwald wieder gegen rote Tartanbahnen eintauschen kann, wäre aber auch das kein Weltuntergang. „Ich komme eigentlich ganz gut klar mit der Situation“, berichtet die Leichtathletin, „und dadurch, dass ich so viel Zeit habe, habe ich auch mehr Motivation, zu trainieren.“

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